Montag

PolitikerInnen gegen Finanzmärkte - keine Chance

"Die Finanzminister offenbaren sich wieder einmal als ihr
schlimmster Feind. Ihre Verzögerungen, Kehrtwenden und Mehrdeutigkeiten hinterlassen an den Finanzmärkten den Eindruck, die Politiker wüssten nicht, was sie tun. Und was tun die Minister dagegen? Sie wechseln wieder einmal den Kurs – und machen damit alles nur noch schlimmer. Auf die Ankündigung der Ratingagenturen, die Beteiligung privater Schuldner als Zahlungsausfall zu werten, reagieren sie gereizt und schnell. Statt
aber nun das einzig Richtige zu tun – auf die Privatbeteiligung zu
verzichten –, haben die Minister sich stattdessen entschieden, ihren
Widerstand gegen eine Pleite Griechenlands aufgeben."
(Aus einer FTD-Kolumne von Melvyn Krauss, FTD von heute, S. 24)

Fondsmanager glauben nicht mehr an eine Hellas-Perspektive

Die Strategen führender Fondsanbieter geben das hoch verschuldete Griechenland verloren. Ihrer Ansicht nach wird ein mögliches zweites Rettungspaket der Euro-Länder einen Schuldenschnitt nur inauszögern, nicht aber verhindern.
(Ergebnis der Fondsmanager-Umfrage der FTD lt FTD von heute)

Hellas: Haircut mit 50%

Schuldenkrise: Steinbrück fordert Marshall-Plan für Griechenland - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Merkel - kommt immer zu spät und wird von den Finanzmärkten bestraft

„Merkel handelt regelmäßig mit einem halben Jahr bis zwei Jahren Verspätung“, sagt Jürgen Trittin. „Das hat man bei Irland und Griechenland gesehen.“
(Zitat aus FTD vom 18.7., S. 9)

Gegen die Rating-Schelte: Die Agenturen sagen nichts als die Wahrheit

Europas größte Versicherung hat
die Arbeit der Ratingagenturen vertei-
digt. Die Überschuldung von Staaten sei
nicht den „bösen Ratingagenturen“
anzulasten, auf denen jetzt herumge-
prügelt werde: „Das Problem ist, dass
wir in vielen Ländern jahrelang über
unsere Verhältnisse gelebt haben“, sag-
te Allianz-Finanzvorstand Oliver Bäte.
Außerdem müsse keine Institution oder
Bank ihre EU-Staatsanleihen automa-
tisch verkaufen, nur weil eine Rating-
agentur ihre Bewertung senke. AP
(aus: FTD Heutiges Newsupdate von 17 Uhr)

Des Außenministers hohle Beschwörungen

Warnung an Kritiker: Westerwelle skizziert Horrorszenario für den Euro - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Eine kleine Endspiel"studie"

Der Blogger - mit Schwarz - war am Zug:

Merkel packts einfach nicht

„Keine Vorstellung von Europa“: Ex-Kohl-Berater spricht Merkel jegliche Euro-Kompetenz ab - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Merkel: Hamlet statt Mut

Merkels Europa-Politik: Sprachlos, ziellos, mutlos - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

Kanzlerin Merkel vor Europa-Flagge: "Die macht mir mein Europa kaputt"
spiegel online

Hellas mit Neo-Drachme - nur das hilft

Eurozone exit could restore Greek competitiveness - FT.com

Merkel: Streiten, Aussitzen, Manöverieren - statt endlich Handeln

ECB and Merkel clash over Greece - FT.com
Angela Merkel

Merkel und Co. diskutieren so lange bis alles den Bach runter geht

Plan D stands for default . . . and the death of the euro - FT.com

Merkels Aussitzen - jetzt kommt die Zeche

SPD-Haushälter: „Wegen Merkel droht systemische Krise des Euroraums“ - Deutschland - Politik - Handelsblatt

"Leben wie die Griechen, borgen wie die Deutschen: Das hat Euro-Land in Brand gesetzt."

Gastkommentar: Die Politiker prügeln auf die falschen ein - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Samstag

Singapur kooperiert mit dem Panzer-Ausbildungszentrum der Bundeswehr

Staatssekretär aus Singapur besucht das Ausbildungszentrum Munster

Das "Ausbildungszentrum Panzertruppen" ist für den Leopardpanzer Typ 2A7+ zuständig

Porträt des Bereichs "Weiterentwicklung" im "Ausbildungszentrum Panzertruppen"

Dieser neue Leopard-Panzertyp ist derjenige, der für den Export nach Saudi-Arabien geplant ist und besonders für den "urbanen Einsatz" entwickelt wurde.

Zum Panzer-Export nach Saudi-Arabien: Wo wurde bei der Bundeswehr der Leopard-Panzer 2A7+ entwickelt?

Kritik am Panzergeschäft reißt nicht ab - FOCUS Online

Im Zug der in der Rede des Panzerbataillon-Kommandeurs erwähnten Hitze-Tests des Leopard-Panzers (vgl. o.a. link) ist das Testprogramm des "Ausbildungszentrums Panzertruppen" in Munster relevant, denn dieses Zentrum ist für die Erprobung des Leopard PSO/2A7+ zuständig.

An der Gesamtentwicklung des neuen Leopard-Typs 2A7+ ist folgender Verbund von Bundeswehr-Einheiten beteiligt:

  1. Das Panzer-Bataillon 33 in Neustadt a.Rübenberge, dessen Kommandeur am 24.5. von den Hitzetests sprach. Dieses Panzer-Bataillon ist Teil der
  2. Panzer-Lehrbrigade 9 (Stab in Munster), die für die Weiterentwicklung und Erprobung der Panzer der Bundeswehr zuständig ist. Die Panzer-Lehrbrigade 9 ist wiederum mit dem
  3. "Ausbildungszentrum Panzertruppen" in Munster verbunden. In diesem Zentrum gibt es eine Abteilung "Weiterentwicklung" (für Waffensysteme)
Über das Ausbildungszentrum und seine Abteilung Weiterentwicklung gibt es auf der Webseite des Heeres interessante Informationen. So z.B. dass es nicht nicht nur von Bundeswehrtruppen und Nato-Einheiten besucht wird, sondern auch von Vertretern "befreundete Staaten". Auch ein ein Staatssekretär von Singapur war z.B. schon mal in Munster.

Und genau das "Ausbildungszentrum Panzer-Truppen" ist für die Weiterentwicklung des Leopard 2 zum Typ 2A7+ zuständig, der speziell für "urbane Operationen" entwickelt worden ist = exakt die Leopard-Variante, die nach Saudi-A. exportiert werden soll.

Mit dem Euro kommt die Armut

Wirtschaftskrise: Griechenland droht die Massenarmut

Hellas-Pleite: Endlich redet ein Politiker Klartext

Umschuldungsdebatte: SPD fordert gigantischen Schuldenschnitt für Griechenland - Deutschland - Politik - Handelsblatt


„Griechenland ist pleite und wird um einen Schuldenschnitt nicht herumkommen“, sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner, Handelsblatt Online. Die von der Politik favorisierte „sanfte“ Lösung werde nicht ausreichen. Wolle man private Gläubiger angemessen an den Kosten beteiligen, sei ein „schneller und umfangreicher“ Haircut erforderlich.

Freitag

Hellas ist pleite - wann sehen es die PolitikerInnen ein?

Schuldenschnitt: Ökonomen trommeln für radikale Griechen-Lösung - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Hellas - no future

Schuldenkrise: Griechische Wähler geben Papandreou auf - International - Politik - Handelsblatt

Das ultimative Puzzle zur Euro-Krise

Kolumne: Horst von Buttlar: Die sieben Rätsel der Finanzkrise | FTD.de

Merkel ist Teil des Euro-Problems, leider nicht Teil seiner Lösung

"Angela Merkel veut le moins d'Europe possible" - Coulisses de Bruxelles, UE

Schnellelieferung.de - Porträt einer kundenfreundlichen Firma

Oft aber leider oft zu recht wird über die "Service-Wüste" Deutschland geklagt. Und auch der Blogger kann von Erlebnissen mit VerkäuferInnen und Firmen erzählen, die seine KollegInnen den Kopf schütteln lassen:

Da wird eine Zeitung nach Kündigung beharrlich und trotz mehrfacher Mahnung auch nach 6 Wochen immer noch munter weiter geliefert. Oder der Blogger bekommt mehrfach Zahlungserinnerungen, obwohl er der Firma schon ein paarmal eine Bankeinzugsermächtigung erteilt hat. Oder er beschwert sich, dass ein DHL-Paket ohne ihn zu benachrichtigen nicht an ihn sondern anderswo ausgeliefert worden ist und bekommt als Antwort, er solle doch froh sein, dass er überhaupt ein Paket erhalte. 
Umso wichtiger ist es, auch immer mal wieder Beispiele für regelrechte Service-Oasen vorzustellen, die zeigen: Es geht auch ganz anders.

Von einem solchen absolut begeisternden Fall von Kundenfreundlichkeit soll hier die Rede sein. Der Blogger hatte sich vor paar Monaten über Amazon bei Firma schnellelieferung.de eine Schreibtischlampe gekauft. Produkt-InformationGerade passend um mit ihren hellen angenehmen 18 LEDs das keyboard seines notebooks gut zu focussieren. 

Nach rund acht Wochen
anstandlosem Gebrauch gab die Lampe plötzlich ohne ersichtlichen Grund ihren Geist auf. Nun, das kann mal passieren. Aber ich war doch neugierig, wie sich die Lieferfirma verhalten würde. "Kein Problem" mailte mir der Firmeninhaber, die Lampe würde getauscht. Ich schickte sie ein, und kurze Zeit später bekam ich eine email: sie sei nicht richtig zusammengeschraubt, das habe er nun gemacht und schicke sie wieder an mich zurück. Und er mailte mir sehr instruktive Photos, wo die richtige Schrauberei einsetzen müsse etc. 

An die Notwendigkeit eines korrekten
Zusammenschraubens konnte ich mich zwar nicht erinnern, aber ich  war froh, die Lampe wieder verwenden zu können. Kurze Zeit später fingen die LEDs an, gefährlich oft zu flackern und dann kam wieder der völlige blackout.
 Ich war genervt, regelrecht resigniert, legte die Lampe in meinen Kellerkarton "Sondermüll", informierte aber dennoch die Firma erneut, dass da irgendwie der Wurm drin sei, ich aber die Sache nicht weiterverfolgen und auch keine neue Lampe wolle. 

Aber da hatte ich nicht mit der geradezu umwerfenden
Kundenfreundlichkeit von Dirk Bischoff gerechnet. Nach kaum 48 Stunden kam eine Email von ihm, dass sie diese Lampe schon über 2000 verkauft hätten und nur eine einzige defekte darunter gewesen sei; er bot mir an, mir eine neue Lampe zu schicken und die alte per Retourenlabel zurückzunehmen (und das immerhin bei nur rund 24 euro Verkaufspreis).

Eigentlich war ich angesichts der bisherigen negativen Erlebnisse schon zu müde für eine neue Runde, aber dem Charme dieses Angebots konnte ich mich doch nicht entziehen. Als selbstkritischer Mensch vereinbarte ich jedoch mit Bischoff einen Deal in
umgekehrter Reihenfolge: Erst solle die Lampe an Firma Schnellelieferung zurückgehen, und erst wenn der dortige Check keine Fehlbedienung meinerseits ergeben würde, sei ich mit einer Neu-Lieferung einverstanden. 

Und so passierte es. Wieder nach nur wenigen Tagen erhielt ich von Herrn Bischoff die Nachricht, dass ausgerechnet meine Lampe - wohl von Anfang an - einen Wackelkontakt hatte und er mir nun tatsächlich ein neues Modell schicken würde. 


Und diesen Blogpost über so viel Verkäufer-Engagement und Kundenfreundlichkeit schreibt der Blogger nun mit der neuen Lampe. Auch als Anerkennung für schnellelieferung.de, weil ich nach so langer Zeit leider keine positive Verkäufer-Bewertung mehr bei Amazon abgeben kann. Da wären natürlich fünf Sterne von fünf fällig gewesen.

Hamlet Merkel

Merkel warned on Greek bail-out standoff - FT.com

Hellas-Haircut - aber subito

Beatrice Weder di Mauro: Wirtschaftsweise fordert Schuldenschnitt - International - Politik - Handelsblatt

Schluß mit dem Zahlen in ein Faß ohne Boden

Eurokrise: Deutschland kann nicht Zahlmeister sein - Deutschland - Politik - Handelsblatt

War schon seit langem klar war: Hellas muß zum Frisör

FREITAG, 15. JULI 2011
Guten Morgen Herr Dr. Luber,
die Regierung hat zwar die Mehrheit der Stimmen im Bundestag, aber auf die Mehrzahl der Ökonomen kann sie nicht mehr zählen. Wissenschaftler, Unternehmer, Banker wie Commerzbank-Chef Martin Blessing und nun auch die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro fordern ein Ende des Weiter so in der Griechenland-Politik. Der Schuldenschnitt für Griechenland, also der Teilverzicht der Geldgeber, ist für Weder di Mauro unausweichlich. Die Politik habe die volle Dimension des Problems noch nicht erkannt, sagt sie. Unsere Titelgeschichte und zwei Sonderseiten sind dem Interview mit dieser ungewöhnlichen, weil klugen und unerschrockenen Professorin gewidmet.
(aus dem HB MorningBriefing von Chefredakteur Gabor Steingart)

Die Euro-Krise ist eine EU-Krise

A-List: The eurozone must consider sabbaticals for some members - bobluber@googlemail.com - Google Mail

Euro-Krise: Merkel auf der Titanic

aus dem heutigen News-Briefing von Eurointelligence:


"Giulio Tremonti (italienischer Wirtschaftsminister) talked about a “crisis moving through the world like a mutant”. He appeared to compare the German chancellor to a first class passenger on the Titanic. “Today in Europe there is an appointment with destiny. Salvation does not come through finance but from politics. But politics cannot make any more mistakes. Just as on the Titanic, not even first class passengers can save themselves.”

Merkel - die ewige Aussitzerin

Merkel warned on Greek bail-out standoff - FT.com

Donnerstag

Zögern, diskutieren, schönreden, aussitzen - so sieht die Euro-"Rettungs"-"Politik" aus

Euro-Schuldenkrise: Die Einschläge kommen in immer kürzeren Abständen - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Euro-Krise frei nach Hamlet: "So macht das Grübeln Feige aus uns allen"

Schuldenkrise: Wie die Regierung durch die Euro-Krise schlingert | FTD.de

Eichel: Wir haben leider Hellas zu spät die rote Karte gezeigt

Griechenland-Krise: Eichel fordert Strukturen und Disziplin - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Der Euro am Abgrund - und die Politiker diskutieren nur statt zu handeln

Schuldenkrise: Berlins Griechen-Schlingerkurs nervt Spanien | FTD.de

Schäuble knickt ein - und der Steuerzahler muss blechen

Griechenlandhilfe: Schäuble gesteht bei privater Beteiligung Niederlage ein - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Die Verschuldung der PIGS-Staaten

HB, 14.7., S.7
rote Linie:10-jährige Staatsanleihen, Rendite in %

Euro: Wann kommt bei den PolitikerInnen die Einsicht?

DONNERSTAG, 14. JULI 2011

(Auszug)
bei der Griechenland-Rettung lautet die
entscheidende Frage: Wie lange noch? 890
Milliarden Euro wurden bisher an Bürgschaften
und Finanzspritzen für eine Euro-Rettung
aufgebracht, die bislang nicht wirkt.
Unsere Titelgeschichte "Abschied von Europa"
beschreibt die von Commerzbank-Chef Martin
Blessing angestoßene Debatte über einen
 Schuldenschnitt: "Die Wirklichkeit hat uns
eingeholt", sagt Blessing. Der Schuldenschnitt
würde allein sein Institut nach unseren
Informationen rund 1,5 Milliarden Euro
kosten. Aber verloren ist das Geld ohnehin,
es fehlt nur noch die offizielle Unterschrift
unter der Verlustanzeige.

(Gabor Steingart, HB-Chefredakteur)

Euro quo vadis?

Wieder mal bringt Wolfgang Münchau, Leiter von Eurointelligence in der FTD vom 13.7.11 das Euro-Problem sprachlich und inhaltlich treffend auf den Punkt: Der Euro steht vor der Entscheidung ob er zur D-Mark 2.0 mutiert oder zum Euro 2.0. Münchau plädiert für den Euro 2.0 im Sinne einer Euro-Fiskalunion. Als Politikwissenschaftler meint der Blogger allerdings: Selbst wenn ich den Euro-Raum 2.0., so wie Münchau ihn beschreibt und fordert, will: ich bin absolut skeptisch, dass das mit diesen EU-Regierungen und ihren ChefInnen geht. Wenn ich mir nur die Kakophonie anhöre, mit der in Berlin, Paris und Bruxelles über die Notwendigkeit eines nächsten Krisen-Gipfels geredet wird bzw. in FTD,FT und HB lese: Wie sollen dieselben Leute, die die Euro-Krise nie lösen, sondern immer nur weiter aussitzen wollen, fähig sein, einen Euro-Raum 2.0 zu schaffen? Da kann ich nur den früher mal berühmten Satz abwandeln (mit dem ein Politiker, lang ist´s her... sich gegen den Bau eines neuen AKW aussprach): "Ein Euro-Raum 2.0 ist zwar wirtschaftlich vernünftig, aber politisch nicht durchsetzbar". Die. die z.Zt. politisch an den Hebeln sitzen, die packen so ein umfassendes Konzept einfach nicht. Dafür bräuchte es Mut, visionäre Kraft, Aufbruchstimmung. Was wir sehen, ist leider das Gegenteil. Schade, auch angesichts der überzeugenden Argumentation von W.Münchau.

Euro-Transferunion du Ungeheuer: Wirkungslos und auch noch teuer

A transfer union would be expensive, two studies show

Frankfurter Allgemeine Zeitung explains that two studies have shown that a financial transfer union within the EU would carry a high cost. One study quoted by the paper was done by Centrum für Europäische Politik (CEP) at Freiburg which calculated the yearly cost to be €108bn. A second study by dbreserach, the thinktank of Deutsche Bank, showed the cost to be even higher – €137bn a year, of which Germany would shoulder more than €12bn.
(laut Eurointelligence heutiges News-Briefing)

Helaba-Strategie: Wenn du beim Banken-Stresstest durchfällst - haub ab vom Test

Helaba pulls out of European stress tests - FT.com

Merkel Eurokrisen-Strategie: Aussitzen

Germany in no rush on further Greek rescue - FT.com

Helaba fällt durch den EBA-Stresstest

Details: FTD von heute, Seite 15

Steuerparadies Hellas

Papandreou (im FTD Interview): 


14.000 GriechInnen schulden dem Staat 36 Milliarden Euro. 


900.000 GriechInnen haben seit Jahren Steuerschulden; die einzutreiben würde 50 Jahre dauern. 


Weil der griechische Staat mit der Steuerverwaltung überfordert ist, will der PM die Aufgabe an Privatfirmen abgeben. 


(Details in der heutigen FTD auf Seite 12)

Titanic Euro-Land

HB vom 14.7.11, Titelseite

Griechenlands Rating auf CCCC

das heisst: nur noch knapp über Insolvenz


(durch Fitch, lt FTD von heute)

Commerzbank-Chef: Schluß mit der Euro-Flickschusterei

Martin Blessing hat es auf den Punkt gebracht:


"Weitermachen wie bisher ist nicht möglich, die Wirklichkeit hat uns eingeholt"
(Zitat laut HB von heute S. 1)


(und zwar - ergänzt der Blogger - dank der jetzt so oft gescholtenen Rating-Agenturen, die den Schäuble-Bluff = "wir retten den Euro, koste es was es wolle" durchschaut haben)

Handelsblatt: Abschied von Europa?

So lautet die heutige HB-Schlagzeile auf Seite 1. Darunter:


"890 Milliarden Europa wurden bisher für die Euro-Rettung aufgebracht - ohne Wirkung. Unternehmer, Wissenschaftler und ein wachsender Teil der Regierungsfraktion verabschieden sich vom kostspieligen Regierungskurs. Sie forden den Schuldenschnitt."

Mittwoch

Fällt den PolitikerInnen noch was ein?

Deutsche Krisenpolitik: Die Getriebenen

Jetzt soll der Hellas-Haircut auf einmal ganz schnell gehen

Eurokrise: IWF macht Eurozone für Gefahr von Kettenreaktion verantwortlich - International - Politik - Handelsblatt

Bundesbank-Präsident verteidigt die Rating-Agenturen

Schuldenkrise: Bundesbank stellt sich gegen Kritik an Moody's & Co - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Euro-Krise: Hellas ist nackt | Politik | FTD Mobil

http://m.ftd.de/artikel/60078082.xml?v=2.0


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Euro-Krise:Die PolitikerInnen haben ein Lerndefizit

Aus dem Eurointelligence Newsbriefing von heute (über den spanischen Regierungschef):

"Like so many of his fellow PMs, he simply does not get it. The markets no longer believe that the eurozone has the capacity to solve this crisis, and this is why the crisis is spreading. We expect it won’t change even if a summit were held this weekend."

Kommt nur der Hellas-Haircut?

Griechen-Hilfe: Euro-Retter planen Tabubruch

Euro-Krise: Griechen sollen Anleihen zum Dumpingpreis zurückkaufen | Politik | FTD Mobil

http://m.ftd.de/artikel/60077940.xml?v=2.0


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Ratingagenturen und die Politik: Ein Teufelskreis aus lauter Kleinmut - International - Politik - Handelsblatt

http://www.handelsblatt.com/politik/international/ein-teufelskreis-aus-lauter-kleinmut/4387898.html


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Griechenland: Ex-SoFFin-Mitglied für Schuldenschnitt - International - Politik - Handelsblatt

http://www.handelsblatt.com/politik/international/ex-soffin-mitglied-fuer-schuldenschnitt/4388532.html


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Europas Schuldenkrise: Die Trägheit der Rettungsstaffel | Politik | FTD Mobil

http://m.ftd.de/artikel/60077942.xml?v=2.0


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Euro-Krise: Griechen sollen Anleihen zum Dumpingpreis zurückkaufen | Politik | FTD Mobil

http://m.ftd.de/artikel/60077940.xml?v=2.0


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Staatsschulden: Wie die Griechen-Hilfe der Banken im Fiasko endet - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

http://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/a-773991.html#spRedirectedFrom=www


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Ratingagenturen und die Politik: Ein Teufelskreis aus lauter Kleinmut - International - Politik - Handelsblatt

http://www.handelsblatt.com/politik/international/ein-teufelskreis-aus-lauter-kleinmut/4387898.html


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Montag

Sorge um Italien: Europas Krisenmanager müssen nachsitzen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

http://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/a-773544.html#spRedirectedFrom=www


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Doch haircut für Hellas?

https://m.web.de/;s=WVXd8QLOy1oDbRzEHjkV8A06;bxid=1;bxlid=3;bxn=blickpunkt;nid=414713/radar?genre=economy


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Warum mißt Präsident Wulff mit zweierlei Maß?

Präsident Wulff will sich Zeit lassen mit seiner Unterschrift unter die Atomausstiegsgesetze. Begründung: Das Parlament sei (zu?) wenig beteiligt worden. Dabei ist die Mehrheit der Deutschen so gut wie einhellig gegen die Fortsetzung des Atomenergie-Kurses. 
welt.de

Dass aber der gleiche Präsident zur gleichen Zeit die Geheimniskrämerei der Regierung zum Panzer-Export nach Saudi-Arabien verteidigt, ist schon recht merkwürdig. Ist parlamentarische Transparenz und Bundestags-Beteiligung nur ein beliebiges Add-On im politischen Geschäft, das Herr Wulff nach persönlichem Belieben bei der einen politischen Entscheidung einfordert und bei der anderen negiert? Demokratie-Verständnis und Respekt vor dem Parlament sollte anders aussehen. Vielleicht klärt das ja schon bald eine Verfassungs(!)klage.

Weitere Details zum Export-Panzer

ATM-Computer im gegen demokratische Opposition in Saudi Arabien :: Waffen vom Bodensee. Ein heikles Thema. Es geht um 7.000 Arbeitsplätze. Und um die Opfer?

ACPRA Human Rights NGO gegen Leo-Export nach Saudi-Arabien

ACPRA جمعية الحقوق المدنية والسياسية في السعودية

Arabische Human Rights NGOs gegen Leo-Export nach Saudi-Arabien

Kritik an Waffengeschäft: Saudische Demokraten fürchten deutsche Panzer | FTD.de

Rating-Agencies, thank you

Don’t blame Moody’s for a messy euro crisis - FT.com


Aus einem Artikel von Wolfgang Münchau in ft.com:

"Everybody hates the rating agencies and no one hates them more than the Europeans. The rating agencies were, without a doubt, an important contributing factor to the credit bubble. But last week, they did us a favour. They showed that populism will not work. The European Central Bank is absolutely right on this. A Greek default will unleash a dynamic process that will threaten the eurozone’s financial stability, even its very survival"

Risikostaat Griechenland

Die internationale Risikomanagement- und Versicherungs-Firma Aon hat Griechenland auf seine “World map of terror dangers 2011” aufgenommen mit der Begründung, das Risiko für eine “Revolution, einen Staatsstreich oder Bürgerkrieg" in Hellas sei “hoch”.



http://www.aon.com

Hellas: BürgerInnen contra PolitikerInnen

Aus Eurointelligence Daily News Briefing von heute:

"Incidents between citizens and politicians are now on a daily basis.  Greeks vent their frustration by throwing yogurt pots and insults at PASOK MPs; a new grass root initiative called Door-to-Door target politicians at their home. The confrontations might increase during the summer when MPs spend time in their constituency." 

Griechenland fehlen 3 Milliarden Euro wegen Steuerbetrügereien

kathimerini.gr | Ορατός ο κίνδυνος για 3 δισ. λιγότερα έσοδα φέτος

1,5 Billionen Euro für die PIGS?

Euro-Krise: Rettungsschirm muss für Italien aufgestockt werden - Nachrichten Wirtschaft - WELT ONLINE

Nach Italiens Schwarzem Freitag: Die Börsenaufsicht wird nervös

Artikel in La Repubblica

Ja, Herr Präsident, wenn es so einfach wäre

Bundespräsident Wulff will Ratingagenturen finanziell haften lassen (Handelsblatt online)

Alles soll nach Wulffs "restrukturiert" werden: die Banken, die Rating Agencies, die Finanzmärkte. Bezeichnenderweise erwähnt der Präsident genau die Spieler im Euro-Roulette überhaupt nicht, die wirklich und nachhaltig eine Restrukturierung bitter nötig hätten: die Regierungen in Athen, Lisboa und Roma. Hier sollte mal der Präsident vorstellig werden und die Restrukturierung des jahrelangen deficit spending der PIGS verlangen, das uns die Euro-Krise eingebrockt hat und für die nun andere BürgerInnen (für deren Wohl Wulff doch so emphatisch plädiert) einfach so haften sollen. Oder - anderes, sehr naheliegendes - Beispiel: der Präsident soll mal der griechischen Regierung dringend empfehlen ihren gigantischen Militärapparat und horrenden Rüstungsetat zu restrukturieren, zu deutsch: endlich drastisch abrüsten und die Mehrzahl seiner nutzlos rumexerzierenden Soldaten in die Wirtschaft schicken. Also - "Restrukturierungs"bedarf ohn Ende, aber bitte auf den richtigen Aktionsfeldern.

Der Abstieg der PIGS in einem Jahrzehnt

Entwicklung des Default-Index:
Handelsblatt, 11.7. S. 19

Die Gefahr der PIIGS-Insolvenzen wächst

Das Handelsblatt veröffentlicht heute eine Tabelle, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls, speziell bei den PIIGS ist:

Handelsblatt 11.7.,S.19
GFS:Gesamtwirtschaftlicher Finanzierungssaldo

Sonntag

EU denkt nun endlich doch an Insolvenz-Verfahren für Hellas

EU stance shifts on Greece default - FT.com

Nach den PIGS: Italien

Sondertreffen in Brüssel: Italiens Geldprobleme machen die EU nervös

Geheimer Panzer-Export nach Saudi-Arabien verfassungswidrig?

Geplanter Panzer-Deal: Die Koalition der Geheimniskrämer

EZB gegen Ratingagenturen gegen Berlin - wer verliert beim großen Bluff?

Jeder Bluff kommt mal an sein Ende, nämlich beim Show Down. Wenn sich zeigt, dass man z.B. besser nicht gegen ein Full House hätte bluffen sollen. Schon seit über einem Jahr sitzen sie nun am Poker-Tisch: Die Finanzmärkte, die Politiker, die EZB. Bisher haben sich die Märkte noch nie von Schäubles und Co. Mantra beeindrucken lassen: "Wir retten den Euro, koste es was es wolle". Wann werden die deutschen und französischen Steuerzahler nicht mehr wollen? 


Die EZB hat jedenfalls schon mehrmals die Spielregeln zu ihren Gunsten verändert (beim Poker undenkbar, aber was ist schon Pokern gegenüber Politik), weil sie sonst als erste aus der Runde hätte aussteigen müssen: Erst hat sie im Widerspruch zum EU-Vertrag PIGS-Anleihen aufgekauft. Dann hat sie Krisenbanken immer wieder flüssig gemacht. Und jetzt kümmert sie sich schon gar nicht mehr um Qualitätsforderungen für Sicherheiten aus Portugal und Griechenland. 


Wolfgang Proissl hat die Hintergründe für dieses Pokerspiel in einem brillianten Essay in der FTD vom 7.7., S. 25 dargestellt und fasst zusammen, was der Grund für das sture Festhalten der EZB an ihrer Krisenwährung ist:


"Die EZB weiß: Gibt es keinen Euro mehr, braucht man auch die EZB nicht mehr". 


Noch ist EZB-Banker ein sicherer Arbeitsplatz.

Griechischer Insel-Ausverkauf

Der Popularismus von BILD wird Wirklichkeit. 


bluewater.de

Laut FTD vom 7.Juli, Seite 9 stehen schon ein Dutzend griechischer Inseln zum Verkauf an, z.B. Nausika, Vouvalos, Kaltsonisi, Kardiotissa, einige von rund 6000 Inseln insgesamt. Sogar ein türkischer Baumagnat will in das Geschäft einsteigen. Kardiotissa soll rund 6,5 Millionen Euro kosten. 

"Happy Melancholy" - Eine multi-mediale Einführung in die Renaissance mit Shakespeare und Dowland

(Wo die hier zitierten Passagen online zu finden sind, steht am Ende dieses Textes)

Neulich hat der Blogger für eine kleinen Performance das Thema Renaissance multi-medial aufbereitet.

Mit der Renaissance verabschiedet sich Europa von der alten Götter-Glaubenswelt der Antike, später auch von der allein-seligmachenden römisch-katholischen Kirche. Jetzt steht der Mensch im Mittelpunkt, seine Freiheit, sein Wissen und Können. Astronomie, Mathematik, Navigation treten in den Vordergrund, statt bloßes Zuschauen bei der Messe. Das Ich emanzipiert sich von der päpstlichen Heteronomie.

Aber wie so oft: Freiheit hat auch ihren Preis. Auch der emanzipierteste Renaissance-Mensch erkennt: Freiheit macht auch einsam. Armut, Erfolglosigkeit, Krankheit, Tod werden trotz Freiheit nicht weniger. Nicht von ungefähr ist deshalb die Renaissance auch das Zeitalter der Melancholie, der Schwermut, der Tränen. 

John Dowland, der größte Lauten-Komponist der Renaissance hat mehrere seiner Kompositionen mit demselben Titel “Lachrimae” versehen. Melancholisch nimmt der Renaissance-Mensch das Auf und Ab des Schicksals wahr, die Unsicherheit und Ungewißheit. 
Bezeichnenderweise wird Fortuna auf dem rollenden Rad ein wichtiges Renaissance-Symbol: Die launische Glücksgöttin, die dem einem zulächelt und den anderen in die Tiefe stürzen lässt (deshalb spielte ich bei meiner performance auch die Komposition “Fortune” von Dowland).

Jedoch: Die Renaissance war zwar melancholisch, aber nicht nihilistisch. Dowland nannte eines seiner Stücke “Happy Melancholy” (!) und konnte auch schelmisch Kompositionen wie “Semper Dowland, semper dolens” oder “Mr. Dowland´s Midnight” titeln. Und in der Dramaturgie Shakespeare spielt der tapfere Blick auf das rätselhafte Up and Down des Glücks eine große Rolle, durch Edgar (in King Lear) zusammengefasst:
“Der Mensch kommt auf die Welt, er muß von hinnen, Bereitsein ist alles”. 




Shakespeare ist mein Lieblingsdichter, weil er wie kein anderer der Meister der Dramaturgie ist. Niemand hat wie er Dramen dermaßen kunstvoll verfasst, dass es meinem unvergessenen Anglistik-Professor Viebrock mit überzeugender Logik geland, eine vollständige Interpretation des ganzen Richard III. unter den einen Motiv-Satz stellen konnte. “Die Erdbeeren im Garten des Bischofs zu Ely”. 
Und keiner wie Shakespeare hat so umfassend sämtliche Facetten des menschlichen Lebens im Kosmos seiner Dramen erfasst: Liebe und Tod (Romeo and Juliet), die Hohlheit der Macht (Richard II), abgrundtiefe Bosheit (Lady Macbeth und Jago), unzerstörbare Treue (Kent und Horatio), so viel Tränen (“Othello”) und so viel Lachen (Falstaff) und in meinem Lieblingsstück  “The Winter´s Tale” sogar alles auf einmal (“A play which starts as a tragedy and ends as a comedy”). 
Shakespeare hat ganz tief in die Abgründe des Menschen geschaut, aber auch einen Blick für seinen Edelmut gehabt. Er hat die Machtgier der Menschen durchschaut, ihre Lügen und Bosheit entlarvt und ihre Feigheit demaskiert; aber auch menschlicher Treue und Wahrhaftigkeit dichterische Denkmäler gesetzt.

Als ich mich auf meine Präsentation vorbereitete, wurde mir - wieder einmal - bewußt, dass mir in jeder Lebenslage immer Passagen aus der Welt Shakespeares einfallen, die - je nach dem - mich  verständnisvoll nicken lassen (“deja lu”), mir helfen die Abgründe der Menschen zu durchschauen oder mich im Leid trösten. Zum Beispiel:

“Life is but a walking shadow. It is a story told by an idiot, full of sound and fury, signifying nothing” (Macbeth)

So macht das Grübeln Feige aus uns allen” (Hamlet)

Der bessere Teil der Tapferkeit ist die Vorsicht” (Falstaff)

Lehr´ uns einsehen, dass Unbesonnenheit uns manchmal besser dient, wenn tiefe Pläne scheitern” (Hamlet)

“Einen solch treuen Freund will ich hegen in des Herzens Grunde, ja in des Herzens Herzen” (Hamlet)

“Ich kenn euch all´ und dien´ euch halt ´ne Weile” (Prince Henry)

Für die Präsentation hatte ich folgendes Profil arrangiert:

  • Dowland: What if a Day or a Month or a Year
  • Macbeth: V.Aufzug, 5. Szene “Tomorrow and tomorrow and tomorrow” (Focus: Verzweiflung)
  • Dowland: Fortune
  • Hamlet und Horatio: III. Aufzug, 2. Szene (Focus: Freundschaft)
  • Dowland: Bockington´s Pound
  • Richard II.: Dritter Aufzug, 2. Szene (Focus: Die Hohlheit der Macht)
  • Gitarre: “Dowland´s Midnight”
  • Henry IV, Erster Teil, Zweiter Aufzug, 4. Szene

Shakespeare hat die Musik Dowlands und gute Dichtkunst als “Sister and Brother” charakterisiert und vom “Heavenly Touch” der Lautenstücke Dowlands gesprochen.

In “What If a Day” komponiert Dowland das Renaissance-Thema des blinden, unbegreiflichen Schicksals: In einem Tag kann alles Glück zu Ende gehen. Das der Musik zugrunde liegenden Gedicht spricht es aus: “All our joys are but toys” - “Time is ever turning” - “Secret fates guide our states”.


Viel härter als diese melancholischen Gedanken reflektiert Macbeth über Leben und Tod:

“All unsere vergangenen Tage führten Narren den Pfad zum staubigen Tod”
“Leben ist nur ein wandelnder Schatten”
“Leben ist bloß ein Roman, erzählt von einem Idioten, voller Lärm und Zorn, ohne Bedeutung”

Aber genau derselbe Dichter, der hier die Sinnlosigkeit des Lebens mit so schonungslosen Worten bloßlegt, preist wiederum mit unvergesslichen Worten Treue,  Freundschaft, Standhaftigkeit, als Hamlet für kurze Zeit den höfischen Habitus des Prinzen ablegt und sich seinem treusten Freund Horatio offenbart:


“Dich hab ich auserkoren. Denn du warst als littest du nichts, indem du alles littest. Ein Mann, der Pech und Glück vom Schicksal mit gleichem Dank genommen. Gesegnet, wes Blut und Urteil sich so gut vermischt, daß er zur Pfeife nicht Fortuna dient, den Ton zu spielen, den ihr Finger greift. Gebt mir den Mann, den seine Leidenschaft nicht macht zum Sklaven, und ich will ihn hegen im Herzensgrund, ja in des Herzens Herzen, wie ich dich hege”.

Für einen kurzen Augenblick lassen uns Hamlet und Shakespeare die Tiefen einer wahren Freundschaft erkennen und die Unerschütterlichkeit eines standhaften Herzens. Dann - “Schon zu viel hiervon” - wird Hamlet wieder der Prinz, dem seine Rolle am Hofe unerbittlich zudiktiert ist und die mit seinem Tod enden wird.

Als dritten Text hatte ich eine (Selbst)Reflexion Richard II. ausgewählt, als dieser am Ende aller Macht angelangt ist, keine Krone mehr trägt und nur noch die Gewißheit des Todes vor Augen hat. Ein paar treue Gefährten halten noch zu ihm, verehren ihn noch als früheren König. Aber denen öffnet Ex-King Richard jetzt die Augen:

“Im hohlen Reifen, der eines Königs sterblich Haupt umgibt, hält seinen Hof der Tod. Verhöhnt des Königs Staat und grinst zu seinem Pomp. Lässt ihn ein Weilchen, einen kleinen Auftritt den Herrscher spielen, drohn, mit Blicken töten. Flösst einen eitlen Selbstbetrug ihm ein, als wär sein Fleisch ein ewiges Eisen. Und so kommt er zuletzt, gut gelaunt, und bohrt mit kleiner Nadel die feste Mauer an, und - König, gute Nacht”.

Dies ist der Augenblick, in dem sich Richard vom König zum Menschen wandelt und sich mit dieser Selbsterkenntnis zu seinen Freunden wendet:

Werft eure Achtung ab. Ihr irrtet euch die ganze Zeit in mir: Wie ihr, leb ich von Brot, ich fühle Mangel, ich schmecke Kummer und bedarf der Freunde. So unterworfen nun, wie könnt ihr sagen, dass ich König bin”

Und nach “Mr. Dowland´s Midnight” war es in der Performance dann an der Zeit, eine der köstlichsten humoristischen Szenen aus Shakespeare´s Königsdramen mit verteilten Rollen zu lesen.


Referenzen:

  • Die wunderbare Madrigale “What If I Never Speed” von John Dowland kann frau/man unter
http://www.youtube.com/watch?v=VvLMLZSqPxc&feature=email hören
  • Die in diesem Text präsentierten Shakespeare-Texte kann frau/man unter
https://docs.google.com/document/pub?id=1AvFYtxJjigNYRQx_phRUnjoaoqnH8ELAPIqmjsg6TRE
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Wie PolitikerInnen "Doktor"arbeiten schreiben

Schon wieder wird die Seriosität der Doktorarbeit eines Politiker bezweifelt: Laut Spiegel online zitiert Kultus(!)minister Althusmann aus Buchseiten, die es gar nicht gibt..., weist Bücher in seiner Literaturliste nicht nach und hat seine Bibliografie dermaßen schludrig erstellt, dass der Umgang damit zum "Suchspiel" degeneriert.


Die dürftigen Entschuldigungen des Noch-Ministers klingen verdächtig ähnlich wie die Causa Guttenberg: Überarbeitung und Familienstress. Wieder erleben wir einen Rückzug auf Raten: Erst mal werden "nur" handwerkliche Fehler eingestanden. Und noch hält der MP natürlich zu seinem Minister. Auf das Ergebnis der Uni Potsdam darf man gespannt sein.


Nachdem nun fast monatsweise reihum immer mehr sog. "Doktor-Arbeiten" von PolitikerInnen als grober Bluff enttarnt werden, fragt sich der Blogger, was wohl mit der politischen Kaste in unserem Lande los ist. Als ob sich nicht zigtausende andere Doktoranden in Deutschland auch unter schwierigen Bedingungen sehr genau an die akademischen Standards halten. 


Was motiviert gerade PolitikerInnen, sich so eklatant über die Normen von Wahrheit und Seriosität hinwegzusetzen? Nötig haben sie den Dr.-Titel sicherlich nicht. Ist es Eitelkeit? Die Kalkulation, ihre Bekanntheit immunisiere sie gegenüber Überprüfungen? Oder schlichte Hemdsärmeligkeit a la: in der Wissenschaft müsse man es - ähnlich wie im politischen Tagesgeschäft - mit den Fakten halt nicht so genau nehmen? 


Und: leisten Universitäten aus Gefälligkeits-Denken solchen Fehl-Leistungen Vorschub?