Ich - mit Weiß - war am Zug und tauschte Turm gegen Läufer, gut vorauskalkulierend, dass ich dann das Bauern-Endspiel gewinnen würde. Mein Gegner war so verblüfft, dass er später fragte, als ich einen uneinholbaren Frei-Bauern hatte: "Hast du das vorausberechnet?". Und als ich sagte "ja", verabschiedete er sich mit dem Wort "Respekt".
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Samstag
Dienstag
Rettendes Remis
Der drohenden Niederlage ins Auge sehend rettete sich der Blogger (in Weiß) doch noch zu guter Letzt in ein Remis durch Ewiges Schach (Zugwiederholung)
Lustiges Mattbild
Kurz bevor der Blogger (in Schwarz) aufgeben wollte, verschenkte sein Gegner (in Weiß) doch noch den greifbaren Sieg...
Montag
Nicht am Material hängen!
Nach vielen taktischem Hin- und Herziehen hatte sich der Blogger (mit Weiß) fast schon mit Remis abgefunden. Aber als Schwarz seinen Turm nach c6 zog, "sah" er (= Tarrasch-Wort) eine schöne Opferkombination, die die Partie entschied.
Freitag
"Besser Schach spielen"
Zu diesem Thema hat Stefan Arens einen klugen Essay unter
http://www.stefan-arens.de/sonstiges/schach/schach_notizen.html
geschrieben. Sehr lesenswert!
http://www.stefan-arens.de/sonstiges/schach/schach_notizen.html
geschrieben. Sehr lesenswert!
Donnerstag
Schach: Ich denke, was er denkt, das ich denke
Klare Sache, dachte Weiß: Er wollte erst die Türme auf e8 tauschen und dann den schwarzen Läufer schlagen.
Kannst du machen, dachte Schwarz: Aber nach Txe8 rette ich zuerst meinen Läufer mit Schach auf d4 und schlage erst dann den weißen Turm auf e8.
Was beide Spieler übersehen hatten: Weiß hätte mit seinem Turm auf e3 das Schachgebot des Läufers unterbrechen können. Stattdessen zog Weiß in der Partie tatsächlich seinen König.
Kannst du machen, dachte Schwarz: Aber nach Txe8 rette ich zuerst meinen Läufer mit Schach auf d4 und schlage erst dann den weißen Turm auf e8.
Was beide Spieler übersehen hatten: Weiß hätte mit seinem Turm auf e3 das Schachgebot des Läufers unterbrechen können. Stattdessen zog Weiß in der Partie tatsächlich seinen König.
Montag
Gierig, gieriger, Patt
Der sichere Sieg war Schwarz nicht genug. Nein, zuvor wollte er auch noch den Bauern auf f3 kassieren. Gesagt, getan. Und damit war die Partie beendet. Freilich nicht so, wie es sich Schwarz vorgestellt hatte...
Steinbrück am falschen Schachbrett
Hoffentlich macht Steinbrück nicht so schlechte Politik, wie hier beim Schach, wo er am falsch aufgestellten....Brett spielt!
Links zum Buch-Cover:
| Quelle: Amazon-Buch-Präsentation |
Eine Mattstellung zu Ehren meines Vaters
In der umfangreichen Schachbibliothek meines verehrten Vaters, dem ich so viele Schachinspirationen verdanke, fand ich als junger Mensch den beeindruckenden Begriff des sogenannten "Epauletten-Matts", den ich immer sehr bewunderte:
Einmal wegen des zu meiner Jugend ja schon aus der Mode gekommenden Begriffes, dann wegen der so possierlich angeordneten Stellung = Figur - König - Figur und schließlich mit dem leichten Kopfschütteln: Kann so was wirklich in einer echten Partie vorkommen? Und vor 70 Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich einmal so ein spektakuläres Matt erleben würde.
Aber - ich nehme es symbolisch im 100. Geburtsjahr meines Vaters - heute widerfuhr mir tatsächlich (mit Schwarz) die u.a. Stellung (Weiß hatte gerade T e1 gezogen) . Das "Epauletten-Matt" ist also doch keine bloße Erfindung realitätsfremender SchachtheoretikerInnen. Mein Vater hätte sich bestimmt sehr gefreut!
Einmal wegen des zu meiner Jugend ja schon aus der Mode gekommenden Begriffes, dann wegen der so possierlich angeordneten Stellung = Figur - König - Figur und schließlich mit dem leichten Kopfschütteln: Kann so was wirklich in einer echten Partie vorkommen? Und vor 70 Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich einmal so ein spektakuläres Matt erleben würde.
Aber - ich nehme es symbolisch im 100. Geburtsjahr meines Vaters - heute widerfuhr mir tatsächlich (mit Schwarz) die u.a. Stellung (Weiß hatte gerade T e1 gezogen) . Das "Epauletten-Matt" ist also doch keine bloße Erfindung realitätsfremender SchachtheoretikerInnen. Mein Vater hätte sich bestimmt sehr gefreut!
Sonntag
Interessante Endspiel-Studie
Im u.a. Diagramm ist Weiß am Zug. Wer wird gewinnen? In der realen Partie gewann der Blogger (mit Schwarz). Aber war das zwingend?
Dienstag
Zugzwang-Serie
In der o.a. Partie hatte sich der schwarze Blogger schon auf Remis eingestellt, als sein weißer Gegner überraschend Kg6-h7 zog, so dass ich mit K e6-f7 seinen Freibauern "auf ewig" blockieren konnte. Vielleicht (dem Blogger nicht unähnlich...) spekulierte Weiß auf Patt. Würde ich also auf dem Damen-Flügel selbst einen Freibauern erlangen? Ja, es war tatsächlich möglich, aber erst als ich im allerletzten Zug einen genialen Zugzwang entdeckte. Bis dahin war die Zugfolge (ab o.a. Diagramm):
41 König g6 - h7 König e6 - f7 (vielleicht wäre a5-a4 noch besser gewesen, um den weißen a-Bauern auf ein schwarzes Feld zu blockieren und ihn später mit meinem Läufer schlagen zu können)
42 Bauer a3 - a4 Bauer b5 x a4 (auf keinen Fall: b5-b4 = Patt!)
43 Bauer b3 x a4
In dieser Stellung (u.a. Diagramm) zieht nun der schwarze Läufer beliebig und zwingt damit Weiß zum einzig möglichen Zug: d3-d4. Allerdings - mein Gegner gab in dieser Stellung auf - hätte ich nach d3-d4 keinesfalls sofort den weißen Bauern schlagen dürfen (= Patt!), sondern mußte erst c5-c4 ziehen, um erst später - der weiße d-Bauer steht unter Dauer-Zugzwang! - den weißen d-Bauern zu erobern. Nicht ohne Grund hat das deutsche Wort "Zugzwang" Eingang in alle Sprachen - bis hin zur russischen - gefunden. The zugzwang, I love it.
Donnerstag
Sonntag
Wer den Sieg nicht sieht
Geschlagene drei Züge - im Schach eine Ewigkeit - übersahen der Schwarz Blogger und sein Gegner in der u.a. Stellung den Gewinnzug für Schwarz. Dann - wie es im Deutschen so schön heisst - fiel es mir wie Schuppen von den Augen und die Partie endete - wie? - ganz plötzlich.
Donnerstag
"Die Leute setzen sich janz alleene matt" (Berliner Großmeister Carl Walbrodt)
Mattstellungen in der Mitte des Brettes kommen live nicht häufig vor. Das u.a. Diagramm - der schwarze Blogger hatte gerade seinen Turm auf c3 gezogen - hat darüber hinaus sogar noch das Prädikat einer richtigen "Studie", denn jedes der für den weißen König gesperrten Felder wird von einer anderen schwarzen Figur beherrscht. Angesichts des Nicknames "Bonaparte" meines anonymen Gegners kam mir nach dem letzten Zug der Gedanke an Waterloo...
Montag
Zwei Frei-Bauern setzen sich gegen zwei Leichtfiguren durch!
Diese Stellung (nach Weiß a2-a4) entstand nach einer soliden zähen Partie. Der weiße Gegner des schwarzen Bloggers hatte lange mit der eigenen Rochade gezögert, um seinerseits die weiße Rochadestellung unter Druck nehmen zu können. Dabei zögerte er zu lange - bis Schwarz sie ihm endgültig verhinderte. Als danach alle schweren Figuren getauscht wurden, war Schwarz von allem Angriffsdruck befreit und hatte jetzt selber zwei Freibauern.
Dass man Freibauern nicht unterschätzen soll, wird jede/r SchachspielerIn aus eigener leid- oder freudvoller Erfahrung bestätigen. Dass sie sich allerdings gegen einen Läufer und Springer durchsetzen, kommt nicht so oft vor. Im Diagramm oben sieht alles noch relativ harmlos und fast remis-verdächtig aus. Aber nach sechs offensiven schwarzen Bauernzügen mußte Weiß aufgeben.
36 Bauer a2 - a4 Bauer h7 - h5
37 Springer c3 - e2 (Weiß sieht die Gefahr)
Bauer g6 - g5
38 Springer e2 - g1 Bauer g5 - g4
39 Läufer f3 - g2 Bauer h5 - h4
40 König d2 - e2
(ein verhängnisvoller Fehler, denn damit sperrt der weiße König den weißen Springer völlig ein) Bauer h4 - h3
41 Läufer g2 - f1 Bauer h3 - h2
Mittwoch
Zieh deinen König nie weiter als wie dein Schutzengel ihn behüten kann
Die weiße Gegnerin des Bloggers hatte einen coolen Plan: Mit ihrem König von g1 quer übers Spielfeld zu wandern und sich dann an meine Bauern ranzumachen. So weit so gut - zumindest der Plan. Die ersten drei Königszüge ging das auch ganz vortrefflich, aber wenn´s der Eselin zu gut geht, geht sie aufs Eis. Denn nach dem Königszug von e4 nach d5 nahm die nette Wanderung ein jähes Ende.
Chess Brinkmanship
Schon während der letzten Züge musste der schwarze Blogger Nerven wie Drahtseile haben. Beide Spieler wandeln am Abgrund. Im Diagramm (Weiß am Zug) hatte ich mich am meisten vor einem Schach der weißen Dame auf d8 gefürchtet mit höchst ungewissen Verwicklungen, sprich weiteren Schachgeboten der weißen Dame und des weißen Turms. Stattdessen zog mein Gegner aber höchst konventionell seine Dame nach g3, was dem Blogger den Damen-Tausch ermöglichte, wonach der schwarze Frei-Bauer nicht mehr aufzuhalten ist.
Dienstag
"La giornata e non finita" (Sizilianisches Sprichwort)
In dieser Stellung dachte der weiße Gegner des schwarzen Bloggers vermutlich, sein Sieg sei nur eine bloße Formsache und es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis er seine Freibauern verwandeln könne. So zog er frohgemut K e3 nach f4. Damit war die Partie tatsächlich entschieden, nur anders als es sich Weiß vorgestellt hatte...
Montag
Wenn die Königsstellung hängt
In dieser Stellung meinte wohl der weiße Gegner des schwarzen Bloggers, nachdem sein Bauer von e3 aus einen schwarzen Bauern auf f4 geschlagen hatte, die Partie stabilisiert zu haben - ein fataler Irrtum.
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