Dienstag

Pro-Euro-Beschwörungsformeln nützen nichts

Leserbrief zum Kommentar von Melvyn Krauss in der FTD vom 14.6.11, S. 24 (hier unten im Blogpost abgedruckt)

Kritik gegen das in Schieflage geratene Projekt Euro hat mit rechtem Populismus nichts zu tun. Dass Wahre Finnen, BILD-Zeitung, die Finanzminister der Niederlande und Österreichs und Hans-Werner Sinn nun eine so bemerkenswerte Allianz eingegangen sind, ist die Schuld derer, die Hellas´ Euro-Beitritt damals wider alle wirtschaftliche Vernunft durchgewunken haben, und die von uns SteuerzahlerInnen jetzt immer neue Hilfsgelder mit dem Mantra "wir müssen den Euro retten egal was es kostet" erpressen wollen. 

Und es ist die Schuld der griechischen Mißwirtschaft, wo fast wöchentlich neue Absurditäten ans Tageslicht treten. Von massiven Steuerbetrügereien, über gängig Korruption und Immobilien-Profitblasen bis zu den tausendfachen Rentenzahlungen an GriechInnen, die schon lange nicht mehr leben....Genau mit solchem griechischen Mißmanagement spielt man den Rechtspopulisten in die Hände, vor denen Krauss uns warnt. 

So wie der deutsche und die französische FinanzministerIn uns mit konstanter Regelmässigkeit zu neuen sog. "Rettungs"paketen zugunsten Griechenlands und der anderen PIGS kujonieren wollen, so meint Krauss uns mit einer lockeren Anleihe bei Sartres existentialistischer "Huis Clos" weismachen zu wollen, dass es angeblich keine Alternative zum Euro gäbe. Das klingt nach solider Thatcher-Policy, die auch jegliche Kritik mit ihrem dauernden schrillen TINA ("There Is No Alternative") im Keim ersticken wollte. 

Wache BürgerInnen und WählerInnen sollen besonders aufmerksam sein, wenn jemand wie Krauss von "Lebenszeit", "ohne Rückkehr", "es kann keinen Ausstieg geben" spricht. Solche Beschwörungsformeln verdecken meist, dass die rationale Begründungsdecke so dünn geraten ist, dass man zu solch apokalyptischen Drohungen greifen muss. 

Wieviel gutes nordeuropäisches Geld sollen wir denn nach Meinung von Kraus Griechenland noch zur Verfügung stellen, nachdem keines der bisherigen sog. "Hilfspakete" irgend einen Fortschritt generiert hat, stattdessen die Ratingagenturen Hellas immer mehr zurückstufen? Diese Blankoscheck-Strategie von Krauss zugunsten von Hellas ist zu Recht immer weniger WählerInnen in Amsterdam, Frankfurt, Helsinki und Lyon zu vermitteln. 

Hellas´ Probleme sind struktureller Art: Mit dem Euro ist es in einen Währungsverbund gekommen, dem es niemals hätte beitreten dürfen. Angesichts des minimalen bis Null-Wachstums seiner Wirtschaft wird es seine horrenden Schulden nie zurückzahlen können. Deshalb ist es angezeigt, diese Schulden nicht im Quartalstakt mit sog. "Rettungs"paketen (die effektiv gar nichts "retten", sondern die strukturellen hellenischen Defizite nur verlängern bzw. verschleiern) immer weiter zu erhöhen, sondern durch eine geordnete griechische Staatsinsolvenz Hellas wieder in eine ihm angemessene Situation zu befördern. 


Krauss soll sich mal bei den Politikern und Finanzfachleuten umhören, die beim Beitritt Griechenlands zum Euro mitgewirkt bzw. aufmerksam zugehört und zugesehen haben (manchmal auch - leider unbeachtet - gewarnt haben): Griechenland hat sich den den Zugang zu Euro-Land mit statistischen Lügen und getricksten Informationen über seinen Wirtschaftszustand erschwindelt. Kein Wunder, dass Issing und andere kein Vertrauen in Griechenland haben. Warum diskreditiert Krauss diese Fakten als "Verleumdung"? 

Und warum wehrt sich Krauss gegen das gute deutsche Sprichwort "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"? Das überfällige Insolvenzverfahren für Hellas wird sicher nicht problemlos über die Bühne gehen, aber quasi regelmässig immer wieder neues gutes nordeuropäisches Geld in die PIGS-Fässer ohne Boden zu versenken, ohne dass sich dort irgendwas zum Besseren wendet, ist weitaus schlimmer, weil perspektivlos. Ausserdem verstösst es diamentral gegen Artikel 125 AEUV. 

Angesichts des täglich erwartbaren vollständigen Bankrotts Griechenlands - wie oft sollen die Ratingagenturen Hellas noch runterstufen bis die Euro-Herrscher aufwachen? - sollte Hellas lieber heute als morgen in ein geordnetes Insolvenzverfahren einsteigen, an dessen Ende dann die Karten wieder neu gemischt werden. Und mit einer danach neu eingeführten, eigenen Währung kann Griechenland seine strukturellen Defizite wie Steuerbetrug, Korruption, Immobilienblase, Mega-Militarismus selber so lösen wie es möchte, ohne unseriös ständig von neuem seine nördlichen Nachbaren anzupumpen. 

Das gebetsmühlenhaft vorgetragene statement von Schäuble und Lagarde "wir retten den Euro koste es was es wolle" wird von den Finanzmärkten längst als Bluff durchschaut, und sie warten nur darauf, dass beim showdown die im Euro-Wahn Gefangenen ihre Karten auf den Tisch legen müssen. Und bis Frankreich, Deutschland und den Niederlanden wegen ihres aberwitzigen Gläubiger-Status zugunsten der PIGS dann das AAA-Rating entzogen wird. Spätestens kommt dann die von Krauss befürchtete Stunde der Populisten, weil man dann niemandem mehr die Fortsetzung einer solchen uferlosen und unsinnigen Transferpolitik von Nord nach Süd mehr vermitteln kann.

Und wenn Griechenland selber zu seiner Sanierung nicht fähig ist - die geradezu zwanghaften (Gewerkschafts)Proteste deuten daraufhin und die jungen GriechInnen, die zu Tausenden ihr Land verlassen, weil sie dort keine no-future-generation sein wollen - dann muss eben ein/e EU-StaatskommissarIn her, der dem Land endlich zeigt, was es zu tun hat, um zu einem ausgeglichenen Haushalt und geordneten Staatsfinanzen zu kommen. 

Eine massive Reduzierung der bizarr großen griechischen Armee mindestens um die Hälfte und eine Verringerung des absurd hohen griechischen Militärhaushaltes (des höchsten in Europa!) um mindestens 50%, wären die beiden ersten Maßnahmen, die ich so einer/m KommissarIn empfehlen würde.

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Euro-Ausstieg

Macht Front gegen die Anti-Euro-Populisten

Kommentar Die Stimmungsmache gegen die Gemeinschaftswährung ist dumm. Einen Ausstieg der verschuldeten Südländer kann es nicht geben. Und Berlin sollte das klar sagen. von Melvyn Krauss
Melvyn Krauss ist emeritierter Professor für Volkswirtschaft der Universität New York.
Die Euro-Zone taumelt von einer erschreckenden Krise in die nächste. Ein Ende ist nicht in Sicht. Natürlich stellt sich die Frage, wie lange dieser Drahtseilakt noch gut gehen kann, bevor der Euro das Gleichgewicht verliert und auf die Nase fällt.
Melvyn Krauss Melvyn Krauss
Eine Antwort darauf findet sich in dem brillanten Einakter "Geschlossene Gesellschaft" von Jean-Paul Sartre. In dem 1944 uraufgeführten Stück des französischen Philosophen sind drei Verstorbene auf ewig in einem Raum gefangen. Sie werden psychisch so stark voneinander abhängig, dass sie den Raum selbst dann nicht verlassen können, als sich die Tür auf wundersame Weise öffnet. Auch für die Teilnehmer der Euro-Zone gilt: Es gibt kein Entkommen, der Trennungsschmerz wäre zu stark.
Auch für die nördlichen Länder war das Ja zum Euro ein Weg ohne Rückkehr. Auf die Frage, ob er sich ein Ausscheren seines Landes aus dem Euro vorstellen könnte, sagte einmal ein ranghoher niederländischer Vertreter: "Niemals, dafür machen wir viel zu viel Geld mit dem Euro." Südeuropas Länder hätten im alten System regelmäßig ihre Währungen abgewertet. Das sei für Hollands Exporte kostspielig. Zu dem System wolle er nicht zurückkehren.
Als Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, dass der Euro Deutschlands schicksalhafte Notwendigkeit sei, machte sie deutlich, dass sie diesen wichtigen Punkt verstanden hat. Nur weil die Kapitalspritzen für den Süden die Handelsgewinne schmälern, werden die Deutschen und die Niederländer nicht völlig auf die Gewinne verzichten, die ihnen der Euro einbringt. Kluge Menschen konzentrieren sich auf die Handelsgewinne, die deutlich größer sind als die Notzahlungen. Die populistische Stimmungsmache in den nördlichen Ländern gegen den Euro ist dumm.
Aber warum hören dann die Regierungen der Nordländer so sehr auf die Populisten? Möchte man private Geldgeber dazu bringen, fällig werdende griechische Verbindlichkeiten umzuschulden? Dann ergibt es überhaupt keinen Sinn, darauf zu beharren, dass vor weiteren Staatshilfen zunächst erst einmal private Gläubiger auf ihre alten Außenstände zumindest teilweise verzichten. Aber genau das tut Berlin.
Anstatt zu sagen: "Wir bestehen auf einem Haircut, und Griechenland wird vorher nicht einen Cent sehen", sollte die Regierung den Privatgläubigern erklären: "Wir wollen nicht, dass ihr Einbußen erleidet, deshalb stellen wir Griechenland neues Geld zur Verfügung." Merkels Angst vor den Populisten in ihrem Land ist der Grund für diese fehlgeleitete Politik.
Es kann keinen Ausstieg aus dem Euro geben, deshalb müssen die Beteiligten lernen, gemeinsam Probleme zu lösen. Vorurteile und Beleidigungen helfen nicht. Schockiert habe ich gelesen, dass der frühere EZB-Chefökonom Otmar Issing den Griechen vorgeworfen hat, sich ihren Weg in den Euro erschwindelt zu haben. Was bringt so eine Aussage? Hilft es dem Euro wirklich über seine Probleme hinweg, wenn eine so wichtige Person wie Issing die Griechen verleumdet?
Die berühmteste Passage aus "Geschlossene Gesellschaft" lautet: "Die Hölle, das sind die anderen." Nach Issings Äußerungen dürfte den Griechen sehr klar sein, was Sartre beim Schreiben dieser Worte durch den Kopf ging.
Wenn man in einem Raum mit Menschen festsitzt, die einen für einen Betrüger und einen Lügner halten, kann man das als Anreiz nehmen, sie eines Besseren zu belehren. Das ist für die Griechen ein weiterer Grund dafür, nicht aufzugeben, trotz des ausgesprochen schwierigen Sparprogramms: Sie wollen ihren Kritikern zeigen, dass sie sehr wohl dazugehören.

Robert Gates: "Die Nato zerfällt" - so what?

Im Handelsblatt vom 14.6. outet sich der US-Militärminister mit seinen großen Ängsten über den Zerfall des Nato-Militärbündnisses.


defense.gov

Als die deutsche grüne Partei noch militärkritisch eingestellt war, hatte sie noch die Forderung nach Abschaffung der Nato im Programm. Was damals nicht klappte, ist nun für Gates eine reale Möglichkeit geworden = dass die Nato sich selber abschafft. 


Das Ende der Nato ist laut Gates keine hypothetische, sondern eine ganz reale Gefahr. Immer mehr Nato-Länder erkennen nämlich, dass Militär und Rüstung keine angemessenen Mittel zur Erhaltung von Frieden und humanitärer Entwicklung sind. Kein Wunder dass die Militärausgaben der europäischen Nato-Mitglieder in den letzten zehn Jahren um 15% zurückgegangen sind. 


Mit großer Sorge stellt Gates fest, dass außer den US, UK und Frankreich in der Nato tatsächlich nur Albanien und Griechenland mehr als 2% des BIP fürs Militär ausgeben. Bemerkenswert diese zwei letzten Länder: Albanien, am Tropf der EU und Nato, sollte statt so viel ins Militär zu investieren, lieber seine miserable Infrastruktur verbessern, und daß Griechenland am Rande des wirtschaftlichen Ruins sich noch eine solche Mega-Militarisierung leistet, ist eine Beleidigung der deutschen und niederländischen SteuerzahlerInnen, die Monat für Monat Milliarden von nutzlosen Euro-Milliarden in das hellenische Faß ohne Boden schütten. 


Was die US betrifft, so stimmt es hoffnungsvoll, aus der Feder eines so kompetenten Politikers wie Gates zu lesen, dass auch der amerikanische Kongress keine Geduld und Willen mehr für das Pampern von Militär und Rüstungskonzernen hat, sondern dass die amerikanischen PolitikerInnen endlich einsehen, dass diese Ausgaben zu teuer sind und ihre Ziele verfehlen. 


Das beste Beispiel ist Afghanistan: Trotz Milliarden von Militärausgaben und Tausende sinnloser Toten regiert in Kabul nach wie vor die drogenprofitierende, wahlfälschende, korrupte Machelite rund um Karsai. Hoffentlich ziehen Amerika und Deutschland seine Truppen noch viel früher als geplant aus Afghanistan ab, damit endlich Schluß mit diesem sinnlosen Krieg ist. 


Deutschland hat glücklicherweise schon die Zeichen der Zeit erkannt, indem es nicht beim Libyenkrieg mitmacht, seine Arme reduziert, 60 Garnisonen schließt, die Wehrpflicht abschafft und seine Rüstungsbeschaffung verschlankt. Endlich die richtige Konsequenz gegen die deutsche Rüstungsindustrie, deren Produkte laut Evaluation des vorhergehenden und jetzigen deutschen Militärministers durchweg zu teuer, zu spät und uneffektiv sind. 


Willkommen bei der neuen "Nato light"!

Samstag

Neues aus des Bloggers Pattsammlung

Hoffentlich gähnen die LeserInnen nicht. Aber es war wirklich wieder die schon bekannt Standardsituation. Für den Blogger (mit Weiß) war alles verloren. Schwarz hätte ihren Sieg schon lange vorher finalisieren können. Was motivierte sie, stattdessen noch kunstvoll das Spiel zu verlängern? Traute sie ihrem Übergewicht von Turm, Läufer und drei Freibauern nicht? Wollte sie sich mit einer neuen Dame schmücken? Wie immer ihre Gedanken waren, den Turm auf f3 zu ziehen (siehe unteres Diagramm) war leider der allerschlechteste unter allen möglichen Zügen. Wie gut dass der Blogger vorher noch seine beiden letzten Bauern guten Herzens weggeben hatte. Nun schmeckte der Samstags-Capuccino umso besser. 

Freitag

heute: Schäuble muss sich outen

FREITAG, 10. JUNI 2011
Guten Morgen Herr Dr. Luber,
die Stunde der Wahrheit rückt näher. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gibt heute Morgen eine Regierungserklärung in Sachen Griechenland ab. Im Zentrum seiner Rede, so hören wir aus seinem Umfeld, wird eine Beteiligung der privaten Gläubiger stehen. Die TV-Einschaltquoten in Deutschlands Banken und Versicherungen dürften höher sein als bei sonstigen Parlamentssitzungen. Die Wahrheit wird teuer für viele der dortigen Zuschauer.

Deutschlands Energiekonzerne kommen nicht zur Ruhe. Durch die Atomwende stehen sie als Verlierer da. Vor allem Eon-Chef Johannes Teyssen und RWE-Vorsteher Jürgen Großmann müssen zusehen, wie ihre Firmen an der Börse mit Milliardenabschlägen bewertet werden. Unschuldig sind die Konzernchefs daran nicht: Sie grollen, sie schimpfen, sie klagen vor den Gerichten - aber Ihnen fehlt eine Strategie für die Zeit nach dem Atomausstieg. Das Führen einer Unternehmung dient im Kern der Zukunftsgewinnung, nicht dem Rechthaben. Unsere Titelgeschichte "Superstars a.D." fragt: Hat die Restlaufzeit der Strombosse begonnen

aus dem heutigen Handelsblatt MorningBriefing

Schäuble international isoliert

Griecht die Koalition jetzt auch die Krise? - Politik Inland

Donnerstag

Hellas pleite - und wir zahlen, zahlen, zahlen

Umschuldungs-Debatte: Milliarden-Lasten durch Griechen-Rettung - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Schäubles Appell: Hohl und uneffektiv

Griechenland: Schäubles großer Schulden-Schlussverkauf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

FDP-Vize kalkuliert Hellas-Bankrott ein

Schuldenkrise: Liberale debattieren Griechen-Pleite | FTD.de

Und mit diesem Null-Wachstum will Hellas seine Schulden bezahlen?

Euro-Krise: Griechenland wächst minimal | FTD.de

Was schon seit 30 Jahren in Hellas schiefläuft

La faillite de la Grèce pire que la chute de Lehman Brothers ? | MoneyWeek

Hellas: Nach dem Bankrott - das Ende der Demokratie?

The vanishing sovereignty of Greece - The Globe and Mail

Hellas: Erst die Wirtschaft k.o., nun die Demokratie gefährdet?

"Griechenland wird zum Kuba der Ägäis" - Presseschau - Panorama - Handelsblatt

Was schon früher klar war: Hellas hätte nie den Euro einführen dürfen. Für diesen horrenden Fehler müssen nun andere Euro-Länder finanziell aufkommen. Ist das die Solidarität die in der Griechenlandpleite-Debatte immer so gerne beschworen wird?

Massive Kapitalflucht aus Hellas

Papier des Finanzausschusses: Deutsche Banken stoßen griechische Anleihen ab - Banken - Unternehmen - Handelsblatt

Hellas hat seine Hausaufgaben immer noch nicht gemacht

Highlights: Troika report from mission to Greece | Reuters

Deutsches Geld flieht aus Hellas

Zeitungen: Banken und Versicherer verkaufen griechische Anleihen | Top-Nachrichten | Reuters

Hellas- Arbeitslosigkeit auf neuem Hoch

UPDATE 1-Greek unemployment soars in March, industry slumps | Reuters

Libyen-Krieg: Millionefach teurer als geplant

FT.com / Middle East & North Africa - Pentagon sees Libya military costs soar

Kennen Sie sich aus in Euro-Land? / Hier kommt der UItimative Euro-Quiz!

Umfragen zufolge ist der Kenntnisstand der Bevölkerung über unsere Währung leider immer noch erschreckend gering. Dieser Quiz im Unbequemen Blog schafft Abhilfe.
(Punktevergabe: Siehe u.a. Weblink)


1. Frage
Zugegeben, die Euro-Karre steckt ziemlich im Sand. Wem trauen Sie am ehesten zu, dass sie wieder flott kommt?

A Freiherr von Guttenberg
B Lena Meyer-Landrut
C Giorgos Papandreou
D Joachim Löw


2. Frage
Sie sehen auf der Frankfurter Zeil einen griechischen Bettler. Was machen Sie?

A Ich schenke dem armen Mann einen 10 Euro Schein
B Ich gehe nach Hause, hole einen 100 Drachme Schein aus meiner alten Urlaubskasse, aber als ich wiederkomme ist der Mann leider schon weg
C Ich biete ihm eine 2 Euro-Münze an, will aber 1 Euro zurück haben
D Geld für Bettler kann man nicht bei der Steuer absetzen, also bekommt er von mir nichts


3. Frage
Sind Sie mutig? Denken Sie einmal das Undenkbare: Der Euro wird abgeschafft. Was machen Sie?

A Ich werfe mein Sparbuch ins Altpapier
B Ich schenke meine Euro-Scheine meinen Enkeln als Spielgeld
D Ich tapeziere mit den schönen Mustern eine Wand von meinem Clo
C Euros? Ich hab schon seit Jahren nur noch Schweizer Franken


4. Frage
Was fällt Ihnen bei den Buchstaben “PIGS” ein
A Präsident Bushs Schurkenstaaten: Peru, Iran, Guantamo, Somalia
B Portugal, Irland, Griechenland, Spanien
C Wieder so eine Werbekampagne, wo niemand das Produkt kennt
D Mit Schweinereien will ich nichts zu tun haben


5. Frage
Es gibt Vorschläge, Griechenland zum 17. deutschen Bundesland zu machen. Fällt Ihnen ein guter Name ein?
A Hellenien
B Niederschwaben
C Akropolanien
D Ist doch unnützer Verwaltungsaufwand. Als neuer Regierungsbezirk in Bayern klappt das auch.


6. Frage
Das Euro-Thema wird immer verworrener. Was lesen Sie, wenn Sie sich darüber informieren wollen?

A Ich habe die Financial Times abonniert
B Ich lese täglich BILD in der S-Bahn
C Meine Tochter lässt mich ab und zu in ihre “Brigitte” reingucken
D Lesen? Kann man das nicht googeln?


7. Frage
Sie sind einfach zu nervös, um die täglichen Schreckenmeldungen zu ertragen. Was machen Sie?

A Ich gebe meinen Fernseher in den Sondermüll
B Ich gucke nicht mehr Tagesschau, sondern nur noch “Schwarzwaldklinik” (Staffel 1990 und früher)
C Ich lass mir von der Kanadischen Botschaft einen Einwanderungsbogen schicken
D Die DRV soll mir eine Reha auf Kreta verschreiben


8. Frage
Sie lesen, dass Griechenland seinen Militäretat und seine Armee um 50% kürzen will. Was denken Sie?

A Die Türkei ist bankrott
B Ich rufe meinen Immobilienmakler an und lass ihn die schönsten Strandimmobilien auf Zypern aufkaufen
C Das ist doch nur eine Zeitungs-Ente von “Kathimerini”
D Wie ist die Telefonnummer des Verteidigungs-Ministeriums in Athen? Ich hab schon immer jemand gesucht, der meinen Garten in Ordnung hält


9. Frage. Sie sitzen unmotiviert vor dem leeren Bogen Ihrer Steuererklärung. Was geht durch Ihren Kopf?

A Wenn ich in Griechenland wäre, bräuchte ich gar nichts ausfüllen
B Gibt es keine Option, die Nachzahlung in D-Mark zu überweisen?
C Ob mein zuständiger Finanzamtsbeamter Ferien auf Patmos macht?
D Steuern zahlen? Mein Steuerberater hat mir geraten, in jede Zeile immer nur “Verlustgeschäft” einzutragen


10. Frage
Sie haben im Rahmen der neuen Charme-Offensive unserer Kanzlerin “Angela wants You!” eine Einladung zum “Merkel-BürgerInnen-Buffet” in Berlin erhalten. Wie lösen Sie die Kleiderfrage?

A Ich komm einfach mit meinen Hausklamotten, damit die Merkel mal Normalität kennenlernt
B Ich kleide mich blau-weiß-blau. Da kann die Merkel “Seehofer” oder “Papandreou” denken, ist mir doch egal
C Ich lass mir von Amazon-Outlet eine Kollektion “One size fits all” zuschicken
D Ich sage die Einladung ab, weil an dem Tag immer mein Kegeltreff ist


Punktevergabe unter: 



31 bis 40 Punkte:

Glückwunsch: Sie haben verstanden, um was es in der Euro-Debatte geht. Das ist die/der StaatsbürgerIn, wie sie/ihn sich die “Bundeszentrale für politische Bildung” immer wünscht.


21 bis 30 Punkte:
Sie bewegen sie noch ziemlich unsicher in Euroland. Das ist für ein Jahrhundertwerk wie unsere Währung zu wenig. Sie müssen noch einiges hinzulernen.


10 bis 20 Punkte:

Sie haben nichts begriffen. Buchen Sie noch heute in Ihrer Volkshochschule den Kurs “Euro for Dummies”

Mittwoch

Letzter Mittel gegen Griechenland-Bankrott: Schäuble erpresst die EZB

Griechenland: Schäubles großer Schulden-Schlussverkauf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Die Banker sagen die Wahrheit zur Hellas-Pleite

aus spiegel-online:


Mittwoch bei einer Konferenz hochrangiger Banker. "Griechenland wird nicht um eine Umschuldung herumkommen", sagte Ingrid Hengster, die Deutschland-Chefin der Royal Bank of Scotland (RBS). Es sei "mit einer Beteiligung privater Gläubiger zu rechnen", räumte der Chef des Bundesverbands deutscher Banken, Michael Kemmer, ein. Ein Banker von JP Morgan sagte es ganz direkt: "Die Banken und Gläubiger müssen mitmachen."



Köhler bleibt uneinsichtig

Rücktritt als Bundespräsident: Köhler rechnet ab | FTD.de

Der Blogger:
Es bleibt dabei: Köhler hat Artikel 26 des Grundgesetz nicht beachtet. Ein Armutszeugnis für einen Präsidenten.

"Am Ende werden die Griechen noch aus Dämlichkeit pleite gehen"

So endet Peter Ehrlichs Kolumne in der heutigen 17.00 Uhr online-FTD. Aber: Nicht weil die Griechen dämlich sind, sondern....



Mehr wird hier nicht verrraten, sondern der/m BlogleserIn empfohlen, Ehrlichs Artikel online im Originaltext zu lesen. Die üblichen Verdächtigen sitzen - natürlich - nicht in Hellas sondern.....(wen wundert´s) hierzulande. 

Afghanistan-Hilfsgelder: Nützen nicht, fördern aber die Korruption

Bericht zum Wiederaufbau: Ohne US-Milliarden droht Afghanistan der Kollaps

Militärlobby (nach den vielen Toten): Mehr Truppen nach Afghanistan

Afghanistan: Truppenstärke vor dem Abzug überprüfen - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Slowenien - das nächste Griechenland?


Atomkonzerne: Endlich ist Schluß mit den fetten Profiten

Bildunterschrift hinzufügen

Welche Kraftwerke sind am umweltfreundlichsten?

FTD, 8.6., S. 29

Die Pleite Griechenlands in Zahlen

FTD, 8.6. S. 17

In den PIGS: Die No Future Generation

FTD 8.6., S. 11

EU-Kommission warnt erneut vor deutschen Landesbanken

Bruselas alerta de las dificultades en bancos regionales alemanes · ELPAÍS.com

Bundeswehr-PR: Früh übt sich, wer ein/e WaffenmeisterIn werden will

Die Bundeswehr lässt Kinder und Jugendliche mit Waffen spielen.


Hier der Videobeweis:


http://www.youtube.com/watch?v=sVyTHudk3rA

Hellas - ein Land ohne Zukunft

Griechenland und Euro-Krise: Drachme oder Tod? | FTD.de

Nachwuchs-Werbung der Bundeswehr: Kinder spielen Krieg in der Kaserne

Kaserne in Bayern: Kinderkriegsspiel-Fotos setzen Bundeswehr unter Druck
Quelle: spiegel online

Hellas-Bankrott - nun kapiert es auch Schäuble (better late than never)

Drohende Staatspleite: Schäuble fordert Umschuldung Griechenlands - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Hellas-Kapitalflucht: Schnell raus aus diesem Land

Schäubles späte Einsicht: in Hellas rien ne va plus



MITTWOCH, 08. JUNI 2011
Guten Morgen Herr Dr. Luber,
Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble kommt nicht länger an der Grundwahrheit dieser Tage vorbei: Die bisherige Griechenlandrettung, die darin bestand, einem überschuldeten Land immer neue Schulden aufzubürden, kommt an ihr natürliches Ende. Der Finanzmarkt steht den Griechen nicht mehr zur Verfügung. Die Steuerbürger der EU-Staaten werden ebenfalls allmählich unruhig. Damit gerät der Dritte im Bunde ins Blickfeld: die Banken. Schäubles neueste Idee: Griechenland soll eine Verlängerung der Laufzeiten seiner Schulden nur dann gewährt werden, wenn private Gläubiger einen Teilverzicht üben. Diese Idee ist alt, aber richtig. Sie hilft den Griechen und sie hilft Schäuble, der mit seiner starren Haltung vor allem in der FDP zur Persona non grata geworden ist.
Interessant dazu unser heutiger Gastkommentar: Wirtschaftsforscher Jean Pisani-Ferry widerspricht der gängigen These, eine Umschuldung Griechenlands würde Europa ins Chaos stürzen. 



Jetzt wird auch Schäuble nervös - wird aber auch Zeit

Hilfe für Hellas: Schäuble fordert Umschuldung Griechenlands | FTD.de

Dienstag

Hellas: Die Wahrheit lässt sich nicht aufhalten

Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart in seinem heutigen MorningBriefing:


"Griechenland muss umschulden", sagt nun auch der Chefvolkswirt der britischen Bank HSBC, Stephen King, im Handelsblatt-Interview. Er hält einen Forderungsausfall für unabwendbar. Die Bundesregierung steht mit ihrem Optimismus mittlerweile ziemlich alleine da. "Die Wirklichkeit frisst sich durch", pflegte der konservative Vordenker Prof. Kurt Biedenkopf einst zu sagen.

Der Blogger ist iPhone-Nutzer aus Überzeugung (gegen Joachim Dreyklufts i-Bashing)

FTD-Redakteur Joachim Dreykluft hat auf ftd.com einen dezidierten Anti-i-Artikel geschrieben: Hände weg vom iphone, ipod, ipad:
http://www.ftd.de/it-medien/computer-technik/:i-hype-wagt-den-apple-entzug/60061577.html



Dass Dreykluft mal schlechte Erfahrungen mit dem Apple-Service hatte: Geschenkt. Wer wüsste keinen EDV-Firma, von der sie/er nicht Ähnliches berichten könnte. Im letzten Monat mussten meine beiden notebooks - nicht von Apple! - das eine 11 Monate, das andere 12 Tage "alt" zur Reparatur.  


Dem Blogger ist die Mac-Hype auch suspekt, deshalb kam ihm auch noch nie ein Mac-Book ins Haus. Aber gleich alles von Apple zu bashen, ist übertrieben. 


Jedenfalls: ich bin iPhone-Nutzer aus Überzeugung. Seitdem ich mir vor einem Jahr ein iPhone zugelegt hat, ist meine Produktivität merkbar gestiegen. Telefonieren tu ich mit dem Gerät noch am wenigsten. Aber dass ich alle meine google-Dokumente ohne sync-hassle immer dabei habe, direkt vom iPhone aus bloggen und in real-time Photos versenden kann und jederzeit meine emails lesen kann, ist einfach phantastisch. Dass das iPhone mir ein extra Navi beim Reisen, ein extra GPS beim Bergsteigen und einen extra Tuner für meine Gitarre ersetzt, erwähne ich noch zusätzlich am Rande. 


Mag sein, dass das andere smartphones mit Android auch können, aber ein solch fantastisches glasklares und gestochen scharfes Display hab ich noch bei keinem Gerät der Konkurrenz gesehen. Und warum Dreykluft sich über einen fehlenden USB-Anschluß ärgert, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Ich hab mein iPhone bisher problemlos noch in jede USB-Buchse reinstöpseln können (sprechen wir übers gleiche Gerät?). 


Und bei über 100.000 iPhone-Apps mach mich mir auch wenig Gedanken, nach welchen Kriterien die in California ausgewählt werden. Seien wir doch ehrlich: Solch filigrane Anforderungen stellen wir doch auch an non-Apple Produkte nicht. 


Also Hype hin oder her - das iPhone ist ein fantastischer Minicomputer, er ist state of the art: klein, brillianter Bildschirm, umfassende unkomplizierte Datensync mit meinem netbook zu Hause und so viel Anwendungen, dass ich noch zu jeder Zeit genau die für meinen Bedarf maßgeschneiderte App gefunden habe, meist umsonst oder für einen Spottpreis. 


PS zur Suchtgefahr: Als Nie-Führerschein-Erwerber ist der Blogger übrigens auch Bahn-süchtig. Geschadet hat ihm das bisher nicht.

Das griechische Debakel hat viele Facetten

Eurointelligence mag in seinem heutigen Briefing ja recht haben, die Meldung - immerhin aus einem Interview mit einer griechischen Ministerin - über die Rentenzahlung an Tausende von nicht mehr lebenden Griechen als ein Teil des - meinethalben auch: hysterischen - Anti-Greece-Bashing abzutun, und die wirtschaftliche Bedeutung ist in der Tat angesichts der massiven griechischen Schuldenproblematik gering. 

Was Eurointelligence dabei aber übersieht, sind die verheerenden euro(pa)-psychologischen Folgen, die solche, wenn auch nur kleine Beispiele des griechischen Mißmanagements generieren. Solche Dinge, wie z.B. auch die vom Blogger immer gern herangezogene bizarre Hochrüstung und Militarisierung von Hellas spielt nämlich leider letzlich den Populisten in die Hände, die Griechenland eh nur noch als Faß ohne Boden sehen, dessen Schuldenberg nicht noch immer weiter mit guten deutschen Euros bedient werden soll.

aus Eurointelligence:
"Greece scraps retirement payments for dead public sector workers
This story is typical for the hysteria currently whipped by the German tabloids. The Greek work minister Louka Katseli apparently announced that 4500 dead former public sector employees received up until now their retirement payments, a story too good to miss for BildSpiegel Online and most other German newspapers report. The total cost for paying the dead was €16m per year – a sum with no macroeconomic implications even for Greece. The ministry will discontinue paying and investigate if the roughly 9000 Greeks who are supposedly over 100 years old and still get their retirement benefits are really still alive."

Hellas ist schlimmer als Argentinien

Former Argentinian finance ministers says Greece is worse than Argentina
This comes from Guillermo Nielsen, who negotiated the 66% loss to creditors when Argentina defaulted in 2005, according to Reuters. He said Greek bondholders will have to endure an even bigger haircut than that suffered by Argentina's creditors. "Unfortunately the mishandling of this early on leaves no choice ... The haircut for bondholders will certainly be deeper," he said. “They thought  ‘we are Europe, we are not Argentina, we won't restructure’, and look where they are. They have been pouring (in) money for nothing."
(aus Eurointelligence heutigem Newsbriefing)

Rating-Agenturen von Hellas-Rettungsplänen unbeeindruckt

aus Eurointelligence heutigem Newsbriefing:

"The EU’s attempts to fudge itself towards a crisis resolution – with a “voluntary” debt rollover – met a big setback yesterday. After Moody’s recent downgrade, Fitch Ratings yesterday provided the following clarification of how it would assess any debt exchange offer for Greek debt. “A debt exchange that offers new securities with terms that are worse than the original contractual terms of the existing debt and where the sovereign is subject to financial distress... would be judged by Fitch to constitute a 'coercive' or more commonly known as a 'distressed debt exchange' “ And Fitch made it clear that such an exchange would invariably triggered a downgrade to junk.

Moody’s already downgraded Greece to below-investment grade status, and Standard & Poor’s recently said that its benchmark for assessing a debt exchange would be whether investors were truly acting voluntarily. "In situations where investors consider a default to be possible and where the rating has fallen, it becomes more difficult to conclude that investors are exchanging securities voluntarily." S&P clarified further that a voluntary exchange whose rejections would involve negative implications for investors, would be considered a default.

In other words, every single option discussed by the EFC last week would be considered a default, including the various compromises that tried to bridge the gap between the positions of Germany and the ECB."

Europas Nord-Süd Konflikt

Euro-Krise: Hakenkreuz! Griechen verhöhnen Europa

Das ist Hellas-Realität: 16 Millionen Euro Renten-Auszahlung an 4500 Tote

laut handelsblatt.com:


Die griechische Regierung hat eingeräumt, dass für Tausende tote Griechen Rente gezahlt werde. So erhielten allein 4.500 inzwischen verstorbene Angestellte im öffentlichen Dienst noch Geld, was die Steuerzahler jährlich mehr als 16 Millionen Euro koste, sagte Arbeitsministerin Louka Katseli in einem Interview. 


Hier die Webseite der Ministerin:


http://www.loukakatseli.gr/

Montag

Hellas-Sanierung: Dem Chaos einen Schritt näher


Treffender als Kolumnist Frank Wiebe im Handelsblatt vom 06.06.2011, Seite 11 kann man über das ggw. Wirrwarr um die Sanierung Griechenland nicht titeln. Und damit die BlogleserInnen nicht meinen, hier mache sich einer unziemlich lustig über EZB, Schäuble, Juncker oder Merkel nachfolgend ein paar gelungene Textproben, wieso Wiebe zu seiner Einschätzung kommt (am besten den Artikel vollständig online bei handelsblatt.com lesen oder noch besser gleich die heutige HB-Ausgabe kaufen)

"Da sollen die privaten Gläubiger zur Kasse gebeten werden. Das muss aber so freiwillig geschehen, dass die Finanzmärkte – und die Bundesbank und die Europäische Zentralbank (EZB) – das Spiel mitmachen. Denn bei allem, was zu unfreiwillig aussieht, müsste die EZB aufhören, griechische Anleihen als Sicherheiten zu akzeptieren – und könnte die griechischen Banken nicht weiter flüssig halten.
Auf der anderen Seite muss die Aktion aber so unfreiwillig ablaufen, dass am Ende irgendein privater Gläubiger dabei mitspielt. Kosten darf das auch nichts, weil das ja wiederum den Wählern – und den Parlamenten – nicht zu vermitteln wäre".
.....
"Die Regierung in Berlin will irgendetwas mit den privaten Gläubigern durchziehen, um klarzumachen, dass sie sich nicht von den Banken herumkommandieren lässt. EZB und Bundesbank – und ähnlich der Internationale Währungsfonds (IWF) – müssen deutlich machen, dass sie keine Handlanger der europäischen Politik sind."
......
"Der IWF hält sich vornehm zurück, die EZB erklärt vor allem, was nicht geht. Die Regierung in Berlin lässt sich von der Angst vor den Wählern treiben, und die anderen Regierungen warten ab, was Berlin macht. Jean-Claude Juncker, der Vorsitzende der Eurogruppe, gibt tapfer zu jeder neuen Entwicklung einen mehr oder minder verklausulierten Kommentar ab, hat aber wenig Einfluss."

Ein Marshall-Plan für Hellas? Aber dann auch zu Marshallplan-Konditionen!

Thomas Fricke, hebt sich in seiner FTD-Kolumne vom 3.6.11 "Was uns Griechen wirklich hilft" in konziser, praktischer und nachdrücklicher Argumentation vom üblichen Greece-Bashing wohltuend ab. 



Der Blogger hat sie mit großem Interesse gelesen. Nur: Sollte T.Fricke seinen Verweis auf den Marshall-Plan nicht auch wirklich zu Ende denken, in der Art wie es sein Kollege Peter Ehrlich in seiner Kolumne vom 25.5. in der FTD gemacht hat? 


Zur Zeit des Marshall-Plans stand Deutschland unter strenger alliierter Kontrolle. Keiner der für die Durchführung des Marshall-Planes Zuständigen hätte in Deutschland - ich hoffe, der Blogger ist hier nicht zu Hellas-unsolidarisch, aber er liest diese Nachrichten exakt so in der FTD! - ein solches Ausmaß an Korruption, Steuerbetrug, Rentenschwindel (heute berichtet ftd.com über Tausende von nicht mehr lebenden RentenbezieherInnen in Griechenland...) zugelassen, wie es die Machtelite in Athen offenbar nicht einzudämmen in der Lage ist. 


Also wenn Athen schon nach Marshallplan-Art gerettet werden soll, dann muss man diese Perspektive auch wirklich zu Ende denken, und dann führt kein Weg an einem IMF/EU-Hochkommissar für Hellas vorbei.

Das ist Hellas-Mißwirtschaft: Renten an Geistergriechen

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