Montag

Zu späte Erkenntnis eines Finanz(!)Ministers...




Zitat des Tages:




„Die Banken sind ein
zu großes Problem, das
muss ich akzeptieren“


(Brian Lenihan, Irischer Finanzminster)

Irland-Bankrott - der Unbequeme Blog hat leider mal wieder recht




Guten Morgen, liebe LeserInnen des Unbequemen Blogs. Gerade studiere ich die FTD, deren online Ausabe ich jeden morgen um 6 Uhr exclusiv auf den screen erhalte. Bei so Sachen wie der Irland-Pleite habe ich wirklich nicht gerne recht, aber dass es so kommen würde wie jetzt, war mir schon seit Wochen klar und jedeR konnte es im Unbequemen Blog in vielen meiner detaillierten Blogposts nachlesen. 


Traurige Wahrheit, aber Irland ist eben genauso wenig Euro-überlebensfähig wie Griechenland und - meine nächste Prognose - die anderen PIIGS auch. Bald werden wir den Portugal-Bankrott erleben, dann ist Spanien, vielleicht auch noch Italien dran, von Belgien, das gleichfalls am finanziellen Abgrund steht, ganz zu schweigen. 


Nein, ich will überhaupt nicht rechthaberisch-besserwisserisch sein, aber seitdem ich mich im Rahmen des Griechenland-Bankrotts, als die skandalöse Illegalität des griechischen Euro-Beitritts - mit Duldung unserer Regierung und die aberwitzige euroverschwende Militarisierung und Hochrüstung von Hellas offenkundig wurde, Zug um Zug in die europäische Finanzkrise eingearbeitet habe, wurde mir immer deutlicher: Diese Eurowährung ist nicht nachhaltig und wird nicht überleben. 


Frustriert bin ich allenfalls über all die PolitikerInnen und spin doctors, die die Zeichen der Zeit fahrlässig oder willentlich nicht wahrhaben wollen, ihre Augen geflissentlich vor der dem Abgrund der jetzigen Eurozone verschliessen und ihrer Verantwortung vor ihren Wählerinnen und LeserInnen nicht nachkommen. "Irland ist nicht Griechenland" tönten Merkel und Co. seit Wochen. Nun ist klar, was ich ohne viel Mühe prognostizieren konnt, DASS Irland eben doch Griechenland ist. 


Und bald - read their lips! - werden wir das nächste Euro-appeasement-Mantra aus Berlin und Paris vorgesetzt bekommen: "Aber Portugal ist natürlich nicht Irland". Und so weiter und so weiter. Wir sind also gewarnt. Ich frage mich: Warum weigern sich die PolitikeInnen beim Euro-Skandal wieder mal wie so häufig auch sonst, einfach zuzugeben dass sie sich geirrt haben und die Euro-Risiken weit unterschätzt haben. Die WählerInnen würden ihnen das sicher nicht als Gesichtsverlust ankreiden, sondern wären dankbar, dass ihnen endlich reiner Wein geschenkt wird.


Und wer mich fragt, was ich denn als Alternativen anzubieten habe: Hier nochmal ganz kurz, was ich in früheren Blogposts schon detailliert gesagt habe: 



  1. Schluß mit der viel zu wirtschaftsheterogenen Eurozone.
  2. Wenn schon nicht Wiederkehr zu den Altwährungen dann mindestens ein double layer Euro: Nordeuro für D,FRA,Benelux und Südeuro für die PIIGS. Das dient beiden Euro-Regionen, stiftet Vertrauen in der Finanzwirtschaft und kann die Anleger von weiteren Spekulationen auf Länderpleiten abhalten.
  3. Endlich kompromisslose Gesetze gegen die Unterfinanzierung der Banken (auch der deutschen! = alle deutschen Landesbanken stehen vor dem Kapital-Kollaps), die nicht scharf genug sein können und mit drastischen Strafen bei Nicht-Einhalten versehen sein müssen. 






Nur so ein Gesamtpaket hätte den Namen "Sanierung" wirklich verdient und würde zum Nutzen aller Beteiligten, auch! der PIIGS wirken. Alles andere ist nur volksverdummende gefährliche Augenwischerei. So oder so - wenn es wegen Unfähigkeit unserer PolitikerInnen im nächsten Jahr zum großen Eurozonen-Crash kommt - kann niemand mehr sagen: sie/er habe es nicht gewußt und es habe ja keine Alternativen gegeben. Frau/man sollte eben nicht immer der braven Lokalzeitung vertrauen, sondern auch mal was Alternatives lesen, zum Beispiel den Unbequemen Blog...   

Sonntag

Afrikas Konflikte - eine gute Einführung mit Leerstellen

Produkt-Information


Rezension von:
Klaas Kunst "Afrika - Kontinente der Kriege, Krisen und Konflikte". Tectum Verlag, 2007. 272 Seiten. 24,90 Euro


Wieder einmal beschäftigt sich eine Publikation mit dem Kontinent, der oft als der "vergessene" bezeichnet wird. Sie veröffentlicht die studentischen Arbeiten eines Grundstudiums-Seminars gleichen Namens an der Universität Marburg. Der Sammelband gibt einen guten Überblick über die vielfältigen Probleme des Kontinent südlich von Europa, wobei das Niveau der einzelnen Beiträge unterschiedlich ist. Friederike Stock gibt eine vorzügliche Einführung in die Wasserproblematik am Nil, ohne diese allerdings leider in den generellen Kontext des Wasserkonfliktes in Afrika hineinzustellen. Anderseits gerät ein solch wichtiges Thema wie die Rohstoffausbeutung in Afrika bei Janne Wulf mit gerade mal mageren sieben Seiten wirklich zu kurz, und gerade bei diesem Thema hätte man sich instruktive Diagramme und Schaubilder gewünscht. 


Man kann diesen Sammelband gut als Mini-Lexikon für einzelne Länder Afrikas benutzen auch unter thematischen Gesichtspunkten. Dass Afrika allerdings "mehr zu bieten" hätte, nämlich Lösungen, wie Herausgeber und Verlag behaupten, bleibt doch ziemlich unterbelichtet. Vielleicht haben sich Verlag und Herausgeber auch deshalb nicht getraut, dieses Wort mit in den Buchtitel aufzunehmen. 


Von einem Grundstudium-Seminar kann man natürlich nicht eine vollgültige politologische Enzyklopädie erwarten. Enttäuschend ist aber doch, dass zwar so ein Spezialthema wie Gynaegamie Aufnahme in das Buch gefunden hat, dass die Publikation (und das heisst ja offenbar auch: das zugrunde liegende Uni-Seminar) aber auch gravierende thematische Leerstellen aufweist. So werden z.B. folgende wichtige Themen gar nicht erwähnt: 



  • Die deutsche Afrikapolitik
  • Der Waffenhandel Afrikas und die schlimme Rolle Deutschlands dabei
  • Die Bedeutung der MNC für Afrika (Botswana wäre ein gute Fallstudie gewesen)
  • Die politische Bedeutung von Mobilfunk und Internet in Afrika 
  • Ein Entwicklungsvergleich, warum Afrika und Asien - beide mit gleichen historischen Startbedingungen - einen so unterschiedlichen Entwicklungsverlauf genommen haben



Ganz besonders enttäuschend, dass ausser einzelnen Umweltaspekten die kontinentübergreifenden politischen Aspekte der Ökosphäre Afrikas überhaupt nicht zur Sprache kommen inklusive der sich abzeichnenden Konflikte über die internationale Ausbeutung der Solarenergie dort. Da hätte der Seminarleiter doch etwas pointiertere Vorgaben machen sollen. 


Dem Verlag ist der, speziell für den immer größer werdenden Bevölkerungsanteil von Personen über 60 unaktzeptable winzige Druckfont anzukreiden und dass es keine kapitelbezogenen Überschriften gibt, die doch im EDV-Zeitalter mühelos automatisch hätten generiert werden können. So irrt die/der LeserIn etwas orientierungslos durch das Buch. 


Trotz dieser Vorbehalte ist es erfreulich, dass mit einem solchen Buch Studierende die Aufarbeitung ihres Themas einer grösseren Öffentlichkeit vorstellen können.

Samstag

Das Irische Steuerparadies - wo es Firmen richtig gut geht

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Ein Journalist in Afghanistan - ratlos aber scharfsinnig



Produkt-Information

Rezension von:
Ulrich Ladurner. Eine Nacht in Kabul. Unterwegs in eine fremde Vergangenheit. 256 Seiten. 21.90 Euro. Residenz Verlag 2010.

Ulrich Ladurner, ausgewiesener, kenntnisreicher Auslandsredakteur für die ZEIT nimmt uns mit zu seinen Reisen ins Kriegsland Afghanistan. Eine Kombination von 1st hand-Beobachtungen und Reflexionen historischer, politischer und soziologischer Art. Ladurner versteht es in eindrucksvoller Weise, der/m LeserIn Afghanistan sinnlich anschaubar werden zu lassen: sein Hitze, seine Grausamkeit, sein Sich Entziehen voreiliger analytischer Schablonen. Er scheut sich nicht, uns in langen Kapitel mit der afghanischen Geschichte vertraut werden zu lassen.  Manchmal allerdings wirkt das auf die Leserin auch verwirrend. Vielleicht ist es aber eine gewollte Verwirrung des Autors, dieses Schweben im schreibenden Duktus, der - absichtlich? - sich nicht entscheiden will oder kann? ob das nun ein Kriegstagebuch ist, ein Art Lonely Planet Reiseführer oder eine politologische Analyse ist.

Wer diese Kombination - KritikerInnen werden vielleicht einwenden: Mischmasch - gut tolerieren kann, wird mit dem Buch zufrieden sein. Sie muss sich allerdings auch auf sprunghaften Stil einlassen. Manchmal fragt man sich tatsächlich: Was will der Autor eigentlich mit diesem Buch? Wer - wie der Blogger - sein Berufsleben mehr als ein Jahrzehnt auf den Nachkriegsbalkan focussiert hat, kann sich gut mit vielen Stationen Ladurners identifizieren: die Hilflosigkeit der NGOs, die Anonymität militärischer Großmaschinerien, die Unwirklichkeit eines Lebens zwischen zukunftsloser Realität vor Ort und der Sicherheit eines europäischen Passes.

Schön, dass Ladurner auch politischen Klartext redet: gegen den zur humanen Intervention verklärten Angriffskrieg des Westens gegen Serbien und gegen das Rechtfertigungs-Mantra der NATO für ihren Krieg in Afghanistan, das Peter Struck so meisterhaft zusammengefasst hat, am Hindukusch würde angeblich die Freiheit Deutschlands verteidigt. Ähnlich beeindruckend kritisch Ladurners gespenstische Präsentation der namenlosen, anonymen Drohnen-Tötungsmaschinerie der Nato.

Ladurners haften bleibender Satz über Afghanistan: "Die  Briten, die Sowjets, die Amerikaner die Europäer schlugen ihren Wanderzirkus auf" erinnert mich, was einer meiner NGO-buddies mir achselzuckend mal sagte, als wir an der Sinnhaftigkeit unserer Vor Ort Präsenz in Bosnien zweifelten: "Ach Burkhard, die humanitäre Karawane zieht einfach weiter, heute Sarajewo, morgen Sudan, nächsten Monat Kolumbien". Einem weniger lokalversierten Autor hätte man das Klischee vom Wanderzirkus vielleicht nicht so ohne weiteres durchgehen lassen, aber hier passt es und wird fundiert eingesetzt.

Ziemlich am Ende des Buches steht ein Satz Ladurners, der auch der Schlußsatz hätte sein können: "Afghanistan war ein schwarzes Loch, in dem alles verschwinden konnte, alte und neue Weltmächte".

Eindrucksvolle Fotos des Autors ergänzend in guter Weise dieses nachdenklich machende Buch.

Irland - die Anleger verlassen das sinkende Schiff




Die Allied Irish Banks hat nach eigenen Angaben im letzten halben Jahr circa 13 Milliarden Euro an Einlagen verloren. Angesicht der bedrohlichen Lage der irischen Staatsfinanzen und des katastrophalen irischen Bankensektors flüchten die Institutionen und Geschäftskunden massenhaft. Wahrscheinlich muss deshalb die irische Regierung alle Aktien von Allied Irish Banks aufkaufen und ihren Staatsanteil dadurch dann auf über 90 Prozent steigern, eine faktische Enteignung. Bei der Bank of Ireland haben Firmenkunden seit August schon zehn Milliarden Euro abgezogen haben. Die Rettung der irischen Banken  treibt die staatliche Neuverschuldung Irlands in diesem Jahr auf 32 Prozent der Wirtschaftsleistung - mehr als zehn mal so viel wie von der EU erlaubt. Falls am Ende der jetzigen Rettungsgespräche zum Bankrott Irlands entschieden wird, dass Irland für längere Zeit aus dem Anleihenmarkt herausgehalten werden muss, wird der entsprechende Sanierungsbedarf um die 100 Milliarden Euro betragen. 
(Blogpost basierend auf "Spiegel online")

Freitag

Jesus, Rio, Swiebodzin

Quelle: tagesspiegel.de





Die flotte Kellnerin Iza in der Kneipe "Graffit" wippt im Pop und hat die Sache mit der weltgößten Jesus-Statue durchschaut:


"In Rio blickt Jesus aufs Meer hinaus und auf die Stadt. Bei uns in Swiebodzin auf den Supermarkt, das Schwimmbad und unser Restaurant."


Es gibt auch in den höheren Etagen der architektonischen Spiritualität kleine feine Unterschiede. 


(Quelle: FTD 19.11., S.29)

Ach wie gut dass jeder weiß, dass ich nicht Hellas, Eire, Portugal, Espagna oder Italia heiß

Eurointelligence News Briefing erklärt uns heute morgen das lustige Rumpelstilz-Reversi-Spiel bei den PIIGS:


"We picked up this statement by Elena Salgado, who said she saw no reason to compare Spain with Ireland and Portugal. So Ireland says it is not Greece. Portugal says it is not Ireland. Spain says it is not Portugal. And who knows, Italy may soon tell us that it is not Spain."

Entlarvt die sogenannten Wirtschafts-"Experten"

Zitat am Frühstückstisch
(aus der Kolumne von Thomas Fricke "In den Knast ihr Schluderer" in der heutigen FTD auf S. 31)

Donnerstag

Ciao Teuro - benevuto Neuro e Sudoru

Der Euro war ein doppeltes Fehlprodukt: 

1) Es war eine Schönwetter-Währung. Niemand hatte irgend einen Plan damals bei seiner Einführung, was mal werden würde, wenn Europa - wie jetzt ja ganz offensichtlich - in wirtschaftliche Turbulenzen geraten würde, 

2) Es wurden Staaten zusammengeschirrt, deren Wirtschaften völlig divergierten und die deshalb auch keine unisono Wirtschaftsinteressen hatten. Beides rächt sich jetzt fulminant.

Verschärft wurde diese Mißkonstruktion noch dadurch, dass Griechenland illegal - politisch gewollt aber wirtschaftlich unsinnig - in den Euroraum aufgenommen worden ist: durch massive Statistiklügen, vor denen Paris und Berlin - gegen ausdrückliche Warnungen von Wirtschaftswissenschaftlern - absichtlich die Augen verschlossen haben. 



Griechenland ist ein absurd hochgerüstetes und militarisiertes Land, das seine Sanierung bequem ohne den deutschen Steuerzahler betreiben könnte wenn es endlich sein aberwitzig aufgeblähtes Militär abrüsten und seine Mega-Armee zum produktiven Arbeiten in die Wirtschaft schicken würde. Wenn die Griechen schon jetzt immer so wohlfeil und laut nach sog. "Solidarität" rufen: Warum waren sie denn zehn Jahre lang im Euroraum uns gegenüber selber so unsolidarisch mit ihren Steuerbetrügereien und einem korrupten Gesellschaftswesen? Diese Mißwirtschaft und dass Beamte in Athen in einem Alter in Rente gehen, von dem wir hier nur träumen können - das sollen wir jetzt bezahlen? Sieht so die griechische "Solidarität" aus?

Der ESFS kann gerade noch die Irland-Pleite sanieren, aber dann ist rien ne va plus, wenn - das zeichnet sich ja ab - Portugal, Spanien, Italien, man spricht auch schon von Belgien, in die Pleite geraten. So viel Sanierungsgeld kann niemand, weder Frankreich noch Deutschland irgendwie aufbringen.

Besonnene Staatsinsolvenzen und die Wiedereinführung alter Währungen sind keine Schande - beides hat Südamerika vor 30 Jahren gut aus den wirtschaftlichen Katastrophen dortige Länder herausgeführt. Wenn der Drachme wieder in vernünftiger Relation zur DM steht und Hellas nicht auf künstliche hohem Euro-Niveau agiert, bekommt die griechische Wirtschaft wieder gute Wettbewerbsvorteile, die der Euro in Griechenland zur Zeit verhindert. 

Und wenn schon nicht die komplette Beendigung der Eurozone, dann aber wenigstens einen getrennten "Neuro" für D, FRA und Benelux und einen "Suduro" für die Rest-PIIGS und die beiden Nachfolge-Euros dann in einem realistischen Wechselkurs zueinander, nicht politisch künstlich und unrealistisch uniformgetrimmt. 



Vor dem Euro funktionierte Europa prima, es gab keinen Krieg, und jeder bekam den Lebensstil den er wollte - der Grieche halt mehr siesta als der Engländer und die Österreicherin sparsamer als die Polin. Seit dem Euro fings mit Zwangs-Verteuerung beim Kaufen bei uns an und jetzt sollen wir auch noch für die PIIGS blechen. Der Euro war ein neues Instrument, damit die Wirtschaftsakteure, speziell in D und F eine weitere intensivere Profitmaximierungsrunde eröffnen konnten. Hier lohnt sich ein Blick in die 
Analysen von Marx oder - wer´s moderner haben will: von Niklas Luhmann. 

Und wer jetzt moralisch argumentiert, dass wir mit dem Euro die PIIGS unterstützen müssen: Warum dann nicht gleich den Welt-Euro einführen - eine gemeinsame Währung mit der wir mit Somalia, Indonesien, Chile zwangsweise verbunden werden, Länder, denen es weitaus dreckiger geht als den PIIGS. Ich bin durchaus für Hilfe von Reich nach Arm, mein ganzes Berufsleben drehte sich um diese ethische Transferperspektive, aber nicht mit falschen monetären Instrumenten.

Die Worte "Währungsreform" und "Geldabwertung" sind jetzt nicht länger mehr Begriffe aus der historischen Mottenkiste der 20er Jahre, sonder leider sehr reale Bedrohungen. Und gegen den Zulauf, den nationalpopulistische Parteien bei einer deutschen Währungsreform rechts von der CDU bekommen werden, dagegen ist die jetzige NPD nur eine Marginalie. Über die gesellschaftlichen Verwerfungen in Deutschland, wenn es zum finanziellen crash auch bei uns kommt und die SparerInnen ihre Sparbücher getrost verbrennen können, weil die endgültige, quasi euro-kapitalistische Blase geplatzt ist, davon werden dann die späteren Geschichtsbücher schreiben. Die jetzige Euro-Mania ist strukturell-argumentativ das gleiche Mantra, mir der man uns die Atomkraft als "total sicher" verklickern will. Schluß mit dem Euro-Wahn!

Der gehaltvolle geografische Blog Geozentrale hat kürzlich eine instruktive Einführung in das Thema "Nachhaltige Stadt" gepostet. Nachfolgend der Start des lesenwerten Posts.



DIENSTAG, 16. NOVEMBER 2010

Was ist eine nachhaltige Stadt?

von Simon Argus

Nachhaltigkeit ist in aller Munde - auch in der Stadtentwicklung bemühen wir uns um die nachhaltige Stadt. Doch was ist das eigentlich? Auf welchen Grundlagen basiert der Begriff "Nachhaltigkeit" in einer urbanen Umgebung? Und wie messe ich Nachhaltigkeit? Viele Fragen und keine eindeutigen Antworten. Einige wissenschaftliche Ansätze zur Nachhaltigkeit in Städten stellt die Geozentrale hier vor. 

Ein neuer Tag - die Euro-Krise geht weiter - und keiner weiß wohin




Zusammenfassung aus den heutigen Ausgaben von Eurointelligence News Briefing / Financial Times Deutschland online / Financial Times UK online:

Irland kollabiert! So kommt es, wenn die Politiker vor einem Problem die Augen verschließen = es wächst ihnen übern Kopf:

Die Anleger verlassen das sinkende Irland-Schiff: Geschäftskunden ziehen stündlich horrende Gelder aus ihren irischen Bankkonten ab. Bereits im Sommer waren es 600 Millionen Euro, jetzt kommt es noch massiver, weil die Kunden keinerlei Vertrauen mehr in den irischen Banksektor haben.

Der Irische Banksektor ist vor dem kompletten Bankrott.

Die Rettung der irischen Banken würde 100 Milliarden Sanierungsgelder kosten = die Hälfte! des gesamten Irischen Bruttosozialproduktes...

Dennoch tönt der irische Finanzminister immer noch lauthals: "Die irischen Banken haben überhaupt kein Problem..."


Wenn die Irischen Banken kollabieren, gibt´s eine europaweite Bankenkrise.

Irland muss sich entscheiden zwischen Zahlungsfähigkeit seiner Banken oder Zahlungsfähigkeit des irischen Staates überhaupt, und vor der Frage werden bald auch die anderen PIIGS stehen.

Beim heutigen Krisentreffen gehts zwischen Irland und der EU nicht mehr darum, ob Irland sich sanieren lassen muss, sondern nur noch um das Wie = Wie die irische Regierung mit kosmetischer Gesichtswahrung aus ihrem Schlamassel rauskommt und wie sie dabei europäisch gepampert werden soll. Also: die Katastrophe ist unsausweichlich, bleibt nur noch die Frage ihrer marketing in der Öffentlichkeit.

Zur gleichen Zeit verheddern sich die irischen Politiker immer mehr: Zunächst wollten sie uns glauben machen, dass Irland strukturell reformiert sei. Seit neustem wollen sie nun die Anleger damit begöschen, dass sie strukturelle Reformen in Aussicht stellen. Ja, was denn nun?

Und ausserhalb von Irland geht es ähnlich weiter: Die Finanzkrise hat nun auch Portugal voll erfasst. Schon strauchelt das Land am Anleihenmarkt. Wenn das so weitergeht, droht auch für Portugal Bankrott-Gefahr


So verwundert die glasklare Zusammenfassung der FTUK nicht:
Die Eurozone ist immer noch nicht bereit, sich aus ihrem katastrophalen Teufelskreis zu befreien: Dass nämlich Staaten wie Frankreich und Deutschland Geld an die PIIGS ausleihen, so dass die Banken der PIIGS gerettet werden können, damit dadurch dann wiederum die Banken in Frankreich und Deutschland keine Verluste erleiden müssen. 




Mittwoch

Wie wir an der irischen Pleite dranhängen

Übernimmt sich die EZB?

Geld pumpen wird für die PIIGS immer teurer

Das irische Faß ohne Boden

Irland macht die Euro-Zone kaputt

Immer noch meint Irland, seine dramatische Finanzkrise im Alleingang meistern zu können und ignoriert damit alle Sturmsignale in der Eurozone. Damit gefährdet Irland die Euro-Zone insgesamt und stürzt die internationalen Finanzmärkte in schwere Turbulenzen. Noch immer weigert sich der irische PM, die mit einer Hilfe des EFSF einhergehenden dringend notwendigen Etatkürzungen zu akzeptieren, nur weil er keinen Mumm hat, seiner Bevölkerung die katastrophale wirtschaftliche Wahrheit seines Landes zu sagen. Ähnlich bockig ist Portugal, dem das finanzielle Wasser auch bis zum Hals steht. Und die übrigen PIIGS schlingern auch schon im Pleite-Fahrwasser. 

Ein Lichtblick, dass Schäuble jetzt doch mal Klartext gegen Griechenland geredet hat. Wo war denn die von Papandreou jetzt so wohlfeil angemahnte Solidarität damals, als Griechenland willentlich seine Statistiken gefälscht und uns hinters Licht geführt hat, um in die Eurozone zu kommen, wohin es nach seinem Wirtschaftprofil nie hätte kommen dürfen? Jetzt haben wir das Ergebnis: Panik auf allen internationalen Finanzmärkten, die jetzt sogar auf die bisher noch resistenten Aktienmärkte übergegriffen hat. Wann kommt Irland und die anderen PIIGS endlich zur Vernunft? So kann es nicht weitergehen! 
(Blogpost basierend auf einer detaillierten Analyse der FTD heute auf Seite 1)

Dienstag

Irlands Haushaltsdefizit-Katastrophe - wo wird das noch enden?

da hilft kein Schönreden mehr:


Eurozone-Krisen-Update von heute 9.30 Uhr

Was nicht in deiner Lokalzeitung steht:


Deutschland will, dass Irland den EFSF anzapft, weil deutsche Banken so viel in Irland investiert haben.

Mit seinen Horrorszenario "Ende der Eurozone" will Portugal nur von seinem eigenen Wirtschafts-Mißmanagement ablenken. 

Das eigentliche Problem Irlands ist die totale blinde Unterstützung der irischen Bankeneigner durch die irische Regierung, was konkret ein ganz massives Risiko für die/den irischen SteuerzahlerIn mit sich bringt.

Unverständlich bleibt, warum die PIIGS, obwohl Griechenland und Irland faktisch bankrott sind, sich nach wie vor weigern, ein geordnete Insolvenz-Verfahren einzuleiten, mit dem z.B. Pakistan, Ukraine und Argentinien auch ihre Finanzkrisen erfolgreich überwunden haben.

Zum ersten Mal gerät Frankreichs Schulden-Wirtschaft ins Visier kritischer FinanzanlytikerInnen: Frankreichs Schulden gegen Zahlungs-Ausfall zu versichern, kostet inzwischen mehr als die von Chile oder Malaysia... 

(Blogpost basierend auf: Eurointelligence Daily Briefing - 16 November 2010)

Sanierung der PIIGS? Ein unerreichbares Ziel

Da war doch mal was? Als unsere D-Mark abgeschafft wurde, wurden wir von unseren PolitikerInnen geködert, der neue Euro sei genauso superstabil als die deutsche Währung. Ludwig Erhard würde sich im Grabe umdrehen, wenn er auf die untere Tabelle blicken müsste. Stabilität in der Euro-Zone - kein relevantes Wort mehr. 





Quelle: FTD 16.11.10

Irlandpleite: Newsflash von heute 8 Uhr


Eigentlich ist der EFSF nur für Staaten gedacht. Aber weil das große Problem Irlands seine kaputten Banken sind, stellt sich hier die EFSF-Frage anders. Im September musste die Regierung in Dublin die Allied Irish Bank retten. Zuvor haben ängstliche internationale Kunden rund 10 Milliarden Euro von Firmenkonten abgezogen und die EZB musste bereits über 100 Milliarden Euro an irische Banken ausleihen. Damit wird die Neuverschuldung Irlands in diesem Jahr auf sag und schreibe 32 Prozent hochschnellen.

Wenn da der Irische Finanzminister noch von "beherrschbarer Krise" tönt, ist das schon mehr Realitätsblindheit als Zweckoptimismus. Je länger Irland zögert, seine massive Finanz-Krise endlich einzugestehen und sich an die Kandare vom EFSF zu begeben - von 80 Milliarden notwendigen Euros ist dabei die Rede - umso gnadenloser werden die Anleger auf den Bankrott Irlands zu spekulieren. Damit droht ein Domino-Effekt, dessen Ausgang mehr als ungewiss ist. Nicht nur die portugiesische Presse spricht schon davon, ob Portugal die Eurozone verlassen wird. Auch in Spanien wird diese mittlerweile in der Öffentlichkeit unverblümt diskutiert. Kommt also das Ende der Eurozone? Den Blogger verwundert das nicht, denn genau das hat er prognostiziert, als Griechenland im Sommer bankrott ging.


In Griechenland stehen die Dinge weiterhin schlecht. Die EU-Statistiker haben das griechische Haushaltsdefizit gegenüber den Angaben von Athen auf nun schon 15,4 Prozent hochkorrigieren müssen. Mit Finanzmathematik haben es die Griechen offenbar nicht so sehr, es sei denn als sie ihre Finanzen damals schönfärbten, um - quasi illegalerweise - in die Eurozone kommen zu können. Dazu noch eine Erhöhung des griechischen Staatsbudget-Defizits auf über 9% der griechischen Wirtschaftsleistung. Vielleicht bekommt Hellas doch noch Geschmack an der Wiedereinführung seiner lieben Drachme.

Irlands Problem = Europas Problem / **** Newsflash zur aktuellen EU-Krise ***



Stichwortartig der neueste Stand in der PIIGS Krise:

Irlands Regierung weigert sich weiter, den EFSF anzuzapfen, obwohl ihm das Wasser bis zum Hals steht. Bis zur heutigen Sitzung der Euro-Gruppe muss es sich dafür entscheiden; sonst geraten die internationalen Finanzanleger in unkontrollierte Panik.

Ab dem Canossa-Gang nach Bruxelles muß Irland mit ähnlich harten Auflagen für seine Wirtschaft rechnen wie schon früher Griechenland.

Die Skepsis Finnlands zur Aktivierung des EFSF wiegt schwer, weil Finnland dazu seine Zustimmung mit parlamentarischer Vertrauensfrage verbinden muss.

Die Besorgnis der EZB über Irland zeigt sich, dass die Bank in der vergangenen Woche stattliche 1073 Millionen Euro gekauft (in der Woche davor nur 711 Millionen).

Portugal gibt zu, dass es auch bald den EFSF bemühen muss. Die portugiesische Presse stellt außerdem zum ersten Mal den Verbleib in der Eurozone infrage und fragt, ob Deutschland vielleicht ein Interesse hat, dass die PIIGS die Eurozone verlassen sollen.

An der Irlandpleite entzündet sich ein genereller EU-Streit, ob Banken beim Bankrott von Staaten in Haftung genommen werden sollen.

Merkel stützt ihre selbstbewusste Rolle in Europa auf den derzeitigen Exportboom Deutschlands in Asien und anderen emerging countries


(Quellen: FTD vom 16.11., Berichte von German-Foreign-Policy.com und dem Centre for European Reform)

Montag

Irland - was passiert morgen?


Dementis helfen nicht mehr. Schon morgen muss Irland vielleicht den ESFS anzapfen, nachdem der Euro heute seine Talfahrt fortgesetzt hat. Auf psychologische Rücksichtnahme kann Irland nicht mehr rechnen, seitdem klar ist, dass es sich nicht mehr aus eigener Kraft finanziell befreien kann. Da helfen alle markigen Sprüche seines PM auch nix mehr. Und natürlich gibt es längst Gespräche zwischen Dublin und Bruxelles, um das Unvermeidlich zu operationalisieren. 60 Milliarden Euro werden es schon sein müssen, die wir Steuerzahler an die Insel abdrücken müssen, damit sie nicht völlig pleite geht. Gelähmt ist sie schon lange, aber jetzt greift der Domino-Effekt: Seit 14 Tagen gehen die Anleihenkurse der PIIGS auf rasante Talfahrt. Und niemand kann mehr ausschließen, dass die Panik der Anleger über die irischen Nahe-Bankrott-Zustände rasch auf die Anleihenmärkte der anderen PIIGS übergreift.

(Post basierend auf einen Artikel von André Kühnlenz im newsupdate der FTD am 15.11.10, 17h)

Das Ende des Euro - keine Katastrophe sondern Befreiung




Wer die Überlebensfähigkeit des Euro anzweifelt, wird oft als unsolidarisch gegenüber den europäischen Peripheriestaaten verschrien. Dass aber eine Rückkehr zu Einzelwährungen sowohl Deutschland und Frankreich wie auch den PIIGS gleichermaßen Vorteile bringen würde, wird dabei ausgeblendet. Christopher Smallwood vom Thinktank "Capital Economics" ist genau diesem Aspekt intensiver nachgegangen. Capital Economics hat dem "Unbequemen Blog" freundlicherweise seine Analyse kostenfrei zur Verfügung gestellt, der Smallwoods Thesen, die er im Juli diesen Jahres unter dem Titel "Warum die Euro-Zone auseinanderbrechen muß" aufgestellt hat, nachfolgend zusammenfasst.


Das drohende Auseinanderbrechen der Euro-Zone, das von vielen als eine Katastrophe gesehen wird, wäre stattdessen ein Tor zu neuem wirtschaftlichen Wachstum, nicht nur für die schwächeren Mitglieder der Zone, sondern für Europa als Ganzem. Zur Zeit gehen die PIIGS einer jahrzehntelangen wirtschaftlichen Depression und Deflation entgegen, wo doch die Befürworter des Euro die neue Währung als Garant für mehr Wirtschaftswohlstand empfohlen haben. Die massive Höhe des öffentlichen Schuldenstands in der Eurozone ist schon problematisch genug. Aber nun kommt noch der enorme Anstieg an Kosten und Preisen bei den PIIGS im Unterschied zu Frankreich und Deutschland hinzu. Damit können die PIIGS überhaupt nicht mehr mit den starken Euro-Länder konkurrieren, was zu ernormen Leistungsbilanz-Defiziten bei den PIIGS führt. Der Abbau der PIIGS-Staatsdefizite allein genügt aber nicht. Nur eine Deflation von Kosten und Preisen ist wirksam. 


Das zweite Problem ist, dass sich Deutschland trotz seines riesigen Handelsüberschusses weigert, seine wirtschaftliche Binnen-Nachfrage zu steigern. So fällt die ganze Last der Anpassung auf die PIIGS. Solange die Euro-Zone weiterhin nach diesen Regeln funktioniert, wird es auf Jahre hinaus massive wirtschaftliche Probleme in der Euro-Zone geben.
Wenn sich die PIIGS jedoch vom Rest der Euro-Zone abkoppeln, würde der Wert die PIIGS-Währungen erheblich sinken, was ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und ihnen Exportwachstum bringen würde. So würden sie ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch Wachstum, nicht durch wirtschaftliche Depression lösen können. Allerdings würde auch dann noch die Rest-Eurozone weiterhin von Deutschland beherrscht werden.




Aber wenn alle Länder wieder zu ihren nationalen Währungen zurückkehren, ist der wirtschaftliche Vorteil für Deutschland enorm. Die wiedereingeführte D-Mark wäre stark, Deutschland würde seinen massiven Handelsüberschuss abbauen, seine Binnennachfrage steigern und wäre nicht mehr verpflichtet die PIIGS zu sanieren. Deutschland würde einen eindrucksvollen Job-Markt mit sinkenden Preisen aufweisen. Statt seines großen Außenhandelsüberschusses, der dem deutschen Vebraucher keine Vorteile erbringt, würde dann der Lebensstandard der deutschen Haushalte erheblich steigen.
Nur die Wiedereinführung der D-Mark würde eine ausgeglichene deutsche Wirtschaft ergeben (die in der Euro-Zone unmöglich ist)Und Deutschlands Handelspartner würden wieder an Wirtschafts-Wachstum gewinnen, weil die neuen Wechselkurse ihnen Wettbewerbsvorteile erbringen und ihnen den großen deutschen Markt öffnen würden. Dies ist die beste Option für Europa. Aus Gründen der künftigen wirtschaftliche Gesundung und eines nachhaltigen Erfolges der Europäischen Union muss nach Christopher Smallwoods Argumentation die Euro-Zone beendet 

Christopher Smallwood ist Mitarbeiter von "Capital Economics". Zuvor war er Group Economic Adviser bei Barclays plc and Economics Editor der Sunday Times. 

Eurozone - quo vadis? Zwischenbilanz nach fünf Monaten

Der Blogger hält inne. Vor rund fünf Monaten hat er mit dem Unbequemen Blog begonnen. Damals aus Ärger, dass seine Kritik am unsolidarischen Sich-Einschmuggeln Griechenlands (mit Fälschungen seiner Wirtschafts-Statistiken und völlig unsoliden Stabilitäts-Versprechen) nicht in den mainstream Medien abgedruckt wurde. Wie gut, dass im Internet-Zeitalter jedeR seinE eigenerR JournalistIn sein kann. Was ist der Blogger damals beschimpft worden als Schwarzseher, Greece-Basher, Pessimist, der den anderen die Lust am Leben und fröhlichem Konsum-Tralala näme. 


Ja, wenn Untern-Teppich-Kehren und Weggucken, Die Augen Verschließen und Nur die appeasement-Lokalzeitungen lesen zur informationellen Richtschnur wird, dann kann man natürlich unbequeme Wahrheiten nur als nationale Nestbeschmutzung bewerten. Aber so gings ja Tucholsky und Quidde früher auch. Jemand denunzierte mich sogar, ich sei "menschenverachtend" in meiner Kritik. Über so viel Ignoranz haben nicht nur ich, sondern viele andere Blog-LeserInnen auch ihre Köpfe geschüttelt. Das wird den Unbequemen Blog nicht aufhalten, konsequent und beharrlich gegen das Motto der berühmten drei Affen

vorzugehen, gegen das feige "Nichts hören, nichts sehen, nicht reden".

Soll der Blogger sich nun freuen oder traurig sein, dass in diesen Tagen seine Prognose eintritt, dass die Eurozone nur für wirtschaftliche Schönwetterperioden taugt, aber in einer Wirtschaftskrise zerbröselt? Nach Griechenland taumelt nun schon das 2. PIGS-Land in die Polypenarme des ESFS, und Portugal, Spanien, Italien - ja man spricht sogar schon von Belgien (siehe post hier im Unbequemen Blog) und UK - stehn bereits in der Bruxelles-Warteschlange. Und das alles von unseren Steuergeldern, wo hier die Krippenplätze fehlen, ein Kassenpatient zwei Monate auf einen Arztermin warten muss, und auf den Bahnhöfen immer mehr Arme sich mit Pfandflaschen-Sammeln am Leben halten müssen. Ist das noch das Sozialstaats-Gebot in unserer Verfassung, an das sich unsere PolitikerInnen, wenn sie das Grundgesetz noch ernst nähmen, eigentlich halten müssten?


Da kann der Blogger leider nur noch zynisch den alten Kölner Karnevalsreim zitieren:


"Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt?
Wer hat so viel Pinke-Pinke, wer hat soviel Geld?"


Was die Prognose des Unbequemen Blog, die genau das im Sommer vorausgesagt hat, was jetzt mit Irland passiert und demnächst noch mit den anderen PIGS passieren wird, mit Schwarzseherei oder Pessimismus zu tun hat, das mögen die nun 9000+ LeserInnen dieses Blogs selber beurteilen.    

Irland ist k.o., will aber weiter boxen

Eurointelligence Daily Briefing vom 15.11.2010 behält kühlen analytischen Kopf im Wirrwarr der Irland-Krise, bei der übers Wochenende die Telefondrähte glühten und sich die Spekulationen überschlugen: 


Noch will Irland die bittere Wahrheit seiner Pleite nicht einsehen, aber seine Kapitulation vor dem  EFSF scheint unausweichlich. Noch will dieses Land nicht die bitteren Pillen schlucken, die der EFSF ihm aufoktroyieren wird, wenn es den Canossa-Gang nach Bruxelles gehen muss, wie z.B. ein massives Erhöhen seiner lächerlich niedrigen Körperschaftssteuer. 


Aber für die finanzanalytischen insider und den BBC ist die Frage schon gar nicht mehr, ob Irland zum EFSF gehn muss, sondern nur noch wann - heute, morgen, nächste Woche? Bestimmt bis Ende November. Da wird es auch nicht helfen, dass Irland jetzt noch aus gekränkter Eitelkeit eine EFSF-Hilfe als nationale Rufschädigung ablehnt.


Was tönte der Leiter des EFSF, Klaus Regling noch vor knapp sechs Wochen: Es sei "unwahrscheinlich", dass in den kommenden Jahren ein Land einen Antrag auf EFSF-Finanzhilfe stellen würde. Ist da eigentlich der richtige Mann im richtigen Job?