Dienstag

Gute Nachrichten

Buchvorstellung

Gute Nachrichten!


Wie Frauen und Männer in aller Welt Gewalt beenden 


Gute Nachrichten! – klingt das nicht ein wenig naiv, angesichts der aktuell über 30 bewaffneten Konflikte weltweit? Wir finden nicht. Bei dem Buch "Gute Nachrichten! Wie Frauen und Männer weltweit Kriege beenden und die Umwelt retten" geht es den Herausgeberinnen – der Heinrich-Böll-Stiftung und Dr. Ute Scheub - weder um das Schönreden noch um das Wegschauen oder gar um das Verweigern internationaler Verantwortung. Wir wollen uns vielmehr der Logik der „bad news“ widersetzen und mit den 33 Reportagen aus der ganzen Welt exemplarisch zeigen, dass Veränderungen auch zum Positiven möglich sind. So portraitiert das Buch Akteurinnen und Akteure, die fest entschlossen sind, Missstände wie Gewalt, Missachtung von Menschenrechten, Ungleichheit von Frauen und Männern, Mangel an Demokratie, Armut oder Umweltzerstörung zu beenden. Es sind Menschen, die den Mut aufbringen, für ihre Visionen zu kämpfen und Veränderungen anzustoßen. Es ist kein Zufall, dass die meisten Geschichten von Frauen handeln. Ähnlich wie „bad news“ dominieren die Gesichter von Männern unsere Nachrichten. Das Engagement von Frauen bleibt im Verborgenen und damit auch ihr enormes friedenspolitisches Potenzial. Auch bekommen wir wenig von jenen Männern mit, denen weder an der Aufrechterhaltung ihrer Machtposition noch an der verbissenen Verteidigung traditioneller Rollenbilder liegt. Das Buch "Gute Nachrichten!" bietet viele Beispiele dafür, wie eine Veränderung von Geschlechter- und Machtverhältnissen positive Auswirkungen hat und Frieden dauerhaft sichern kann.
Das Buch: 
Gute Nachrichten!
Wie Frauen und Männer weltweit Kriege beenden und die Umwelt retten.
Hrsg. von der Heinrich-Böll-Stiftung und Ute Scheub
1. Auflage, Berlin 2012, zahlreiche Photos
176 Seiten; ISBN 978-3-86928-092-9

Das Buch ist bei der Heinrich-Böll-Stiftung (buchversand@boell.de und www.boell.de) erhältlich.

Dienstag

Der Euro: Rettung oder Abgrund?


Hans-Werner Sinn: Die Target-Falle
417 Seiten, Euro 19.90, Carl Hanser Verlag

Produkt-InformationHans-Werner Sinn lehnt weder die EU noch den Euro ab. Aber er ist ein nachdrücklicher Kritiker der bisherigen offiziellen Euro-Rettungsaktionen. In seinem neuesten Buch weist er auf eine, in der Öffentlichkeit bisher weitgehend unbekannte Gefahr durch die Euro-Krise hin: Der Umfang der sog. "Target-Kredite", deren Rückzahlung völlig ungewiss ist, stellt die offiziellen Rettungskredite für die Staaten der Südeuropa-Peripherie weit in den Schatten. 
Bildquelle: voxeu.org
Sinn thematisiert in seinem Buch zweierlei: Er erklärt, was die Target-Kredite sind und verweist auf ihre Gefahren. Zunächst zeigt er, dass die Einführung des Euros nicht aus einer einheitlichen europäischen Interessenlage heraus erfolgte. Zwischen Deutschland und Frankreich war sie eine Kompensation für die deutsche Wiedervereinigung. Für die südeuropäischen Länder hingegen war der Euro die Möglichkeit, die Zinslasten für ihre Staatsschulden zu senken und eine Basis für ein - leider unsolides - Wirtschaftswachstum, vor allem im Immobiliensektor zu bekommen. Die niedrigen Zinsen wiederum waren keine Motivation zum Sparen sondern zum noch mehr Schulden Machen. 

Daran änderte auch der sog. Stabilitätspakt nichts, durch den die Defizite der EU-Länder begrenzt werden sollten. Entgegen des Plans wurde in der Realität die vereinbarte Defizit-Marge bis 2011 in 120 Fällen überschritten, ohne dass die jeweiligen Staaten zur Rechenschaft gezogen wurden. Von wem auch? In der Versammlung der Finanzminister der EU-Länder, die eigentlich darüber hätte entscheiden müssen, saßen ja die Verursacher selber....  

Die Euro-Krise und damit verbunden auch die für Sinn (und andere) so bedenklichen EZB-Interventionspolitik begann, als die amerikanische Finanzkrise die europäischen Banken erreichten. Damit war die Zeit der niedrigen Zinsen für die Banken und Staaten der europäischen Peripherie vorbei. Die Blase war geplatzt. Nun hatten die peripheren Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit verloren, mussten sich riesige Kreditmittel aus dem Ausland beschaffen, die aber nicht mehr zu niedrigen Zinsen zu bekommen waren. 

Wenn also der Kapitalmarkt nicht mehr zur Verfügung stand - wer finanzierte dann die Leistungsbilanzdefizite Südeuropas? Der Retter war - das mag für manche LeserInnen überraschend sein - die Europäische Zentralbank. Mittels des Kaufs von Staatspapieren der Krisenländer in großem Umfang und mittels Refinanzierungskredite für deren Geschäftsbanken intervenierte die EZB massiv, als die Kurse der Staatsanleihen in Südeuropa ins Trudeln gerieten. (Sinn weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es im strengen Sinne natürlich nicht "die EZB" war, die da gehandelt hat, sondern die entsprechenden nationalen Zentralbanken). Mit diesen Interventionen wurde eklatant gegenüber Artikel 123 des AEUV verstoßen, der den Zentralbanken eindeutig eine Monetisierung der Staatsschulden verbietet (sogar der damalige Bundespräsident Wulff hat dieses Vorgehen der EZB damals kritisiert!). 

Während der Kauf von südeuropäischen Staatspapieren durch die Zentralbanken wenigstens eine gewisse öffentliche (wenn auch letztlich leider nur folgenlose) Kontroverse induzierte, ist die Refinanzierung der Geschäftsbanken durch die EZB in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen worden. Besonders gefährlich wurde diese Refinanzierungsstrategie dadurch, dass die Anforderungen an die Sicherheiten für diese Kredite seit 2008 ständig abgesenkt wurden. 

Und weil die Zentralbankkredite im Umfang ihrer Kreditgewährung über das Maß hinausgingen, die für die Geldversorgung in den jeweiligen Ländern nötig waren, entstand eine Überlauf an solchen Krediten, die von der Wirtschaft der Länder benutzt wurden, um im Ausland Güter und Vermögensobjekte zu kaufen und Schulden zu tilgen, dokumentiert in den sog. "Target-Salden". ("Target" nennt sich das Zahlungssystem, über das internationale Zahlungen zwischen Banken im Euroraum abgewickelt werden).  So halten sich die Peripherie-Länder mit massiven "Überziehungskrediten" über Wasser. Politisch brisant ist an diesem Vorgang, dass die Target-Kredite - anders als die anderen diversen Rettungsschirme - ohne Beteiligung der nationalen Parlamenten gewährt wurden.

Die ständig abgesenkten Sicherheitsanforderungen an die Refinanzierungskredite haben es den Peripherie-Ländern ermöglicht, sich ihre Überziehungskredite quasi unbegrenzt selbst zu genehmigen. Sie lassen ihre Schulden einfach bei den Zentralbanken des Nordens anschreiben; ausgleichen müssen sie nicht, und der Kreditzinssatz von 0,75% ist vernachlässigbar. So stiegen die Targetschulden in den Peripherie-Ländern stetig an und belaufen sich mittlerweile auf knapp 900 Mrd. Euro. Da die Südeuropa-Länder auf absehbare Zeit nicht in der Lage sind, diese Schulden zu begleichen, ist die Bereitstellung immer neuer Rettungsschirme wahrscheinlich.

Gibt es einen Ausweg aus dieser Target-Falle? Sinn verweist auf die USA, wo es keine Vergemeinschaftung der Schulden zwischen den Einzelstaaten gibt und - vielleicht noch wichtiger - die Targetbilanzen jedes Jahr ausgeglichen werden müssen; ein beliebiges Ansteigen der Targetsummen ist also nicht möglich. Es bleibt abzuwarten, ob die europäischen PolitikerInnen für ein Umdenken in diese Richtung motiviert sind. 

Sinn selber ist pessimistisch, was die Zukunft des Euro-Projektes betrifft: Je mehr Schulden sich anhäufen, je grösser die Kluft zwischen Schuldnern und Gläubigern wird, umso mehr droht auch das Ziel des gesamten Europa-Projektes zu scheitern: ein Europa des Friedens und gegenseitigen Vertrauens.

Ein nicht leicht zu lesendes Buch, aber mit viel Sachkenntnis und Engagement zum Detail geschrieben. Im Anmerkungsapparat überzeugt besonders, dass die meisten Referenzen gleich als Internet-Link erscheinen und somit schnell vom Leser zur vertieften Lektüre herangezogen werden können.

Leiser, leichter, einfacher und effizienter

Die heutige FTD berichtet über sechs neue energieschonende Ansätze in der Logistikbranche:


  • Hybridlok (DB Schenker)
  • Leichtlieferwagen aus recyceltem Plastik (UPS)
  • Elektro-Posttransporter (VW und DHL)
  • Leichtcontainer (aus Verbundwerkstoffen statt Aluminium)
  • Schiffsfrachter mit Erdgasantrieb
  • Energiesparreifen
Hybridlok
Quelle: zughalt.de




Montag

Deutschlands Sparkassen

en.wikipedia.org

In einer neuen Serie analysiert die FTD die deutschen Sparkassen: 



8. Oktober
> Weshalb das erfolgreiche Geschäftsmodell
der Sparkassen gefährdet ist

15. Oktober
> Wie die Sparkassen ihren Geldschatz
vor dem Zugriff der Kommunen hüten

22. Oktober
> Warum die Sparkassen so vehement
für ihre Einlagensicherung kämpfen

29. Oktober
> Wieso Sparkassen und Landesbanken
eine Schicksalsgemeinschaft bilden

5. November
> Weshalb die Lage außerhalb
Deutschlands so anders ist

NRW bremst Militär in Schulen aus

www.konfliktbearbeitung.net

Dienstag

Am Morgen


In den neuen Tag

Ab und an
sind morgens die Berge so hoch
die Knochen knirschen
und der Anlauf fällt schwer

dann denke ich an dich
Bruder in Pakistan
der im Wasser alles verlor

ich denke an dich
Schwester in Ruanda
und dein abgrundtiefes Leid

ich denke an dich
alter Mann in Afghanistan
der in Frieden leben wollte

ich denke an dich
kleines Mädchen in Indien
vor abertausend Teppichknoten

und ich sage mir
welch armselige Hügelchen
doch meine Problemberge sind
und ich breche auf

dankbar für den neuen Tag
© Maria Sassin

Montag

Goethe über das Lebens-Schach


"Die Natur hat uns das Schachbrett gegeben, aus dem wir nicht hinauswirken können, noch wollen, sie hat uns die Steine geschnitzt, deren Wert, Bewegung und Vermögen nach und nach bekannt werden; nun ist es an uns, Züge zu tun, von denen wir uns Gewinn versprechen."
( J. W. Goethe)

 

Freitag

Bike Aid Berlin


Das Team von Bike Aid Berlin sammelt Fahrräder, repariert sie unter
freiem Himmel und verschenkt sie an Flüchtlinge. Die freuen sich über die
neue Mobilität, aber auch über die Gemeinschaft beim Schrauben und
Ölen.



Mehr über diese Initiative unter: http://www.futurzwei.org/#323-bike-aid

Montag

Aktiver Einsatz für die Menschenrechte


Peace Brigades International (pbi)

ist eine Menschenrechtsorganisation, die durch die Präsenz internationaler Freiwilligenteams in Konfliktgebieten MenschenrechtsverteidigerInnen (MRV) begleitet. Die Schutzbegleitung und Advocacy-Arbeit schützt AktivistInnen und es werden Handlungsräume für den Frieden geschaffen.



Nach acht abgeschlossenen Projekten ist pbi derzeit in fünf Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas aktiv: MexikoGuatemalaKolumbienNepalKenia. In Indonesien und Honduras finden derzeit Erkundungsmissionen statt.

Montag

Auf der Webseite des BUND:

"Klimaneutral wirtschaften, integrierte Verkehrskonzepte durchsetzen, Innenstädte sanieren, anstatt weiter auf der Grünen Wiese zu bauen: Kommunen sind ein wichtiger Akteur für ein zukunftsfähiges Deutschland. Hier kann vor Ort lebensnah und praktisch gezeigt werden, was eine nachhaltige Politik mit guten Konzepten erreichen kann. Kommunen können wesentlich zur Umsetzung der Umweltziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie beitragen. Doch es geht um mehr als Umweltpolitik: Nachhaltigkeit heißt auch, dass Umwelt- und Sozialpolitik zusammengedacht und wirtschaftliche Fragen einbezogen werden. Im Idealfall entlastet mehr kommunaler Klimaschutz die knappen Haushaltskassen – und nicht umgekehrt."

Dazu hat der BUND die folgende Publikation herausgebracht, die auf seiner Webseite heruntergeladen werden kann: 

Broschüre "Zukunftsfähige Kommune – wie der BUND Nachhaltigkeit in die Stadt bringt"
Vorschaubild der Publikation
Drei Viertel der deutschen Bevölkerung leben in der Stadt. Der BUND trägt quer durch die Republik dazu bei, unsere Kommunen zukunftsfähiger zu machen. Sei es bei der Energieversorgung, ökologischer Lebensweise oder beim Artenschutz. Diese Broschüre enthält eine Sammlung von guten Beispielen, eine Auswahl von Aktivitäten und Projekten, die der BUND in Städten und Gemeinden gestartet hat.
Format: pdf, Größe: 1.37 MB

Samstag

Jugend


Man ist jung,
solange man sich
für das Schöne
begeistern kann
und nicht zulässt,
dass es
vom Nützlichen
erdrückt wird.
Jean Paul

Donnerstag

Elektro-Auto - do it yourself

Brandon Hollinger 
Revenger
Brandon Hollinger
in Lancaster (USA) teilt seine Erfahrungen im Konvertieren früherer Benzin-Autos in Elektro-Autos auf http://www.amprevolt.com/

under hood
Blick ins konvertierte Auto

Freitag

Zukunftsfähigkeit - das Modell Obere Altstadt in Minden

Der u.a. link führt zu einem schönen Bericht über die eindrucksvolle 40jährige Arbeit für Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in der Oberen Altstadt in Minden (Westfalen) und dessen Initiator und Vorsitzenden Falk Bloech.




FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit

Donnerstag

Die Unruheständler


In einer neuen Serie widmet sich die FTD dem demografischen Wandel – und insbesondere
den Folgen der älter werdenden Gesellschaft. 

reimann-blog.ch

Es wird beschrieben, wie Unternehmer und Manager umdenken lernen, neue Geschäftsideen werden erläutert und Firmen vorgestellt, die von dieser Entwicklung profitieren. 

Alle Serienteile sind nach der Veröffentlichung in der FTD auch online unter
www.ftd.de/unruhestand





6.8. Auftakt
7.8. Neue Aufgabe gesucht
8.8. Ü50-Partys
9.8. Begehrte Kunden
10.8. Rasant unterwegs
13.8. Modeschöpfer
14.8. Plötzlich relevant
16.8. Zum Abheben bereit
17.8. Doktorspiele
20.8. Gesund am Arbeitsplatz

Donnerstag

Wie Schäuble die Euro-Krise mißmanagt


Bildquelle: zimbio.com

MARIE-CHRISTINE OSTERMANN, Bundesvorsitzende des Wirtschaftsverbandes
Die Jungen Unternehmer, urteilt über die Arbeit von Minister Schäuble auf Seite 24 der heutigen FTD:
(Auszug)





"Die Vergemeinschaftung von Haftung
kommt nicht mit einem großen Vertragswerk, sondern intransparent und in kleinen Schritten. Auch hier wird Schäuble nicht als Bewahrer haushalts- oder
währungspolitischer Stabilität in Erinnerung
bleiben. Er legt vielmehr die Fundamente dafür, dass seine Nachfolger massiv und offen Steuererhöhungen betreiben dürften, um die Defizite aus all den bisherigen „Euro-Rettungen“ nachzufinanzieren.
Statt die Gläubiger und Anteilseigner
an den Verlusten Verlusten von Banken oder bankrotten Euro-Staaten zu beteiligen, müssen die Steuerzahler immer größere Risiken auf sich nehmen – und letztlich die Zeche zahlen."

Wie das Land verkauft wird

www.german-foreign-policy.com

farmlandgrab.com

Montag

Mittwoch

Windenergie ohne Subventionen

In der heutigen FTD auf Seite 10 eine story über einen marktreifen Windpark in Deutschland.

Freitag

Deutscher Afghanistan-Einsatz - den Krieg an der Heimafront vermitteln

www.german-foreign-policy.com

Deutschlands Soldaten in Afghanistan - nun als Comic

Wave and Smile

In seinem Comic "Wave and Smile" versucht Arne Jysch die Kriegsakzeptanz in Deutschland zu erhöhen. Hierzu eine kritische Rezension bei www.german-foreign-policy.com

Europa-Union = das Ende aller Probleme?



Thomas Fricke hat in der heutigen FTD große Zweifel: 




http://www.ftd.de/politik/europa/:kolumne-thomas-fricke-furchterregendes-wundermittel/70062789.html

Unbekanntes Olympia



Auf Seite 25-27 stellt die heutige FTD allerhand Lesenswertes aus der Olympia-Geschichte vor, was oft unbekannt ist: Superstars, vergessene Helden, tragische Gestalten. 


Z.B. wird ein Außenseiter-Sieg über 10.000 geschildert und über einen Segler geschrieben, der trotz Siegeschancen lieber einem gekenterten Konkurrenten half. Sehr lesenswert. 

Existenzgründungs-Führerschein


In der heutigen FTD ist auf Seite 15 ein Interview mit Andreas Schneider, der den Existenzgründungsführerschein für Schüler erfunden hat und Leiter der Existenzgründungsoffensive des Landes Sachsen-Anhalt ist.









Zum derzeitigen Verfahren beim Bundesverfassungsgericht

FT Alphaville » It’s hotter in Karlsruhe than you think

Donnerstag

Die menschlichen Wünsche

Was hatte man dem kleinen Mann nicht alles versprochen: Das Land Utopia, den kommunistischen Zukunftsstaat, das Neue Jerusalem, selbst ferne Planeten. Er aber wollte immer nur eins: ein Haus mit Garten


(Gilbert Chesterton)









Mittwoch

Der Euro im Zentrum des Sturms



Ein lesenswerter Vorab-Kommentar zum EU-Gipfel von Wirtschafts-Kolumnist Wolfgang Münchau in der heutigen FTD auf Seite 24 fasst zusammen:


"Was damals im Maastrichter Vertrag und später im Stabilitäts- und Wachstumspakt verklausuliert wurde, war eine Schönwetterkonstruktion, die einem gefährlichen Orkan nicht standhalten kann. Was wir jetzt haben, ist der perfekte Sturm. Die Krise kam mit dem Ende des schönen Wetters."

Dienstag

Mathiopoulos: Noch uneinsichtiger als Guttenberg

Plagiatsfall Margarita Mathiopoulos: Wieder ein böses Ende für eine Dissertation? - Forschung und Lehre - FAZ


m.faz.net

Gauck bleibt sich treu: Auch beim Militär





Auf die Rede von Gauck bei der Bundeswehr-Führungsakademie
(http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2012/06/120612-Bundeswehr.html)
gab es folgende Reaktion vom Versöhnungsbund:


Pressemitteilung des 
Internationalen Versöhnungsbundes - Deutscher Zweig
Schwarzer Weg 8
32423 

Offener Brief des Internationalen Versöhnungsbundes - Deutscher Zweig
an Herrn Bundespräsident Joachim Gauck


Minden, den 26. Juni 2012

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,

mit Entsetzen und Empörung haben wir Ihre Rede bei der
Führungsakademie der Bundeswehr am 12.6.2012 vernommen. 
Insbesondere sehen wir Ihre Rede sehr kritisch als eine Rechtfertigung und
Verharmlosung von Kriegseinsätzen an. Wir wollen und können uns nicht
damit abfinden, dass noch mehr (deutsche) SoldatInnen getötet werden
und auch andere Menschen töten, was Sie im übrigen nicht erwähnen.

Eine Gesellschaft in diesem Kontext als "glückssüchtig" zu bezeichnen,
finden wir sehr zynisch, da es nicht einfach um "Hedonismus" geht, von
dem Sie an anderer Stelle sprechen, sondern um die Würde und das Recht
auf Leben und Unversehrtheit, die jeder Mensch - egal ob als SoldatIn
oder ZivilistIn - besitzt. Über dieses Recht setzen Sie sich mit Ihrer
Rede hinweg, das ebenso für alle Menschen gilt wie z. B. für die
Menschen, die im September 2009 im afghanischen Kundus bei der vom
deutschen Oberst Georg Klein befohlenen Bombardierung getötet wurden.

Nach den neuen „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ des
Verteidigungsministers de Maizière gehört die Rohstoffabsicherung zu
den „nationalen Interessen“ (Quelle s. u.). Es geht also nicht um die
von Ihnen beschworene Freiheit, oder bedeutet Freiheit nach Ihrem
Verständnis, dass die Bundesrepublik wie andere Industriestaaten die
Freiheit hat, die Zweidrittel-Welt auszuplündern? Die Bundeswehr
praktiziert die staatlich-institutionalisierte Aufhebung des in
unserer Gesellschaft verankerten Tötungstabus. SoldatInnen erlernen
dort die Anwendung tötender Gewalt. 

Bereits das Erlernen, wieviel mehr die Androhung und erst recht die
Anwendung tötender Gewalt stehen im direkten Widerspruch zur
Gewaltfreiheit. Unseres Erachtens ist Gewaltfreiheit eine
unverzichtbare Voraussetzung, wenn nicht der Ermöglichungsgrund für
jede Art menschlicher Kommunikation. Ohne Gewaltfreiheit ist die
Achtung vor der Würde des Menschen nicht möglich. In diesem Sinne
können wir es nicht verstehen, wenn Sie die "Ohne uns"-Haltung gegen
eine neue Erstarkung des Militarismus in Deutschland kritisieren. Sie
selbst bezeichnen (militärische) Gewalt als ein Übel, rechtfertigen
sie aber als ein - manchmal notwendiges - Mittel, um andere Gewalt zu
überwinden. 

Uns geht es auch nicht nur um "Ohne uns": Sie ignorieren, dass es
viele zivile, gewaltfreie Alternativen der Konflitkbearbeitung gibt,
von denen einige als Ziviler Friedensdienst auch von der
Bundesregierung finanziert werden. Dabei sind auch die zivilen
Interventionen in Konflikte nach dem "Do no harm"-Ansatz von Mary B.
Anderson mit der notwendigen Konfliktsensibilität durchzuführen, die
wir bei militärischen Interventionen vermissen. Wenn nun Waffengewalt
und Kriege Frieden schaffen würden, sozusagen als Ihre Lehre aus der
Geschichte, dann müsste ja nach all dem Töten, den Zerstörungen und
den Grausamkeiten, nach all den zivilen und militärischen Toten der
letzten Jahrhunderte, der Weltfrieden schon längst ausgebrochen sein.
Das ist er aber nicht.

Auch unser Lehrer und Bruder, der Wanderprediger aus Nazareth, in
dessen Nachfolge Sie als Pfarrer stehen, war an dieser Stelle schon
anderer Meinung als Sie. 

Der Internationale Versöhnungsbund setzt sich seit 1914 für eine
Kultur der Gewaltfreiheit ein und ist weltweit in über 40 Ländern
vertreten. Seine Mitglieder haben in zahlreichen Projekten Erfahrungen
damit gesammelt, Gewalt gewaltfrei zu überwinden. Bekannt geworden
sind vor allem die Friedensnobelpreisträger Martin Luther King,
Mairead Corrigan-Maguire und Adolfo Maria Pérez Esquivel. In der
Hoffnung auf einen in dieser Hinsicht alsbald wirksamen Politikwechsel
– für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung –

verbleiben wir mit freundlichen Grüßen

Dr. Matthias Engelke,
Vorsitzender des Internationalen Versöhnungsbundes - Deutscher Zweig

Montag

Online-Partizipation

logo

Bergwerksanlage Duhamel - Projektinfo



Dieser Link führt zur bundesweit ersten E-Partizipation zur Ideenfindung für die Nachnutzung einer Bergehalde im Saarland. Sehr spannend - jedeR kann teilnehmen. Das Planungsbüro FIRU in Kaiserslautern betreut das Vorhaben.FIRU-mbH Logo



Der Querdenker Gunter Dueck zu Papierbüchern und E-Books

SINNRAUM - Daily Dueck Aktuell

Gunter Dueck - Mehr zu meiner Person und Motivation

In der heutigen FTD


  • Interview mit  Burkart Braunbehrens, Miteigentümer des Rüstungskonzerns Kraus-Maffei-Wegmann (Seite 4)
  • Noch mehr Hintergrunds-Informationen zu KMW (Seite 23)
  • Hintergründe zum EnBW-Kauf durch Mappus (Seite 10)
  • Empfehlungen neuer Kinder- und Jugendbücher (Seite 26)

Aufstieg und Abstieg im BMZ



Friedel Eggelmeyer, der unter Minister Niebel eine steile Karriere im BMZ zu machen schien und vor einem Jahr Redner bei einer Militärveranstaltung in Neustadt/Rbg war (Bericht im Unbequemen Blog), ist in Ungnade gefallen und muss im Juli das Ministerium verlassen. 


Der Euro und das internationale Finanzsystem

U.S. Banks Aren’t Nearly Ready for Coming European Crisis - Bloomberg

Freitag

Die Gefahren der Euro-Krise für Deutschland


Eurointelligence - The Euro-Zone Debt Crisis – “We Need To Talk About Germany!”

EM-Gleichheit?



Ein Faktor bleibt bei Kommentaren zur EM bedauerlicherweise sehr unterbelichtet: die sehr untschiedlichen "Startbedingungen". Nicht nur das Reichtumsgefälle der  teilnehmenden Staaten, sondern der simple aber wichtige Aspekt "Bevölkerungszahl". 


Zur Vedeutlichung:


Deutschland       82 Millionen EinwohnerInnen
Frankreich          62
Spanien              46 
Italien                  60
England              50
Griechenland      12
Portugal              11
Tschechien         10




Sicher ist das Spielerreservoir in einem Land, das achtmal mehr Einwohner hat als ein anderes bedeutend höher. Eigentlich müssten die "kleinen" Staaten deshalb einen Bonus bekommen. Andererseits sind Staaten wie z.B. Russland und die Ukraine schon in der Vorrunde ausgeschieden trotz ihrer großen Bevölkerungszahl. Aber noch schöner ist, dass es Portugal jetzt unter die letzten Vier geschafft und nicht zu vergessen die Europameisterschaft der dänischen "Urlaubself" 1992 und die von Griechenland 2004. 

Focus: Leben


In der heutigen FTD gibts ein Interview mit dem Gründer von "The School of Life"

Zur Website der "School of Life"






Selbstverständnis:
The School of Life is a new enterprise offering good ideas for everyday living.
We are based in a small shop in Central London where we offer a variety of programmes and services concerned with how to live wisely and well.

We address such questions as why work is often unfulfilling, why relationships can be so challenging, why it’s ever harder to stay calm and what one could do to try to change the world for the better.

The School of Life is a place to step back and think intelligently about these and other concerns. You will not be cornered by any dogma, but directed towards a variety of ideas - from philosophy to literature, psychology to the visual arts – that tickle, exercise and expand your mind. You’ll meet other curious, sociable and open-minded people in an atmosphere of exploration and enjoyment.

Donnerstag

Wenn Deutschland nicht mehr zahlen kann

Germany may face bankruptcy unless it accepts ECB debt monetisation

By: Charles Wyplosz

21.06.2012

Whichever way things go, Germany will have to pay for a substantial amount of Euro Area public debts. The more we wait, the higher the bill. This does not mean that the Euro Area is a transfer or a fiscal union. It means that managing a common currency requires careful actions. The current mess is the direct consequence of the mistaken policies followed since the beginning of the sovereign debt crisis, at Germany’s behest.



zum Artikel:

Eurointelligence - Germany may face bankruptcy unless it accepts ECB debt monetisation

"Sport-Briefe"



Briefe bewegen die Welt -Triumphe und Tragödien des Sports
Briefe bewegen die Welt -Triumphe und Tragödien des Sports
von Hellmuth Karasek
Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

Rezension von Winfried Stantzik
Nach den bisher drei sehr erfolgreichen Bänden "Briefe bewegen die Welt", von denen mich insbesondere der dritte über "Politik und Geschichte" fasziniert hat, legt der relativ unsportlich daherkommende Intellektuelle und Literaturkritiker Hellmuth Karasek einen vierten Band vor, in dem es um "Triumphe und Tragödien des Sports" geht.

Von einem Brief des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn an Ernst Moritz Arndt aus dem Jahr 1811 bis hin zu dem Brief der Bundeskanzlerin Angela Merkel an den Formel 1 Weltmeister Sebastian Vettel aus dem Jahr 2011 spannt sich ein Bogen von 200 Jahren.

Zwei ganz kurze Texte haben mich erinnert an große Fußballereignisse. Da ist zum einen der Brief Franz Josefs Wagners in der BILD an Franz Beckenbauer während der Heim-WM 2006, in dem er schreibt: "Franz Beckenbauer liebt den Ball wie eine Frau. Klinsmann liebt den Ball wie ein Vorstandsvorsitzender."

Und da ist der legendäre Elfmeterzettel, den der Torwarttrainer der Nationalmannschaft, Andreas Köpke, auf dem Briefpapier des Schlosshotels im Grunewald vor dem Elfmeterschießen im WM-Viertelfinale gegen Argentinien seinem Torwart Jens Lehmann zusteckte, ein Zettel, um den sich im Anschluss ein Mythos rankte.

Alles in allem ist dieser Band nicht so historisch aufschlussreich wie sein Vorgänger, aber für Freunde des Sports ist es ein schönes Geschenk.