Der niederländische online Zeitungsdienst Blendle ist seit kurzem auch in Deutschland präsent. Der Blogger hat ihn getestet und ist begeistert. Endlich mal ein Nachrichten-Portal, wo alles stimmt: die Übersichtlichkeit, das transparente Bestellverfahren, die moderaten Preise und das freundliche Service-Team. So wird Nachrichten Verfolgen effektiv und macht sogar richtig Spass. Die Bedienung ist kinderleicht. Nach Registrierung gibt man seine Interessensgebiete ein und schon kann man loslegen. Das richtige Schmankerl sind bei Blendle die "Alerts" = Stichworte, nach deren Eingabe man dann gezielt nur die Artikel zum lesen präsentiert bekommt, die einen interessieren.
Blendles Bezahlsystem ist überaus benutzerfreundlich: Alle Suchergebnisse erscheinen zunächst mit Quelle, Überschrift und nur den ersten 10 Zeilen des Artikels als snippets am Bildschirm. Nach diesen Kurzinformationen kann man entscheiden, welche Artikel man dann per Bezahlung ganz zum Lesen kaufen will. Die Bezahlung erfolgt bequem als pre-payment, von dessen Betrag dann die jeweiligen Kaufgebühren fortlaufend abgebucht werden. Später kann man dann jederzeit wieder sein Konto aufladen. Blendle bietet sogar generös eine Erstattung des bezahlten Betrages an, wenn man mit dem Artikel nicht zufrieden war. Ausser den einschlägigen deutschen Quellen hat Blendle auch z.B. die New York Times, Washington Post und Economist im Portofolio. Alles in allem eine großeartige Bereicherung in der deutschen Nachrichten-Präsentations-Landschaft. Sehr empfehlenswert!
Freitag
Dienstag
Montag
Mittwoch
Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan-Einsatz: Planlos, wirkungslos, sinnlos
Der nach den Anschlägen von 9/11 begonnene Afghanistan-Feldzug des Westens hat das Land weder der Demokratie noch dem Frieden nähergebracht. Nach dem Rückzug der Bundeswehr aus Kundus ist auch diese Stadt im Norden Afghanistans in die Hände der Taliban gefallen. Noch verweigert sich die Führung der Bundeswehr einer Diskussion darüber, ob es sinnvoll war, das Leben Dutzender von Bundeswehrsoldaten für diese Mission zu riskieren. Die Generäle wissen, warum sie diese Debatte nicht mögen. Heinrich Böll wusste es auch: „Ein Soldat, der anfängt zu denken, ist schon fast keiner mehr.“
| Bildquelle: augsburger-allgemeine.de |
Samstag
Gutes Wasser mit Sonnen-Energie - ein Projekt in Brasilien
Mit ausländischer Hilfe sit bei den Indianern am Xerua Fluss in Brasilien ein eindrucksvolles medizinisch-ökologisches Projekt entstanden. Bis 2005 konnten die Einheimischen nur das Flußwasser trinken, dessen Verunreinigung eine ständige gesundheitliche Bedrohung für die dort lebenden Indianer-Stämme war.
Mit ausländischer Unterstützung sind seither zehn Wasser-Aufbereitungs-Anlagen bei dem lokalen Stamm der Deni Indianer gebaut werden, die mit Sonnenenergie betrieben werden. In ihnen wird das Fluss-Wasser desinfiziert und zu Trinkwasser aufbereitet. Diese Solar-Wasser Projekt ist in die generelle lokale politische Strategie integriert, mit der die Deni-Indianer ihre Interessen in den gesamtgesellschaftlichen Kontext Brasiliens einbringen.
Mit ausländischer Unterstützung sind seither zehn Wasser-Aufbereitungs-Anlagen bei dem lokalen Stamm der Deni Indianer gebaut werden, die mit Sonnenenergie betrieben werden. In ihnen wird das Fluss-Wasser desinfiziert und zu Trinkwasser aufbereitet. Diese Solar-Wasser Projekt ist in die generelle lokale politische Strategie integriert, mit der die Deni-Indianer ihre Interessen in den gesamtgesellschaftlichen Kontext Brasiliens einbringen.
Freitag
Flüchtlinge in Deutschland erzählen
| Handelsblatt Morning Briefing von G.Steingart, Freitag, 25.09.2015 |
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Mittwoch
Papst Franziskus fährt einen kleinen FIAT!
Mehr als 20 schwarze Gelände- und Polizeiwagen und dazwischen ein kleiner Fiat 500L: Papst Franziskus hat bei seiner Ankunft in den USA ein weiteres Beispiel für seine Bescheidenheit gezeigt. Das katholische Kirchenoberhaupt verzichtete am Dienstagabend nach seiner Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews bei Washington auf eine geräumige Limousine und sprang stattdessen in den dunkelgrauen Minivan, der ihn – umringt von voll ausgerüsteten SUVs – in seine nächtliche Unterkunft in der vatikanischen Botschaft in Washington brachte.
Franziskus nutzt häufiger bescheidene Fahrzeuge, um sich von A nach B bringen zu lassen. Im Vatikan lässt er sich in einem blauen Ford Focus befördern, bei einem Besuch in Südkorea stieg er in einen Kia.
Andere Päpste haben meist auf die verglasten Papamobile vertraut, mit denen sie an großen Menschenmengen vorbeigefahren werden können, ohne dass ihre Sicherheit in Gefahr ist. Benedikt XVI. fuhr in solch einem Spezialfahrzeug bei seinem Washington-Besuch im Jahr 2008. Privat fuhr er - wir erinneren uns - VW Golf!
Franziskus nutzt häufiger bescheidene Fahrzeuge, um sich von A nach B bringen zu lassen. Im Vatikan lässt er sich in einem blauen Ford Focus befördern, bei einem Besuch in Südkorea stieg er in einen Kia.
Andere Päpste haben meist auf die verglasten Papamobile vertraut, mit denen sie an großen Menschenmengen vorbeigefahren werden können, ohne dass ihre Sicherheit in Gefahr ist. Benedikt XVI. fuhr in solch einem Spezialfahrzeug bei seinem Washington-Besuch im Jahr 2008. Privat fuhr er - wir erinneren uns - VW Golf!
02:56
USA-Reise im Fiat: Papst Franziskus bei seiner Ankuft auf der Andrews Air Force Base in Maryland (Foto: AFP /Saul Loeb)
Quelle: Die Welt - newsticker
Dienstag
Die Flüchtlingskrise und die beschämende Antwort der Pseudo-Christen
Burkhard Luber
In Deutschland wächst das Unbehagen, warum sich die osteuropäischen Ländern gegen eine Quotenverteilung der Flüchtlinge quer stellen. Hierzulande wird das höflich und dezent artikuliert. Liest man dagegen die internationale Presse (z.B. Le Monde, Washington Post, Guardian oder La Stampa), hört man ganz andere, nämlich viel lautere Töne der Kritik. Da schwanken die Kommentare zwischen Unverständnis und eindeutigem Mißfallen. Wie können nur Länder, ist im Ausland zu lesen, von denen die USA und Westeuropa in Zeiten des Kalten Krieges großzügig Millionen von Flüchtlingen ohne Vorbehalte aufgenommen haben, wie können solche damals so reich “beschenkte” Länder nun heute so hartherzig und erbarmungslos gegenüber dem ähnlichen Schicksal anderer Menschen sein?
Noch unverständlicher wird dieses Verhalten, wenn man aus diesen osteuropäischen Ländern hört, dass sie ihr Abschotten mit christlicher (!) Argumentation rechtfertigen. Allen voran der Rambo-Politiker Orban, der nun Ungarn zu einem stacheldrahtbewehrten Festungsverhau macht und seine zur Grenzziehung abkommandierten Soldaten damit motiviert, dass sie dort das christliche Abendland zu verteidigen hätten. Lieber Herr Orban - sie sollten vielleicht mal die christliche Tageslosung für den heutigen Tag lesen. Da sagt der alttestamentliche Prophet Jesaia: “Die im Elend ohne Dach sind, führe ins Haus”. Und Jesus erklärt, was wichtig ist: “Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen”. (Matthäus-Evangelium). Vielleicht sollten Sie erstmal über diese grundlegenden christlichen Texte nachdenken, bevor sie so leichtfertig das Christentum für Ihre Abschottung-Politik reklamieren. Aber vermutlich wäre Orban in der Geschichte vom barmherzigen Samariter auch achtlos an dem armen Kerl vorüber gegangen, der da unter die Räuber gefallen war. Nur den nicht anfassen, der könnte ja Aids haben. Nur nicht seine Wunden verbinden, da könnte ich mich ja schmutzig machen.
So oder so, Europa wird nach diesem Flüchtlingsherbst nicht mehr so sein wie früher. Vielleicht treten über kurz oder lang die ersten Länder aus der EU aus. Spätestens vielleicht dann, wenn es kein Geld mehr aus Bruxelles gibt. Dann wird offenkundig - wie schon beim Euro - dass diese EU eben gar keine “Union” ist, was die PolitikerInnen immer so vollmundig behaupten.
Und denen in Deutschland, die ängstlich nach den finanziellen Folgen der Flüchtlings-Einwanderung fragen, sei gesagt: Liebe Leute, guckt lieber auf die Millionen Euro, die Deutschland jährlich durch die “Steuer-Flüchtlinge” verliert, die ihre Gewinne ins Ausland transferieren. Das sind die “Flüchtlinge”, die steuerlich aus Deutschland abhauen und sich so auf Kosten von uns allen bereichern. Auf die sollten wir uns kritisch focussieren, aber nicht kritisch auf die zu uns flüchtenden Syrer, die wir mit Geduld und über Zeit gut in unseren Arbeitsmarkt integrieren können, zu deren und unserem Nutzen.
“Gott sei Dank”, um mal in diesem Zusammenhang eine etwas ausgeleierte Formulierung zu gebrauchen, gibt es zu Orban und Co. auch Gegenbeispiele. So hat Papst Franziskus dazu aufgerufen, dass alle katholischen Gemeinden in der Welt mindestens eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen sollen. Und wenn nur die Hälfte diesem Aufruf folgen werden - ein eindrucksvolles Signal. Leider hab ich vom deutschen EKD-Chef bislang nichts ähnlich Konkretes gehört.
Der eklatante Verrat an den christlichen Ur-Tugenden, wie wir es leider z.Zt. von Budapest, Warschau, Prag und Bratislava erfahren, hat übrigens bedauerlicherweise auch eine Entsprechung in einigen Ländern mit islamischer Kultur. Bei allem Respekt und Wohlwollen gegenüber dem Islam, aber es ist doch sehr unverständlich, warum die überreichen Petrokratien wie Saudi-Arabien, Katar, VAE sich so auffallend abweisend gegenüber ihren auf der Flucht befindlichen Glaubens-Schwestern und Brüder verhalten, wo doch das Almosen Geben eine Grundtugend für Moslems sein soll. Aber auch hier gerechterweise ein Gegenbeispiel: Was immer man gegen Erdogan einzuwenden hat - und da gibt es Manches - kein Land hat so viele syrische Flüchtlinge wie die Türkei aufgenommen.
Zum Schluß noch ein eindrucksvolles Beispiel für Zivilcourage in Deutschland: Ein deutscher Firmenchef hat sich geweigert, Stacheldraht an Ungarn zu liefern mit der Begründung: "Nato-Draht ist dafür da, kriminellen Taten vorzubeugen. Aber ich kann doch nicht einen Flüchtling, der nichts weiter hat als das, was er trägt, mit einem Kind auf dem Arm durch einen Nato-Draht laufen lassen",
Ein hoffnungsvolles Signal gegen die um sich greifende Festungsmentalität!
Montag
Ungarn-Verweigerer
Kein Nato- Draht für Ungarn
Der sogenannte Nato-Draht ist eine besondere Variante des Stacheldrahtes. Seine rasiermesserscharfen Metallklingen können schwere Schnittwunden zufügen. Ungarn hat damit seine Grenze zum Nachbarland Serbien gegen Flüchtlinge abgeriegelt - und braucht nun offenbar Nachschub.
Hersteller in mehreren Ländern wurden gebeten, ein Angebot für Tausende Rollen einzureichen - auch die Berliner Firma Mutanox. Doch deren Chef Talat Deger hat kein Interesse an dem Auftrag von etwa 500 000 Euro.
"Nato-Draht ist dafür da, kriminellen Taten vorzubeugen. Aber ich kann doch nicht einen Flüchtling, der nichts weiter hat als das, was er trägt, mit einem Kind auf dem Arm durch einen Nato-Draht laufen lassen", sagt Deger. Das Risiko, dass Menschen tatsächlich durch den Draht zu Schaden kommen, sei groß. Auch deshalb solle der Draht nur auf Zäunen in einer Höhe von mindestens zwei Metern angebracht werden. An der Grenze zu Serbien liegt der Draht jedoch auf dem Boden.
Für Ungarns Premier Viktor Orban sind solche Befestigungen die Lösung, um sich gegen Flüchtlinge abzuschotten. Deshalb wird schon an einem Zaun an der Grenze zu Kroatien gebaut. Ein weiterer Zaun an der Grenze zu Rumänien ist in Planung. dne
(Quelle: Handelsblatt e-paper vom 22.9.15)
Sonntag
Flüchtlinge in Deutschland - die weiteren Perspektiven
Kommentar vom Blogger:
Den jetzt bekannt gewordenen Gesetzesentwurf zur Verschärfung des Asylrechts sehe ich (leider) durchaus komplementär zu Merkels Willkommenskultur a la "Wir schaffen das". Es wird darauf hinauslaufen, dass viele, von denen, die zufällig (life is not just) jetzt nach Deutschland kommen konnten, bleiben dürfen und mit entsprechender Unterstützung integriert werden. Aber ansonsten wird Deutschland sich auch abschotten ("das Boot ist voll"). Wahrscheinlich "dezenter" und nicht so brutal wie der Rambo Orban, aber doch effektiv.
| Bildquelle: welthungerhilfe.de |
Ob es gegen die neuen Gesetze Verfassungsbeschwerden geben wird von den beiden Bundestags-Oppositionsparteien (Grüne oder Linke) oder - dann ja erst sehr viel später - von einem Betroffenen, bleibt abzuwarten. Vielleicht rafft sich ja der alte grüne Haudegen MdB Ströbele dazu auf. Dem würde ich das noch am ehesten zutrauen.
Die Linke ist ja auffallend schweigsam in der derzeitigen politischen Flüchtlingsdebatte. Kein Wunder, denn weite Teile ihres (östlichen) Prekariats-Klientels haben natürlich Verteilungs-Ängste vor den neuen Flüchtlingen. Aus Gesprächen den östlichen Ländern wird berichtet, dass bisherige Linke-WählerInnen durchaus damit liebäugeln, angesichts des Flüchtlings-Zustroms demnächst NPD oder AfD zu wählen. Überhaupt wäre es nicht verwunderlich, wenn der AfD über die Flüchtlingsproblematik diesmal der Sprung in den Bundestag gelänge.
An den Mehrheitsverhältnissen im Bund ab 2017 wird dies aber wohl nichts ändern. Merkel wird mit ihrer grandiosen Popularität ("unsere Euro- und Flüchtlings-Retterin") einen großen Wahlsieg landen und kann sich, je nachdem ob die FDP wieder im Bundestag vertreten ist, aussuchen, ob sie mit der FDP oder der SPD koalieren will. Wenn sie nicht gar die absolute Mehrheit für CDU/CSU einfährt. Vediamos!
Burkhard Luber
Samstag
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