Mittwoch
Politische Bildung nur offline? Zum neuen Buch von Oskar Negt "Der politische Mensch"
Eine "Lebensform" ist mehr als Politik. Eine solche Form soll das Leben durchdringen, analysieren uns verändern. Demokratisch soll dies alles gelingen, das ist die Überzeugung von Oskar Negt in seinem neuesten Buch "Der politische Mensch. Demokratie als Lebensform".
Und Negt ist optimistisch, indem er leitmotivisch Kant zitiert: dass auch ein Volk von Teufeln das Problem des Staatsmanagement noch lösen könne. Negt nimmt als Ausgangspunkt für sein Werk die zugegebenermaßen erstaunliche Tatsache, dass es Menschen gibt, die unter bestimmten Verhältnissen ihren politischen Verstand verlieren, während andere wiederum pointiert politische Urteilskraft beweisen und praktizieren.
Nach was also entscheidet der politische Mensch - nach Charakter, Wissen, Lernen, Erfahrung, Gewissen? Der Testfall für den politischen Verstand oder Unverstand sieht Negt immer dann gekommen, wenn Extremsituationen entstehen, z.B. zur Frage nach zu praktizierendem Widerstand gegen einen faschistischen Staat. Aber, so mahnt Negt, dann ist es oft schon zu spät zu vernünftigem politischen Handeln. Politische Bildung muss schon viel früher, muss in der Normalzeit einsetzen. Negt entfaltet seinen Begriff von politischer Bildung über sechs Kategorien: Orientierung, Wissen, Lernen, Erfahren, Urteilen, Charakterbildung. Das sind auch die Leitkategorien seines Buches, auch wenn sie leider - die/der Leser/in vermisst es - im weiteren Verlauf das Buch nicht so gliedern.
Negt zieht bei seiner Argumentation vier, wie er sie nennt "Geschichtszeichen" heran: Chernobyl, der Fall der Berliner Mauer, der 11. September und der zweite Irakkrieg. Mögen die drei ersten "Geschichtszeichen" tatsächlich erhebliche Symbolkraft in der Geschichte des 2. Hälfte des 20. Jahrhundert haben, ist man beim vierten irritiert. Angriffskriege gab es auch schon vor 2003 zu Hauf, und wenn man das eindeutige Sich-Verabschieden der USA und der NATO vom Völkerrecht als Zäsur definieren will, so taugt der völkerrechtswidrige Angriff der NATO auf die Bundesrepublik Jugoslawien, bei dem Deutschland auch Komplize war, viel besser. Den scheint Negt allerdings (S. 133) offenbar eher zu tolerieren und auch seine optimistische Klassifikation Europas als "friedenssichernde Weltinnenpolitik" blendet unverständlicherweise den als Bürgerkrieg begonnene Zerfall Jugoslawiens und die spätere
Militäraggression der Nato mit aktiver deutscher Beteiligung auf dem Balkan völlig aus. Spätestens hier hätte Negt sich eindeutig von Gerhard Schröder, der Deutschland in diesen Krieg getrieben hat und in dessen Beraterstab Negt gewirkt hat, distanzieren müssen. Es ist auch unverständlich, warum die Aufzählung seiner "Krisenherde" in Teil II keinen Krisenherd mit dem schlichten Titel "Krieg" aufführt.
An diesem Beispiel wird eine nicht zu übersehende strukturelle Schwäche des Buches von Negt deutlich, die leider die ganze Publikation durchzieht: Groß, mitunter genial in seinem Entwurf und den kapitelweisen Unterentwürfen, wird das Buch immer wieder unscharf und kritikabel, wenn es um konkrete moderne Sachverhalte geht. Dass Negt sein Buch in einem Jahr herausgibt, wo wir bereits das Zeitalter von
Web 2.0 schreiben, also schon rund ein Jahrzehnt in der Online-Revolution leben, ohne dass der Autor irgendwo auf diese Revolution Bezug nimmt, ist befremdlich. Das einzige wirklich moderne Wort in seiner Publikation ist, soweit ich sehe, die irgendwann, wohl mehr aus Zufall eingestreute, Vokabel "Handy".
Dass man statt der o.a. vier Geschichtszeichen, wie sie die traditionelle Geschichts- und Politikwissenschaft bereithält, genau so gut, und der Rezensent meint: mit sehr viel Plausibilität eher den Beginn der Massenanfertigung des PC, der Start von Ebay, Amazon und Google nennen könnte, liegt offenbar völlig außerhalb des Blickfeldes von Negt. Man kann aber nicht über politische Bildung räsonieren, diese über Kategorien wie Orientierung, Wissen, Lernen, Erfahren, Urteilen entfalten, ohne zu reflektieren dass die online-Welt mit Wiki, Google, Twitter, SMS, Blogging, Facebook genau solche Kategorien in den letzten Jahren radikal verändert hat.
Negts Buch ist ein Bezug auf eine Welt ohne netbook, ohne
DSL, ohne iphone; etwas platt formuliert: der Autor ist leider nicht auf der Höhe der modernen Web-Zeit. Das soll den humanistischen ethischen Ansatz von Negt keinesfalls schmälern. Hier schreibt ein hochengangierter Autor, der sich viel Gedanken über die politische Kultur der Gegenwart macht. Der auch dankenswerterweise Fehlentwicklungen in der Politik anprangert und besorgt über die internationalen Machtverhältnisse ist.
Nur ist diese Gegenwart bei Negt nach wie vor die Welt der universitären Seminarräume, der
Uni-Bibliotheken, der Bücher und politischen Akademien. Dort entfaltet sich für Negt Wissen, Lernen, Urteilen. Aber diese Zeit ist nicht mehr die, in der wir heute leben. Es mutet dann auch irgendwie rührend an, wenn der Autor für "überschaubare Gebilde" plädiert, in denen Menschen denken und sich bestätigt finden können und dazu Beispiele wie "Nachbarschaften, gewerkschaftliche Kommunikationszentren, öffentliche Plätze" nennt.
Das mag wohl gerade noch für die Generation von Oskar Negt gelten. Spätestens für die jetzt heranwachsende Generation, die keine Welt ohne PC und ohne Web mehr kennt, sind solche Topoi der Kommunikation und Information, wie Negt sie präsentiert, obsolet geworden. Nachbarschaft ist schon lange durch online gaming und chatten ersetzt, das Unverständnis über den Sinn von
Gewerkschaften wie auch durchweg aller anderer offline Sozietäten wie Vereine, Kirchen, Parteien, ausgedrückt im schlichten Nicht-Präsent-Sein von Menschen im Alter zwischen 15 und 40 Jahren in solchen Organisation, zeigt eindrucksvoll, was sich in unserer Gesellschaft und Kultur in den letzten 10 Jahren verändert hat (Negts Rekurs auf die alte Arbeitbildung - S. 221 - wirkt da wirklich etwas antiquiert).
Man kann über diese Entwicklung nachdenklich werden, man kann besorgt sein - aber man darf diese Phänome in einer gesellschaftlichen Analyse, wie es diese Publikation in Anspruch nimmt, nicht einfach ausblenden. Negts Buch verliert deshalb leider trotz des sympathisch engagierten Duktus an vielen Stellen enorm an Wert, weil der Autor sich dieser Gesellschafts-Veränderung nicht stellt. Dabei hätte die intellektuelle Vorgehensweise von Negt, u.a. sein Eintreten für die Kompetenz "Zusammenhänge herstellen", "Orientierendes Denken", die Berücksichtigung des Neuen (online)-Lernens, der neuen webvernetzten Orientierung und der Verlagerung unserer Informationsgewinnung weg von Faktenansammlungen hin zur sophistizierten online Suchstrategie eine solche Verarbeitung durchaus erwarten lassen.
In wieweit Phänomene wie die Frankfurter Schule, der SDS, das
Sozialistische Büro, die in der Biografie des Autors sicherlich eine herausragende Rolle gespielt haben, für das Begreifen des 21. Jahrhundert tauglich sind, sei dahingestellt. Es wäre spannend gewesen, findet aber im Buch leider nicht statt, wenn sich Negt z.B. in diesem Zusammenhang mit Niklas Luhmann auseinandergesetzt hätte, der soweit ich sehe, in diesem Buch noch nicht mal bibliographische Erwähnung findet, von einem inhaltlichen Diskurs mit dessen ganz anderer Gesellschaftstheorie als Herausforderung für den Ansatz von Negt ganz zu schweigen.
Zwiespältig legt man also das Buch beiseite. Da müht sich ein politisch und gesellschaftlich hochengagierter und -motivierter Denker ab, um den Begriff der politischen Bildung in der modernen Zeit neu zu fassen und bleibt doch merkwürdig blind gegenüber den die Gegenwart so nachhaltig prägenden online-Determinanten. Hier tritt ein Nachfahre der Frankfurter Schule empathisch für Vernunft und Aufklärung ein, reflektiert aber nicht, welche fundamentalen Veränderungen beide Kategorien inhaltlich wie methodisch durch die Online-Welt genommen haben.
Niklas Luhman, der Satire nie abgeneigt, hätte beim Lesen vielleicht sein berüchtigtes Wort vom "intellektuellen recycling" bemüht. So unbarmherzig sollte man mit Oskar Negt, gerade nach seinem reichhaltigen intellektuellen Leben, nicht verfahren, aber es muss doch gegen seinen Versuch, demokratisches politisches Lernen in der Gegenwart zu revitalisieren, eingewandt werden: Zu sehr eine Rückschau, zu wenig Focussierung auf die Moderne.
Verlegerisch ärgerlich ist das Fehlen eines Personen- und Sachregisters (als ob es dafür heutzutage keine software gäbe, die so etwas ohne viel Mühe automatisiert generieren kann) und ebenso das Fehlen einer Bibliographie. Bei beidem sollte der Verlag, wenn es zur zweiten Auflage kommt, dringend nachbessern, um eine bessere Akzeptanz mit dem Buchinhalt zu ermöglichen.
Oskar Negt: Der politische Mensch. Demokratie als Lebensform. Steidl-Verlag, Göttingen 2010, 585 S., 29 Euro
Dienstag
Kleinere Bundeswehr: Die ersten Garnisonen werden schon aufgelöst
Noch beschwichtigen lokale Bundestagsabgeordnete aufgeregte Bürgermeister in deutschen Garnisonsstädte: Es sei noch gar nicht entschieden, was die Bundeswehr-Verkleinerung an konkreten Standortschliessungen mit sich bringe.
Die Realität sieht ganz anders aus. Natürlich kursieren längst Schließungslisten auf den entsprechenden Etagen der Hardthöhe. Manche sind noch unter Verschluß, aus anderen sickern schon die ersten Nachrichten durch, wie zum Beispiel zu Schleswig-Holstein, wo der Norddeutsche Rundfunk gestern bereits klare Informationen gibt:

Bisher üben Soldaten in Lütjenburg den Umgang mit dem "Gepard"-Panzer. (Archivbild)In Schleswig Holstein gibt es derzeit noch zwei Heeresverbände: die Panzeraufklärer in Eutin (Kreis Ostholstein) und die Heeresflugabwehr in Lütjenburg (Kreis Plön). Um beide Standorte steht es nicht gut. Ihnen droht im Zuge der anstehenden Bundeswehrreform die Auflösung. Im Fall des Flugabwehrlehrregiments 6 in Lütjenburg hat Guttenberg die Auflösung nun offiziell bestätigt. Bis zum kommenden Sommer nimmt die Lütjenburger Einheit noch Infantrieaufgaben wahr, dann soll auch damit Schluss sein. Derzeit prüfe man bereits, wieviele Lütjenburger Soldaten an den Bundeswehrstandort Husum (Kreis Nordfriesland) verlegt werden könnten. Die Rede ist von etwa 160 Mann.
Bundeswehrstandort Lütjenburg wird aufgelöst
Das Aus für die Flugabwehrpanzer vom Typ "Gepard" war bereits im vergangenen März gekommen. Jetzt stehen die Panzer in den Garagen der Schill-Kaserne und warten darauf, in den nächsten Wochen abgeholt zu werden. Zur Verschrottung oder für einen Weiterverkauf - das ist noch offen. Klar ist: Die Heeresflugabwehr wird aufgelöst. Ihre Aufgabe übernimmt künftig die Luftwaffe in Husum.
Die zehn grössten Umweltschutz-Erfolge
In der Süddeutschen Zeitung ist in der Ausgabe vom 31. Juli 2010, S. 20 ist eine Liste der "Zehn Größten Umweltschutz-Erfolge" erschienen.
Ausführlich werden im dortigen Artikel beschrieben:
Freitag
Hilfe - alle Eurofigher futsch - Deutschlands Sicherheit im Eimer
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| Eurofighter |
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| MIG 29 |
Die Farce der sog. "Wahlen" in Afghanistan
Morgen wird wieder mal die internationale Staatengemeinschaft dem korrupten, illegitimierten Karzai-Regime in Kabul das Feigenblatt sog. "Wahlen" verpassen.
Anstatt endlich Schluß mit der Kumpanei mit dem Machtkartell eines laut insider "der korruptesten Länder der Welt" zu machen, soll erneut den Bevölkerungen der in Afghanistan Krieg führenden Staaten suggeriert werden, dort ginge es um Fortschritt und Demokratie.
Die Wahrheit sieht ganz anders aus, wie aus einer Studie der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) hervorgeht. Da diagnostizieren die Autoren, dass die Besatzer offenbar überhaupt keinen Wert mehr auf glaubwürdige Wahlen in Afghanistan legen.
Statt dessen gibt der Westen Karzai freie Hand, Afghanistan in gewohnter Weise mit Wahlfälschungen und Manipulationen zu seiner Beute zu machen. Die Wahlen sollen seiner Autokratie dann nur noch das demokratische Mäntelchen umhängen, die die Realität hinter dieser Fassade: das Regime der Drogenbosse und korrupten Karzai-Eliten, möglichst verdecken soll.
Dies auch den Bundestagsabgeordneten zur Kenntnis, die realitätsblind unlängst erneut für die Verlängerung des deutschen Kriegsmandats in Afghanistan gestimmt haben.
Anstatt endlich Schluß mit der Kumpanei mit dem Machtkartell eines laut insider "der korruptesten Länder der Welt" zu machen, soll erneut den Bevölkerungen der in Afghanistan Krieg führenden Staaten suggeriert werden, dort ginge es um Fortschritt und Demokratie.
Die Wahrheit sieht ganz anders aus, wie aus einer Studie der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) hervorgeht. Da diagnostizieren die Autoren, dass die Besatzer offenbar überhaupt keinen Wert mehr auf glaubwürdige Wahlen in Afghanistan legen.
Statt dessen gibt der Westen Karzai freie Hand, Afghanistan in gewohnter Weise mit Wahlfälschungen und Manipulationen zu seiner Beute zu machen. Die Wahlen sollen seiner Autokratie dann nur noch das demokratische Mäntelchen umhängen, die die Realität hinter dieser Fassade: das Regime der Drogenbosse und korrupten Karzai-Eliten, möglichst verdecken soll.
Dies auch den Bundestagsabgeordneten zur Kenntnis, die realitätsblind unlängst erneut für die Verlängerung des deutschen Kriegsmandats in Afghanistan gestimmt haben.
Die geheimen Kriege der USA
Unter der Führung des sogenannten "Friedens"preisträger Obama gehen die USA ihrer vorhersehbaren Niederlage in Afghanistan entgegen. Leider ziehen sie daraus die falschen Konsequenzen.
Musste schon der früher amerikanische Militärchef in Afghanistan wegen seiner Insubordination abgesetzt werden, fängt sein Nachfolger - in klarem Widerspruch zu den Vorgaben der zivilen Führung in Washington - nun auch damit an, den von Obama vorgegebenen Abzug der USA in einem Jahr in Zweifel zu ziehen.
Aber Obama selber unterscheidet sich auch in keiner Weise von seinem Vorgänger George W. Bush, indem er die geheime Kriegsführung der USA in der Welt ausweitet. So berichtet die New York Times über die Intensivierung der amerikanischen Drohnen-Angriffe auf Pakistan und autorisierte undercover Kriegsführung in Somalia, Kenia, Jemen und Nordafrika. Seitdem die amerikanische Öffentlichkeit immer kritischer gegen den Krieg der USA im Irak und Afghanistan eingestellt sind, weicht die militärische Führung zunehmend auf geheime Kriegsoperationen aus.

So wandelt sicher der CIA zur paramilitärischen Organisation und das Pentagon weitet seine internationale Spionagetätigkeit Schritt um Schritt aus.
Wie definierte der Altmeister der politischen Soziologie, so treffsicher die politische Macht? "Macht ist die Fähigkeit, nicht lernen zu müssen" (Karl W. Deutsch in "The Nerves of Government").
Montag
"Unbekannte Friedensarbeit in Afrika - ein neues Projekt
Einladung für Nominierungen
africa.theworldatlas.net |
Der Focus des Projektes "Unbekannte Friedensarbeit in Afrika" von "Caaglop - Center for African Affairs and Global Peace" und "TANGO - International Training Agency for NGOs" sind Personen und NGOs in Afrika, besonders auf der Grassroot-Ebene, deren Engagement ein wesentlicher Beitrag für Friede, Abrüstung und gewaltfreies Konfliktmanagement in Afrika darstellt.
"Caaglop - Center for African Affairs and Global Peace" und "TANGO - International Training Agency for NGOs" laden hiermit Personen und internationale NGOs ein, Beispiele und Fallstudien für das Projekt "Unbekannte Friedensarbeit in Afrika", speziell auf der Graswurzel-Ebene zu nominieren, damit sie in der internationalen Öffentlichkeit und bei finanziellen Unterstützern für NGOs bekannt werden.
Nominierungen können sowohl für die Arbeit von Einzelpersonen als auch von NGOs eingereicht werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Beiträgen von kleinen afrikanischen NGOs, die trotz ihres oft bemerkenswerten Beitrages für den Frieden zu wenig in der internationalen Öffentlichkeit bekannt sind. "Unbekannte Friedensarbeit in Afrika" will besonders solche kleinen Beiträge zur Friedensarbeit an der Basis bekannt machen.
Die Aktivitäten der nominierten Personen oder Organisationen in Afrika sollen sich auf eine oder mehrere der folgenden Bereiche beziehen:
- Abrüstung, Truppenreduzierung oder Verringerung von Waffenhandel in einzelnen Staaten
- Beiträge zu gewaltfreien Konfliktlösungen
- Überwindung innergesellschaftlicher oder zwischenstaatlicher Gewalt und Beiträge zur Versöhnung in Nachkriegs-Gebieten
- Öffentlichkeitsarbeit über erfolgreiche zwischenstaatliche oder innergesellschaftliche Beiträge für gewaltfreie Konfliktlösungen in Zeitungen, im Web oder in Büchern.
Jede Nominierung für "Unbekannte Friedensarbeit in Afrika" soll folgende Informationen enthalten:
- Zusammenfassung der Arbeit / des Projektes der Person oder NGO, die nominiert wird (nicht mehr als zwei email Seiten)
- Eine email Adresse der Person/NGO, deren Arbeit nominiert wird
- Ein Webseiten-Link der Organisation (falls vorhanden)
- Die Namen, Berufe und Email-Adressen von zwei Personen, die evt. für Nachfragen über die Nominierung kontaktiert werden können
Nominierungen können entweder über die eigene Arbeit oder über die Arbeit anderer Personen/NGOs eingereicht werden.
Alle Nominierungen müssen bis spätestens 31. Dezember 2010 in englischer oder französischer Sprache mit zwei identischen emails an die folgende beiden Personen gemailt werden:
- Victor Brassey (info@caaglop.com), Direktor von "Caaglop - Center for African Affairs and Global Peace" und
- Dr. Burkhard Luber (hubluber@web.de), Direktor von "TANGO - International Training Agency for NGOs" und Blogger von
http://from-the-grassroots.blogspot.com und http://german-tea-party.blogspot.com
Die am meisten überzeugenden Nominierungen werden ausführlich auf einer speziellen Webseite Anfang 2011 publiziert und so mit ihrer Arbeit der internationalen Öffentlichkeit und Fundgiving Szene vorgestellt zur Unterstützung und finanziellen Förderung ihrer Aktivitäten
Mehr Informationen über das Projekt "Unbekannte Friedensarbeit in Afrika" auf http://african-peace-work-alert.blogspot.com. Dort steht die Einladung auf Englisch, später auch in Französisch.
Donnerstag
Auf kleinere Bundeswehr folgt: Schließung von Standorten
Jetzt hat sogar die CSU die quasi Abschaffung der deutschen Wehrpflicht durchgewunken und damit grünes Licht für eine Verkleinerung des deutschen Militärs gegeben, wie es unser Land in seiner Geschichte noch nicht erlebt hat. An Details wird noch gearbeitet aber vieles spricht dafür, dass Guttenberg sein favorisiertes Modell 4 bekommen wird.
Was heisst das konkret für die größte Bundeswehr-Teilstreitkraft, das Heer? Es wird sehr drastisch,
nämlich fast um die Hälfte, verkleinert = von zur Zeit rund 90.000 SoldatInnen auf dann nur noch ca. 55.000 Aktive.
Das hat natürlich auch entsprechende Konsequenzen für die Heeres-Einheiten. Der BILD-Kolumnist Jan Meyer,
der offenbar schon mal vorab dazu gebrieft wurde, informierte am 23.8. in bild.de, dass das künftige Heer nur noch drei Panzerbataillone und nur noch zwei Panzerartilleriebataillone haben wird. Mit den Panzergrenadierbataillone wird ähnliches passieren: Man kann davon ausgehen, dass es davon nur noch vier geben wird.
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| commons.wikimedia.org |
Soweit die neue militärische Struktur. Die wird natürlich mit erheblich weniger Standorten auskommen können als bisher, ja sogar - im Zuge dringender Effizienzsteigerungen wegen Sparsamkeitsdruck - auch auskommen müssen. Zwar ist nicht damit zu rechnen, dass rasenmäherhaft nun statistisch exakt jeder zweite Standort geschlossen wird, aber viele werden es schon sein.
Welche Garnison bleibt und welche geschlossen wird, wird nicht irgend einer militärstrategischer Logik folgen, sondern wird nach dem Zwang zur Bundeswehr-Verschlankung und den Sparzielen, die Guttenberg erfüllen muss, entschieden. Garnisonen, die schon jetzt gut in das militärische Standortprofil passen, haben da natürlich bessere Karten.
Um mal ein Beispiel aus Niedersachsen zu nehmen: Natürlich spricht alles dafür, den Panzerstandort Munster mit seinem Truppenübungsplatz aufrecht zu erhalten und dafür eine Einheit wie das
Welche Garnison bleibt und welche geschlossen wird, wird nicht irgend einer militärstrategischer Logik folgen, sondern wird nach dem Zwang zur Bundeswehr-Verschlankung und den Sparzielen, die Guttenberg erfüllen muss, entschieden. Garnisonen, die schon jetzt gut in das militärische Standortprofil passen, haben da natürlich bessere Karten.
Um mal ein Beispiel aus Niedersachsen zu nehmen: Natürlich spricht alles dafür, den Panzerstandort Munster mit seinem Truppenübungsplatz aufrecht zu erhalten und dafür eine Einheit wie das
Panzerbataillon 33 nicht mehr in Neustadt-Luttermersen sondern in Munster zu stationieren, was erhebliche positive Logistik- und Einspareffekte mit sich bringt. Ein zweites Beispiel: Garnisonen, mit Militäreinrichtungen, die jetzt noch mit vielen Wehrpflichtigen ausgestattet sind (das gilt z.B. für die
CIMIC-Standorte), haben nach der Abschaffung der Wehrpflicht natürlich erheblich weniger Chancen, dann noch aufrecht erhalten zu werden.
Noch wird einige Zeit verstreichen, bis die Garnisons-Streichliste amtlich vorliegt, aber dass es eine geben wird, steht ausser Frage. Auf die Standorte kommt also ein heisser Herbst zu. Am besten sollten sie schon jetzt bei ihren Abgeordneten vorstellig werden und fragen wie es mit der Verteilung der Abrüstungsdividende bei der jetzigen Bundeswehr-Verkleinerung aussieht, nachdem die erste 1990 zwar immer versprochen aber nie ausgezahlt worden ist.
CIMIC-Standorte), haben nach der Abschaffung der Wehrpflicht natürlich erheblich weniger Chancen, dann noch aufrecht erhalten zu werden. Noch wird einige Zeit verstreichen, bis die Garnisons-Streichliste amtlich vorliegt, aber dass es eine geben wird, steht ausser Frage. Auf die Standorte kommt also ein heisser Herbst zu. Am besten sollten sie schon jetzt bei ihren Abgeordneten vorstellig werden und fragen wie es mit der Verteilung der Abrüstungsdividende bei der jetzigen Bundeswehr-Verkleinerung aussieht, nachdem die erste 1990 zwar immer versprochen aber nie ausgezahlt worden ist.
Dienstag
Was Deutschland aus dem Afghanstan-Krieg lernen muß
Immer wieder wird die Niederlage der USA in Afghanistan zum Thema kritischer amerikanischer Kommentatoren. Bob Herbert in der IHT vom 18. August ist einer davon.
Er konfrontiert die irritierende neue Ansicht des jetzigen US-Kommandeur in Afghanistan, man könne dort doch nicht so rasch abziehen mit der klaren verbindlichen Aussage der Top Militärs, die Obama noch im November eindeutig zugesichert hatten, der Abzug lasse sich problemlos in 18 Monaten durchführen.
Für was bekommen denn diese Generäle ihre fetten Gehälter, wenn sie, nachdem sie einen eh sinnlosen Krieg angefangen haben, noch nicht mal den Truppenabzug vernünftig organisieren können? Oder weiß der sog. "Friedens"(!)nobelpreisträger Obama selber nicht mehr, was zu tun ist. Wer hat hier eigentlich das Sagen - das Militär oder die Regierung?
Eine katastrophale Situation kommentiert Bob Herbert, denn abgesehen davon dass fast die Hälfte der Soldaten allein während der kurzen Amtszeit von Obama umgekommen sind: Die Kosten des Afghanistankrieges verhindert alle Bemühungen, die großen wirtschaftlichen und sozialen Probleme Amerikas anzugehen.
Statt die dringenden Probleme der USA im Schulwesen und in der Wirtschaft anzugehen und das dramatische Budgetdefizit abzubauen, "versickern Jahr für Jahr Milliarden von Dollars in einem tückischen, verräterischen und hoffnungslos korrupten Loch in Afghanistan". Und dann fordern die PolitikerInnen noch mit heuchlerischen Argumenten einen Abbau der Staatsschulden, während sie dem "Surge" in Afghanistan zujubeln.
Bob Herbert: "Wir werden nie eine stabile, prosperierende Gesellschaft in Afghanistan aufbauen. Was wir stattdessen dringend brauchen, ist eine nationale Kampagne gegen die wachsende Instabilität und den Verfall in den Vereinigten Staaten selber".
Und Deutschland, fragt sich der Blogger? Wir sind ja nur Handlanger (leider immerhin das) des amerikanischen Kriegsabenteuers in Afghanistan. Aber auch für Deutschland kostet der Kriegseinsatz über 35 Milliarden Euro, weitaus mehr als der gesamte Militäretat der Bundeswehr.
Da leisten sich also unsere PolitikerInnen einen unsinnigen Krieg, und dann soll kein Geld da sein für Abschaffung von Hartz IV und Leiharbeit, für genügend Kitas und Krippen und ausreichende Ausbildung für unsere Jugend?
Da kann man nur sagen: Armes Deutschland - aber eine durch Kriegsblindheit und Nibelungetreue zum großen amerikanischen Bruder selbst induzierte Armut. Die/der BürgerIn sollte sich das merken, wenn in vielleicht nicht allzu ferne Zeit mal wieder die Mehrwertsteuer erhöht wird.
Samstag
Bundeswehr-Chef schimpft über militärische Verschwendung
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| Quelle: Handelsblatt |
Von ennormen Verschwendungen ist die Rede und dass alle großen Rüstungsprojekte der Bundeswehr mit den Etiketten: "Zu teuer, Zu spät, Nicht angemessen", behaftet sind.
Als Beispiele nennt Wieker den Eurofighter und den Militärtransporter A 400 (beide zu spät und zu teuer) und den Kampfhubschrauber Tiger (so schlecht produziert, dass die Bundeswehr die Abnahme verweigert hat).
Das Beschaffungsmanagement des deutschen Militärs ist laut Wieker so katastrophal, dass der General empfiehlt, die minderwertigen Rüstungsgüter möglichst gleich weiter zu verkaufen, anstatt sie an die Bundeswehr ausliefern zu lassen (Rüstungimporteure in aller Welt - freut euch...!).
Und schließlich ist Wiekers Statement, "dass es für die allgemeine Wehrpflicht keine sicherheitspolitische Notwendigkeit mehr gibt" sicherlich Wasser auf Guttenbergs Mühlen, weiterhin konsequent seinen Weg Richtung einer endlich kleineren und billigeren deutschen Armee fortzusetzen.
Fragt sich die/der SteuerzahlerIn nur: Warum kommt diese Einsicht eigentlich bei PolitikerInnen und Militärs erst so spät?
Freitag
Korallen statt Panzer - Thailand probt die Abrüstung
Deutsche MilitärpolitikerInnen aufgepasst! Mit euren ersten schüchternen Schritten in Richtung Abrüstung der Bundeswehr betretet Ihr Neuland.
Aber keine Angst. Lasst euch von unkonventionellen Abrüstungsbeiträgen anderer Länder ermutigen. Wie zum Beispiel Thailand. Denn nicht nur Militärs haben Fantasie, auch die Konversion:
Nach der alten Prophetenvision "Schwerter zu Pflugscharen" und Machbarkeitsstudien für die Verwandlung von Truppenübungsplätzen zu Freizeitparks nun: Alte Panzer für Korallenriffe!
Fünfundzwanzig ausser Dienst gestellte Kampfpanzer liess die thailändische Armee neulich auf den Grund des Golfs von Thailand versenken. Darauf werden Korallen wachsen und beides zusammen soll zur Heimat von vor dem Aussterben bedrohter Fische werden. (vgl. Bericht in der FTD 10.8.10, S.28)
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| Quelle: heute.at |
Wenn doch Deutschland konsequent auch in diese Richtung fantasieren würden. Immerhin geht Guttenberg schon mal dankenswerterweise mit der Quasi-Abschaffung der Wehrpflicht und Stornierung der am meisten überflüssigsten deutschen Rüstungsprojekte voran.
AbrüstungspolitikerInnen aller Länder - vereinigt euch!
Donnerstag
Das deutsche Militär - kein Geld und kein Auftrag
Dieses Jahr leistet auch die Bundeswehr ihren Beitrag zum Anti-Kriegstag.
Es ist ja das Verdienst des deutschen Militärministers, dass er mit seiner Grundsatzrede auf der Bundeswehr-Kommandeurtagung am 26. Mai 2010 endlich eine seit Jahren überfällig Spardiskussion für das deutsche Militärbudget eröffnet hat. Damit hat er er dankenswerterweise die Schleusen der politischen und militärischen Spardebatte in Deutschland weit geöffnet.
Woche für Woche lesen wir nun - für Deutschland völlig ungewohnt - dass unser Land mit sehr viel weniger Soldaten und viel weniger Waffensystemen offenbar genauso sicher ist als wie es die Generäle mit ihrem Ausgabenwahn ("Mehr ist auf besser als weniger" bzw. "Viel Militärausgaben heisst auch viel Sicherheit") uns immer vorgegaukelt haben.
Insbesondere die mit der Abschaffung der Wehrpflicht einhergehende drastische Reduzierung von Standorten, Liegenschaften, Unterkunftgebäuden, Ausbildungseinrichtungen, Instandhaltungs- und Betriebskosten-Notwendigkeiten und der Fortfall von nicht mehr benötigtem Ausbildungspersonal für Wehrpflichtige macht einen solchen eindrucksvollen Einsparbetrag möglich (immerhin der bis zu fünffache Mehrbetrag als wie normalerweise jetzt in der Spardiskussion angeführt).
Es ist ja das Verdienst des deutschen Militärministers, dass er mit seiner Grundsatzrede auf der Bundeswehr-Kommandeurtagung am 26. Mai 2010 endlich eine seit Jahren überfällig Spardiskussion für das deutsche Militärbudget eröffnet hat. Damit hat er er dankenswerterweise die Schleusen der politischen und militärischen Spardebatte in Deutschland weit geöffnet.
Woche für Woche lesen wir nun - für Deutschland völlig ungewohnt - dass unser Land mit sehr viel weniger Soldaten und viel weniger Waffensystemen offenbar genauso sicher ist als wie es die Generäle mit ihrem Ausgabenwahn ("Mehr ist auf besser als weniger" bzw. "Viel Militärausgaben heisst auch viel Sicherheit") uns immer vorgegaukelt haben.
Tiefgreifender als diese an Soldatenzahlen und Euro-Beträgen orientierte öffentliche Diskussion ist allerdings die Tatsache, dass im Rahmen der Guttenberg-Sparvorgaben immer deutlicher wird, dass die deutsche Armee offenbar nicht nur seit vielen Jahren ohne adäquates Management geführt wurde (ein politisch-militärisches Armutszeugnis angesichts des horrenden Militäretats in Deutschland) sondern darüber hinaus sogar noch nicht einmal eine stringente militärische Strategie und keine überzeugenden Auftrag für ihre teuren SoldaVerband ten hat.
Dies nachzuweisen ist das Verdienst von Ralf Zielonka, stv. NRW-Landesvorsitzender im der Reservisten der deutschen Bundewehr e.V. in einem Aufsatz "Alles steht auf dem Prüfstand" in www.geopowers.com
In diesem Text analysiert Zielonka zunächst die aktuelle deutsche Militärspardiskussion. Er weist u.a. daraufhin, dass der Wegfall der deutschen Wehrpflicht ein Einsparpotenzial mit sich bringen wird, das weit über die in der ggw. Diskussion immer genannten ca. 400 Millionen Euro hinausgeht. Zielonka kommt bei seinen Kalkulationen stattdessen auf stattliche bis zu zwei Milliarden eingesparte Euro.
Insbesondere die mit der Abschaffung der Wehrpflicht einhergehende drastische Reduzierung von Standorten, Liegenschaften, Unterkunftgebäuden, Ausbildungseinrichtungen, Instandhaltungs- und Betriebskosten-Notwendigkeiten und der Fortfall von nicht mehr benötigtem Ausbildungspersonal für Wehrpflichtige macht einen solchen eindrucksvollen Einsparbetrag möglich (immerhin der bis zu fünffache Mehrbetrag als wie normalerweise jetzt in der Spardiskussion angeführt).
Dass es bei diesem Spardiktat umso notwendiger ist, den Auftrag der deutschen Armee klar und verständlich zu fassen, liegt auf der Hand. Aber hier resigniert bemerkenswerter der Insider Zielonka:
"Der Versuch die Schwerpunkte und Absichten der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik mit nur wenigen Sätzen oder Absätzen aussagekräftig darzulegen ist untauglich"
"Der Versuch die Schwerpunkte und Absichten der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik mit nur wenigen Sätzen oder Absätzen aussagekräftig darzulegen ist untauglich"
Starker Tobak - die über 30 Milliarden Euro für unsere deutsche schimmernde Wehr und Waffen werden Jahr für Jahr perspektivlos ausgegeben?
Aber so scheint es offenbar zu sein, denn Zielonka fasst den Leitsatz deutscher Militärpolitik lapidar mit dem Satz zusammen: "Was die anderen (in der Nato) machen, das machen wir auch". Leute, wie Zielonka, die sich noch Hoffnung auf eine stringente Bundeswehr-Planung machen, sind deshalb natürlich über die Spar-Rasenmähermethode keinesfalls glücklich. Immerhin lesen wir denn auch bei ihm eine durchaus beachtliche Liste von Militärprojekten, die offenbar ohne geringsten Sicherheitsverlust für Deutschland entweder ganz gestrichen oder erheblich gekürzt bzw. gestreckt werden können:
Eurofighter
Transportflugzeug Airbus
Kampfhubschrauber Eurocopter
Transporthubschrauber NH90
Flugabwehrsystem MEADS
Fregatte 125
Schön, dass uns jetzt die Militärs und Militärpolitiker vormachen, wie Abrüstung funktioniert. Wenn immer wir Abrüstungsanalytiker in den vergangenen Jahren solche Pläne auf den Tisch gelegt haben, wurden wir doch nur als realitätsfremde Utopisten beschimpft. Jetzt ist Abrüstung in Deutschland geadelt - der Herr Baron stellt sich selber an die Spitze der Bewegung. Also, Hardthöhe: Antreten zum großen deutschen Spar-Manöver!
Samstag
Mobile Blogging im Trentino
Schon ein paar schoene Touren gemacht. Und gutes Blogging - Material über Panzer-Konversion in Thailand und Abrüstung in Deutschland in standby gestellt.
Stay tuned. Anfang September geht's hier weiter.
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Unterwegs von meinem iPhone G4 gesendet
Donnerstag
Afghanistan: Kein Vertrauen der Bevölkerung in die Nato
Die Ergebnisse einer Erhebung des International Council on Security and Development (ICOS) unter der Bevölkerung in Afghanistan sind für die Nato-Mission dort niederschmetternd:
"Wir verpassen es offensichtlich uns selbst oder unsere Ziele der afghanischen Bevölkerung zu erklären. Dieser Umstand spielt der Propaganda der Taliban und al Kaida gegen den Westen in die Hände", resümiert ICOS Präsidentin Norine MacDonald.
Die Ergebnisse:
- 75 Prozent glauben, das ISAF-Truppen ihre Religion und Traditionen nicht respektieren
- 74 Prozent erachten es als falsch mit den fremden Truppen zu kooperieren
- 68 Prozent fühlen sich durch NATO-Truppen nicht geschützt
- 70 Prozent halten die militärischen Aktionen in ihren Regionen für schlecht für die afghanische Bevölkerung
- 59 Prozent halten nichts von einer neuen militärischen Offensive der NATO in Kandahar
- 55 Prozent sind der Überzeugung, dass es den ISAF Truppen um ihren eigenen Vorteil geht und diese das Land entweder zerstören oder bestzen wollen, um den Islam zu zerstören
Ob das auch bis zu den Ohren der Militärchefs in Washington und Berlin dringt?
"Wir verpassen es offensichtlich uns selbst oder unsere Ziele der afghanischen Bevölkerung zu erklären. Dieser Umstand spielt der Propaganda der Taliban und al Kaida gegen den Westen in die Hände", resümiert ICOS Präsidentin Norine MacDonald.
Die Ergebnisse:
- 75 Prozent glauben, das ISAF-Truppen ihre Religion und Traditionen nicht respektieren
- 74 Prozent erachten es als falsch mit den fremden Truppen zu kooperieren
- 68 Prozent fühlen sich durch NATO-Truppen nicht geschützt
- 70 Prozent halten die militärischen Aktionen in ihren Regionen für schlecht für die afghanische Bevölkerung
- 59 Prozent halten nichts von einer neuen militärischen Offensive der NATO in Kandahar
- 55 Prozent sind der Überzeugung, dass es den ISAF Truppen um ihren eigenen Vorteil geht und diese das Land entweder zerstören oder bestzen wollen, um den Islam zu zerstören
Ob das auch bis zu den Ohren der Militärchefs in Washington und Berlin dringt?
Mittwoch
Der Blogger ist im Trentino
Morgen gehts los. Ich fahre mit Heike und der Familie unseres Sohnes in ein Klettergebiet in Südtirol. Mit kleinem See und schönen Klettersteigtouren ringsum. Mal sehn ob ich von dort auch mal mobil blogge. Leider hab ich noch kein Blogging-Programm entdeckt, mit dem ich auch Bilder mobil bloggen könnte. IBlogging, was ich auf meinem neuen iPhone G4 installiert habe sieht das erst "ab der nächsten Version" vor. Egal, Anfang September gehts wieder weiter mit den "Unbequemen Nachrichten". Stay tuned.
Dienstag
Mobile Blogging: Schönes Weserbergland
---------- Forwarded message ----------
From: Dr. Burkhard Luber <hubluber@web.de>
Date: Tue, Aug 10, 2010 at 07:23

=========================Von meinem iPhone unterwegs gesendet
From: Dr. Burkhard Luber <hubluber@web.de>
Date: Tue, Aug 10, 2010 at 07:23
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Montag
Der Anarchist auf dem Schachbrett schlägt mal wieder zu
Ich fürchte, meinem Online-Schachgegner hat das Mittagessen gestern nicht recht geschmeckt, nachdem für ihn der Partiegewinn sicherlich nur noch eine bloße Formalie war.
Aber selbst fünf Mehrfiguren - darunter immerhin eine Dame, zwei Türme und ein Springer - sind noch lange keine Garantie für den Gewinn, auch wenn ich selber nur noch König und zwei Bauern hatte.
Da kann ich nur die musikalische Mahnung von Johann Quantz, Friedrich des Grossen Flötenlehrer, in den Schachkontext abwandeln:
"Mit vielen Figuren allein, ist es noch nicht allezeit gerichtet!"
Nach Weiß TxBg5 = patt:
Aber selbst fünf Mehrfiguren - darunter immerhin eine Dame, zwei Türme und ein Springer - sind noch lange keine Garantie für den Gewinn, auch wenn ich selber nur noch König und zwei Bauern hatte.
Da kann ich nur die musikalische Mahnung von Johann Quantz, Friedrich des Grossen Flötenlehrer, in den Schachkontext abwandeln:
"Mit vielen Figuren allein, ist es noch nicht allezeit gerichtet!"
Nach Weiß TxBg5 = patt:
2010: Feinstaub-Alarm
Die Wetterstruktur im ersten Halbjahr 2010 (lange Inversionsperioden im Winter plus Vulkanausbruch in Island) lässt die Feinstaubwerte in Deutschland drastisch ansteigen.
Schon jetzt können viele Städte Deutschland die Grenzwerte nicht mehr einhalten, die laut Umweltzonen-Richtlinien nur maximal an 35 Tagen überschritten werden dürfen.
Schon jetzt können viele Städte Deutschland die Grenzwerte nicht mehr einhalten, die laut Umweltzonen-Richtlinien nur maximal an 35 Tagen überschritten werden dürfen.
Am Neckartor in Stuttgart wurden sie in den ersten sechs Monaten diesen Jahres bereits 70mal überschritten, an der Landshuter Allee in München 50 mal, an der Frankfurte Allee in Berlin 42 mal. Alle drei Strassen liegen innerhalb einer Umweltzone. Während des Vulkanausbruchs in Island wurde in den meisten Städten Baden-Württembergs die Feinstaubwerte deutlich überschritten.
Welche verheerenden Folgen Feinstaub auf Gesundheit und Leben hat, zeigt die Statistik der WHO: Jährlich sterben an die 75000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Feinstaub.
Wenn also die Feinstaubwerte so drastisch wie im Jahr 2010 ansteigen, muss mit entsprechend stark ansteigenden Risiko von Lungenerkrankungen und Herzrhytmusstörungen gerechnet werden.
Umso wichtiger dass die deutschen Kommunen sich von der ADAC-Lobby nicht beirren lassen, sondern an den Umweltzonen festhalten.
Denn z.B. in Berlin zeigt sich, dass nach der Einführung von Umweltzonen dort die Zahl der PKWs und LKWs mit grünen Plaketten erfreulicherwseise erheblich angestiegen ist.
Ausserdem sitzt den Kommunen die EU im Rücken, die ein Einhalten der Feinstaubwerte im nächsten Jahr verbindlich vorschreibt.
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| Quelle: IVDA |
Wenn also die Feinstaubwerte so drastisch wie im Jahr 2010 ansteigen, muss mit entsprechend stark ansteigenden Risiko von Lungenerkrankungen und Herzrhytmusstörungen gerechnet werden.
Umso wichtiger dass die deutschen Kommunen sich von der ADAC-Lobby nicht beirren lassen, sondern an den Umweltzonen festhalten.
Denn z.B. in Berlin zeigt sich, dass nach der Einführung von Umweltzonen dort die Zahl der PKWs und LKWs mit grünen Plaketten erfreulicherwseise erheblich angestiegen ist.
Ausserdem sitzt den Kommunen die EU im Rücken, die ein Einhalten der Feinstaubwerte im nächsten Jahr verbindlich vorschreibt.
Samstag
Afghanistan: Mehr Tote, mehr Selbstmörder - aber Obama plant seine Wiederwahl
Die Soldaten: Unmotiviert
Die Heimat: Desinteressiert
Der Kriegschef: Denkt an seine Wiederwahl
Warum also weiter Krieg in Afghanistan führen?
Hier die Fakten:
Die Zahl der Selbstmorde in der US-Armee in Afghanistan nimmt dramatisch zu:
Im Jahr 2009 waren es schon 160 US-SoldatInnen, die in Afghanistan Selbstmord begangen haben. Allein nur im vergangen einen Monat (!) Juni waren es bereits 32 = statistisch jeder Tag ein Selbstmörder in der US-Armee.
Die Truppen sind dem ständig steigenden Kriegsstress nicht mehr gewachsen. Und das Militärministerium muß ohnmächtig zusehen: Bei der drastisch sinkenden Zahl von jungen AmerikanerInnen (was nicht verwundert bei diesem schmutzigen Krieg), die sich für solch lebensbedrohlichen Einsatz freiwillig melden, muss die Armee immer mehr Personen einberufen, die wegen ihrer Alkohol- und Drogen-Exzesse im Zivilleben normalerweise nie in Afghanistan sein dürften.
Auf dem Schlachtfeld sieht es nicht anders aus: Im Juli 2010 wurden 66 US-Soldaten getötet, mehr als je zuvor in einem Monat, und sechs mehr als zuvor im Juni 2010.
Und die Heimat ist des Krieges überdrüssig wie noch nie. Nach fast einem Jahrzehnt spricht niemand mehr in den USA von Sieg. Für die Bevölkerung ist der Krieg, ausser für die Angehörigen der toten Soldaten, kein Thema mehr, für das sich ein Engangement noch länger lohnt.
Warum also noch für Afghanistan sterben? Ein Land, in dem sich durch den Krieg bestimmt nicht - und durch die USA am allerwenigsten - eine Demokratie installieren lässt, die diesen Namen verdient. Aber statt endlich Schluß zu machen, propagiert der US-Oberkommandant in Afghanistan, den Krieg noch viel härter und gewalttätiger zu führen.
Der sog. "Friedens"nobelpreisträger Obama hat das Ende des Krieges sehr smart auf den Anfang seines Wahlkampf für seine zweite Wahlperiode gelegt. Ja, Wahlkämpfe müssen in der Mediengesellschaft gut getimt werden. Tote Soldaten stören nur bei der Wahlstimmenwerbung.
Herr Präsident, legen sie doch einfach die deadline für diesen hoffnungslosen Krieg ein Jahr nach vorne. Viele GIs, die jetzt noch leben und gerne auch noch weiter leben wollen, werden es ihnen danken.
Die Heimat: Desinteressiert
Der Kriegschef: Denkt an seine Wiederwahl
Warum also weiter Krieg in Afghanistan führen?
Hier die Fakten:
Die Zahl der Selbstmorde in der US-Armee in Afghanistan nimmt dramatisch zu:
Im Jahr 2009 waren es schon 160 US-SoldatInnen, die in Afghanistan Selbstmord begangen haben. Allein nur im vergangen einen Monat (!) Juni waren es bereits 32 = statistisch jeder Tag ein Selbstmörder in der US-Armee.
Die Truppen sind dem ständig steigenden Kriegsstress nicht mehr gewachsen. Und das Militärministerium muß ohnmächtig zusehen: Bei der drastisch sinkenden Zahl von jungen AmerikanerInnen (was nicht verwundert bei diesem schmutzigen Krieg), die sich für solch lebensbedrohlichen Einsatz freiwillig melden, muss die Armee immer mehr Personen einberufen, die wegen ihrer Alkohol- und Drogen-Exzesse im Zivilleben normalerweise nie in Afghanistan sein dürften.
Auf dem Schlachtfeld sieht es nicht anders aus: Im Juli 2010 wurden 66 US-Soldaten getötet, mehr als je zuvor in einem Monat, und sechs mehr als zuvor im Juni 2010.
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| Quelle: life.com |
Warum also noch für Afghanistan sterben? Ein Land, in dem sich durch den Krieg bestimmt nicht - und durch die USA am allerwenigsten - eine Demokratie installieren lässt, die diesen Namen verdient. Aber statt endlich Schluß zu machen, propagiert der US-Oberkommandant in Afghanistan, den Krieg noch viel härter und gewalttätiger zu führen.
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| bild-merkur- |
Herr Präsident, legen sie doch einfach die deadline für diesen hoffnungslosen Krieg ein Jahr nach vorne. Viele GIs, die jetzt noch leben und gerne auch noch weiter leben wollen, werden es ihnen danken.
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