Freitag
Selbst ein Turm mehr nützt nicht gegen ein Schachgebot
Wieder mal schien eine Partie für den Unbequemen Blogger (in Schwarz) verloren, der zwei Züge vorher immerhin einen Turm eingestellt hatte. Nun dachte Weiß, die Partie völlig klar machen zu können und zog T c1-c3, um endlich den unbequemen schwarzen Bauer auf e3 zu erobern. Aber - alte Schachweisheit - gegen ein Schachgebot nützt auch noch so viel materielle Überlegenheit nichts: Nach e3xf2 droht Matt im übernächsten Zug.
Donnerstag
"Eurorettung"? Nein: Schuldenkrise der PIGS
Holger Steltzner, in der heutigen FAZ, entmystifiziert die laufenden Euro-Rettungsaktionen. Immer weniger liquide Staaten im Norden Europas müssen für immer grössere Kredite für die PIGS haften. Auch wenn diese Kreditvolumina gewöhnliche BürgerInnen schwindeln lassen, offenbar immer routinisierter wird das über die EU-Bühne gezogen. Auch beim nächsten Pleitefall, Spanien?
Steltzner ist aus gutem Grund sehr skeptisch angesichts einer griechischen Renditenhöhe von jetzt schon 25%. Er schlußfolgert: "Die bisherigen Lösungsversuche sind gescheitert, der Markt erwartet eine Umschuldung". Griechenland ist weit von einer wirtschaftlichen Genesung entfernt. Und der PIGS-Pleitvirus grassiert weiter: "Europas Schuldenkrise entpuppt sich im Kern als Krise der politischen und wirtschaftlichen Strukturen vieler Euroländer".
Steltzner ist aus gutem Grund sehr skeptisch angesichts einer griechischen Renditenhöhe von jetzt schon 25%. Er schlußfolgert: "Die bisherigen Lösungsversuche sind gescheitert, der Markt erwartet eine Umschuldung". Griechenland ist weit von einer wirtschaftlichen Genesung entfernt. Und der PIGS-Pleitvirus grassiert weiter: "Europas Schuldenkrise entpuppt sich im Kern als Krise der politischen und wirtschaftlichen Strukturen vieler Euroländer".
Mittwoch
Nach dem Tod von Bin-Laden - ein Satz von M.L.King
"I mourn the loss of thousands of precious lives, but I will not rejoice in the death of one, not even an enemy. Returning hate for hate multiplies hate, adding deeper darkness to a night already devoid of stars. Darkness cannot drive out darkness: only light can do that. Hate cannot drive out hate: only love can do that."
Der Mai ist gekommen: Neues Notebook und 40.000+ Seitenaufrufe im Blog
Das ist dem Unbequemen Blogger in seiner notebook-Biografie noch nie passiert: Der Lenovo gab schon im ersten Jahre seinen Geist auf. "Überhitzung aus unerklärbarem Grund" schrieb der auch fassungslose Techniker in den Diagnosebericht. Vier Wochen Reparaturzeit laut Herstellerfirma.
Solange kann ich meine Blog-LeserInnen nicht warten lassen. Also Neukauf. Dann aber auch richtig: Dies ist der erste Blogpost auf meinem neuen Toshiba-Boliden (17 Zoll-Bildschirm...).
Und damit im schönen Mai auch alles hübsch konfiguriert: Gerade lese ich auf meinem Blog-Statistik-Tool: Mehr als 40.000 Seitenaufrufe. Great. Danke an alle aufmerksamen LeserInnen des Unbequemen Blog.
An Blog-Stoff wird`s auch weiterhin nicht mangeln: In welchen deutschen Garnisonen gehen bald die Lichter aus (BMVg: "Kein Standort ist sicher")? Wann müssen die GriechInnen zum Frisör? Wann meldet Spanien "Euro landunter"? Auch wenn alle lauthals schreien: "Spanien ist doch nicht Portugal!" Natürlich nicht, Portugal war auch nicht Irland und Irland war auf keinen Fall Griechenland. Deja entendu?
Der Unbequeme Blogger verabschiedet sich mit einem - zulässigen - Plagiat (seit Ex-"Doktor" zu Googleberg sind wir ja in Deutschland da nicht mehr so pingelig) aus dem täglichen Handelsblatt-Morning-Briefing des dortigen Chefredakteurs: "Halten Sie dem Unbequemen Blog die Treue"
Solange kann ich meine Blog-LeserInnen nicht warten lassen. Also Neukauf. Dann aber auch richtig: Dies ist der erste Blogpost auf meinem neuen Toshiba-Boliden (17 Zoll-Bildschirm...).
Und damit im schönen Mai auch alles hübsch konfiguriert: Gerade lese ich auf meinem Blog-Statistik-Tool: Mehr als 40.000 Seitenaufrufe. Great. Danke an alle aufmerksamen LeserInnen des Unbequemen Blog.
An Blog-Stoff wird`s auch weiterhin nicht mangeln: In welchen deutschen Garnisonen gehen bald die Lichter aus (BMVg: "Kein Standort ist sicher")? Wann müssen die GriechInnen zum Frisör? Wann meldet Spanien "Euro landunter"? Auch wenn alle lauthals schreien: "Spanien ist doch nicht Portugal!" Natürlich nicht, Portugal war auch nicht Irland und Irland war auf keinen Fall Griechenland. Deja entendu?
Der Unbequeme Blogger verabschiedet sich mit einem - zulässigen - Plagiat (seit Ex-"Doktor" zu Googleberg sind wir ja in Deutschland da nicht mehr so pingelig) aus dem täglichen Handelsblatt-Morning-Briefing des dortigen Chefredakteurs: "Halten Sie dem Unbequemen Blog die Treue"
Merkel, der neue Hamlet
Aus der Kolumne von Wolfgang Münchau in der heutigen FTD:
Merkel, die Zögerliche. Merkel die Zaudernde.
"Anstatt zu führen, schafft sie neue Unsicherheiten."
Sie will kein Risiko eingehen.
"Sie geht immer nach dem gleichen Verfahren vor: Erst einmal abwarten, dann auf das Gewinnerpferd springen."
"Schuldenkrisen sind der Typus von Krisen, die sich
durch Aussitzen nur verschlimmern."
"Die Bundeskanzlerin interessiert sich zwar für zukünftige Rettungsmechanismen, aber überhaupt nicht für die Lösung
der jetzigen Krise."
"Merkels politische Schwäche lässt sich wohl damit erklären, dass sie diese Krise im Kern nie kapiert hat."
Die Aussage des neuen Bundesbankpräsidenten, dass Finanzmarktstabilität nicht so wichtig sei wie Preisstabilität, legt nahe, dass er die Dynamik an den Märkten nicht versteht.
E-Mail: munchau@eurointelligence.com
Wolfgang Münchau ist Kolumnist der FT und der FTD. Er leitet den Informationsdienst Eurointelligence.com
Merkel, die Zögerliche. Merkel die Zaudernde.
"Anstatt zu führen, schafft sie neue Unsicherheiten."
Sie will kein Risiko eingehen.
"Sie geht immer nach dem gleichen Verfahren vor: Erst einmal abwarten, dann auf das Gewinnerpferd springen."
"Schuldenkrisen sind der Typus von Krisen, die sich
durch Aussitzen nur verschlimmern."
"Die Bundeskanzlerin interessiert sich zwar für zukünftige Rettungsmechanismen, aber überhaupt nicht für die Lösung
der jetzigen Krise."
"Merkels politische Schwäche lässt sich wohl damit erklären, dass sie diese Krise im Kern nie kapiert hat."
Die Aussage des neuen Bundesbankpräsidenten, dass Finanzmarktstabilität nicht so wichtig sei wie Preisstabilität, legt nahe, dass er die Dynamik an den Märkten nicht versteht.
E-Mail: munchau@eurointelligence.com
Wolfgang Münchau ist Kolumnist der FT und der FTD. Er leitet den Informationsdienst Eurointelligence.com
Dienstag
Was hilft ein Turm mehr gegen ein Matt?
Eigentlich wollte der Unbequeme Blogger (mit Schwarz) diese Partie heute morgen schon aufgeben, weil er mit einem Turm und einem Läufer weniger hoffnungslos im materiellen Nachteil war. Eher lustlos manöverierte er noch mit seinen Figuren weiter. Aber solche Blindheit, wie es Weiß dann - siehe Diagramm - an den Tag legte (er hatte vor dem Mattzug gerade seinen Springer von f7 nach d6 gezogen...) mußte dann doch gerechterweise bestraft werden. Nettes Mattbild, fast wie eine Studie.
Wahre Finnen: Doch Nein zur Portugal-Rettung
True Finns change their mind again
A day after the True Finns signalled that they might support a Portuguese rescue package, they changed their mind again, by categorically ruling out that that they would support such a measure. "Such a solution that could work for us cannot be found with the current assumptions... We will not support or vote in support of these solutions, because we do not believe in these systems." Reuters quoted political commentators in Finland as saying that that it would be difficult for the True Finns to enter the next government now. The Social Democrats, who came second in the elections, have yet to make up their mind about their position on a Portuguese package.
(aus Eurointellignce Heutiges News Briefing)
A day after the True Finns signalled that they might support a Portuguese rescue package, they changed their mind again, by categorically ruling out that that they would support such a measure. "Such a solution that could work for us cannot be found with the current assumptions... We will not support or vote in support of these solutions, because we do not believe in these systems." Reuters quoted political commentators in Finland as saying that that it would be difficult for the True Finns to enter the next government now. The Social Democrats, who came second in the elections, have yet to make up their mind about their position on a Portuguese package.
(aus Eurointellignce Heutiges News Briefing)
Griechische Hausaufgabe: Endlich ehrlich Steuern zahlen
Eine Hauptursache für die Griechenland-Pleite ist der griechische Volkssport "Steuerhinterziehung". Alle staatlichen Versuche gegen diese kriminelle Energie vorzugehen sind bisher versandet. Bis zu 30 Milliarden, also bis zu 15% des Bruttoinlandsproduktes gehen dem griechischen Staat durch solche Machenschaften verloren. Hätte er diese, müsste Hellas nicht Bankrott anmelden. Nun googlen die Steuerfahnder über Google Earth nach nicht deklarierten swimming pools und fahnden nach nicht registrierten Luxus-Yachten. Und in der Schweiz sollen Griechen auch noch 35 Milliarden Euro schwarz gebunkert haben. Also: unsere Beiträge in den sog. "Rettungsschirm" sind offenbar völlig überflüssig, wenn es in Griechenland nur etwas normaler, sprich: einfach legaler, zuginge.
Referenzartikel: Gerd Höhler im heutigen Handelsblatt, 3.5.11., auf Seite 17
Referenzartikel: Gerd Höhler im heutigen Handelsblatt, 3.5.11., auf Seite 17
Die (westliche) Feigheit vor der syrischen Diktatur
"Assad macht, was Gaddafi nicht darf" titel süffisant die heutige FTD angesichts des beschämenden Schweigens der Nato gegenüber dem Gewaltregime in Damaskus. Syriens Diktator droht keine westliche Intervention wie in Libyen. Die Furcht vor dessen Einfluss in der Region ist zu groß.
| FTD 3.5.11, S. 13 |
Kein offizieller Haircut? Lieber geht Hellas heimlich zum Frisör
Griechenland verweigert sich weiter einem Haircut sondern verlangt eine weitere Zinssenkung bei den Rettungskrediten
der Euro-Länder und eine erneute Verschiebung der Rückzahlung.
der Euro-Länder und eine erneute Verschiebung der Rückzahlung.
Trotz der drastischen EU-Bedingungen für die Sanierung des Landes stieg die Gesamtverschuldung im vergangenen
Jahr auf 142,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
– Rekord im Euro-Raum. Bis 2013 wird der Schuldenstand
auf rund 160 Prozent klettern.
Jahr auf 142,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
– Rekord im Euro-Raum. Bis 2013 wird der Schuldenstand
auf rund 160 Prozent klettern.
Der Vorschlag des griechischen Finanzministern für eine erneute Zinssenkung stößt auf Skepsis im Kreis der anderen
Euro-Länder. „Griechenland braucht Solidarität. Diese Solidarität darf aber nicht überstrapaziert werden“, warnte der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber.
Euro-Länder. „Griechenland braucht Solidarität. Diese Solidarität darf aber nicht überstrapaziert werden“, warnte der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber.
Eine deutliche Zinssenkung könnte auch dazu führen, dass Deutschland die Griechen-Kredite von Ländern wie Spanien subventionieren müsste, die selbst höhere Zinsen zahlen. Wegen der horrenden Renditen griechischer Staatsanleihen
von über 20 ist es immer unwahrscheinlicher, ob Griechenland wie geplant ab 2012 einen Teil seiner längerfristigen Anleihen wieder am Markt und
außerhalb des Rettungsschirms platzieren kann.
von über 20 ist es immer unwahrscheinlicher, ob Griechenland wie geplant ab 2012 einen Teil seiner längerfristigen Anleihen wieder am Markt und
außerhalb des Rettungsschirms platzieren kann.
Und noch immer liegen Griechenlands Steuereinnahmen
trotz neuer Gesetze unter dem EU-Durchschnitt und tragen so zu den Finanzproblemen bei.
trotz neuer Gesetze unter dem EU-Durchschnitt und tragen so zu den Finanzproblemen bei.
Referenz: Artikel von Peter Ehrlich in der heutigen FTD.
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