Mittwoch

Ein Jahr "Unbequemer Blog" - ein Interview mit dem Blogger

(Dieses Interview führte freundlicherweise Walter Hogreve aus Hamburg)

WH: Ein Jahr “Unbequemer Blog” mit 1700+ Blogpostings und 45.000+ LeserInnen - feierst du das?
BL: Nein, aber ich denke schon mal über die zwölf ersten Blogger-Monate nach.

WH: Hast du dir mit deinem Blog-Start im Juni 2010 einen schon lang gehegten Plan erfüllt?
BL: Nein, ausser einem “Volontariat” bei der Schülerzeitung (lacht) hab ich in meinem letzten Job zwar einen “Transcontinental Newsletter” und den Digest “Grassroot Good News” herausgegeben. Aber unmittelbarer Anlass für den “Unbequemen Blog” war ein kirchennahes online-Forum, wo man mir als Gastkommentator quasi den Mund verbieten wollte. Da dachte ich: Schleunigst hier raus und einen eigenen Blog eröffnen. 


WH: Deine Thementag-Wolke zeigt deutlich, wo deine Blog-Schwerpunkte liegen.
BL: Ja, in den letzten Wochen hat sogar Griechenland die Euro-Krise überholt, obwohl ja beides unmittelbar miteinander zu tun hat. Aber die Griechenland-Misere war eben zeitgleich mit meinen ersten Blog-Postings und ist in all ihren Facetten bis heute vorherrschendes Blog-Thema geblieben.


WH: Es gibt Leute, die kritisieren deine mangelnde Griechenland-Solidarität und werfen dir regelrechtes Greece-Bashing vor.
BL: Solidarität ist für mich ein sehr kostbares Gut. Wenn das nicht so wäre, hätte ich nie so viel Motivation und Engagement für meine Arbeit mit den viele NGOs auf dem Balkan, im Kaukasus und in Afrika aufbringen können. Aber Solidarität darf nie eine Einbahnstrasse sein. Solidarität ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Und es ist makaber, wenn Leute aus der deutschen politischen Elite, die uns jetzt mit pathetischen Worten zur Solidarität mit Griechenland anhalten wollen, mehr oder weniger die gleichen sind, die wider besseres wirtschaftliches Wissen Griechenland Zugang zum Euro verschafft haben, einen Zugang den Hellas, das darf man nie vergessen mit gefälschten Statistiken und gezinkten Wirtschaftsinformationen erschlichen hat.


WH: Das ist nun Vergangenheit. Was schlägst du für die Zukunft vor?
BL: Ich kann als wirtschafts- und finanzanalytischer Amateur keine ausgefeilten eigenen Konzepte vorschlagen. Aber wenn ich, und mein Blog zwingt mich dazu, meine jetzt einjährige Lektüre der internationalen presse (FT, FTD, Eurointelligence, Reuters, HB, El Pais und Le Monde) auswerte, sehe ich, dass sich die Zahl der Fachleute, die für ein Erhalt des Euro “koste es was es wolle” sind, und derjenigen, die für einen wohlgemerkt: geordneten und abgefederten Ausstieg Griechenlands aus dem Euroraum und der Einführung einer Neo-Drachme votieren, ungefähr die Waage halten. Die Argumente dejenigen, die gegen einen griechischen Euro-Verbleib sind, scheinen mir etwas schlüssiger, so ungefähr in der Weise, dass ein solcher Schnitt, wie immer schmerzhaft er sowohl für Griechenland als auch dessen Gläubigerstaaten auch sein mag, besser ist als immer wieder neue Rettungsmilliarden in eine prekäre griechische Wirtschaftszukunft zu investieren. Aber meine Präferenz ist mehr eine generelle Tendenz als dass ich schlüssig detailliert dafür argumentieren könnte. Eines ist mir allerdings durch die Tatsache, dass sich Befürworter und Gegner einer griechischen Währungsreform ungefähr die Waage halten, deutlich: Das Panikgerede von Schäuble und Co. entbehrt empirischer Grundlage, ist eher der Versuch, von uns SteuerzahlerInnen immer neue sog. “Hilfs”-Milliarden zu erpressen. Das ist unseriös.


WH: Wenn man deinen Blog liest, sieht es so aus, dass du neben deiner Kritik an Griechenland noch ein zweites “Feindbild” hast: die Bundeswehr.
BL: Das ist zunächst ein synchroner Zufall: Euro-Krise, Griechenland-Pleite, Bundeswehr-Reduzierung und Guttenberg-Skandal sind eben gesellschaftliche Schwerpunkte der vergangenen zwölf Monate gewesen. Aber weil ich selber mal Soldat war, in meiner wissenschaftlichen Arbeit über Abrüstung und Konversion viel gelernt habe, aber dennoch kein absoluter Pazifist bin, analysiere ich unsere Armee, ihre Strategie, Einsatzziele und Rüstungsprofil fortlaufend sehr kritisch. 


WH: Nach welchen Kritieren und mit welchem Ergebnis?
BL: Man sollte den abgedroschenen Slogan, dass Krieg nur die Ultima Ratio sein darf, viel ernster nehmen, als wie es die Feiertagsrednerinnen tun: Der Einsatz von Militär muss sehr genau definiert werden und darf immer - schon von Anfang an - nur begrenzten Zielen dienen (z.B. das Errichten von Flüchtlingskorridoren in Kriegszonen oder für das Befreien von Geiseln, wie es etwa in Srebenica durch die UNO-Soldaten leider gerade nicht erfolgt ist), und es muß von Anfang an eine transparente Exit-Option vorhanden sein. Beiden Kriterien genügen die meisten modernen Militäreinsätze überhaupt nicht. Stattdessen wird oft nach dem höchst zweifelhaften Argument operiert: Besser wir tun irgend etwas als dass wir gar nichts tun (Libyen). Und wenn man über Zeit merkt, dass das, was man tut, keinen Erfolg zeitigt, ist der Katzenjammer groß, weil niemand eine gute Exit-Strategie entworfen hat als man mit großem moralischen Pathos in den Krieg gezogen ist. Wie gering die rationale nüchterne Argumentationsbasis fürs Militär ist, zeigt übrigens auch die den Militäreinsatz begleitende Rhetorik, wo sich Politiker (wie zB Außenminister Fischer) nicht zu schade sind, sogar Auschwitz als Motiv für Militärinterventionen zu mißbrauchen.


WH: Mit gewisser Regelmässigkeit tauchen in deinem Blog auch Schachpartien auf. Sind die auch “unbequem”?
BL (lacht): Bestimmt sind sie counter-mainstream. Aus mühsamer, wenig origineller Materialverwertung mach ich mir nämlich überhaupt nichts und Elos (WH: Schachwertungspunkte) interessieren mich nicht. Die spannendsten Schachpartien sind für mich diejenigen, in denen “against all odds” wie das Englische so schön formuliert, mit Fantasie und Mut - möglichst trotz materieller Unterlegenheit - ein Gewinn ertrotzt wird. Deshalb liebe ich Pattstellungen oft mehr als Mattsituationen: Wenn alles schon verloren zu sein scheint, dennoch ein Remis zu erzielen.


WH: Schach als Spiegebild des Lebens?
BL: Etwas schon. Eine Lehre, dass auch in einer schlechten Situation mit Überlegung und Zähigkeit noch mancherlei erreicht werden kann. Und natürlich: dass kreatives (im Schach: sog. "positionelles") Denken durchaus materiellem Reichtum paroli bieten kann. Mit Erich Fromms Worten: “Sein” ist mehr wert als bloßes mehr Haben wollen.

Nun schwappt die Hellas-Pleite auf Frankreich über

Mögliche Herabstufung: Hellas-Krise bedroht Rating französischer Banken - Nachrichten - Wirtschaft

Weidmann: Euro wird Hellas-Bankrott überleben

Euro-Krise: Bundesbank hält Stopp der Griechen-Hilfe für verkraftbar

Griechische Aktien im freien Fall

Waigel: Griechenland gehört nicht ins Euro-Land

Der ehenmalige Bundesfinanzminister in einem Interview:


"Griechenland hätte nicht Mitglied der Euro-Zone werden dürfen. Die haben erstens falsche Zahlen vorgelegt, und zweitens hat die Kontrolle der Europäer nicht funktioniert. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass wir bei intensiver Prüfung, die wir noch bei Italien und Belgien vorgenommen haben, zwei Jahre später bei Griechenland zu einem so falschen Ergebnis gekommen wären."
(aus Zeitung "Die Harke", 15.6., S. 3)

Ein Jahr "Unbequemer Blog" - Eine Zwischenbilanz zur Euro-Krise

Heute vor einem Jahr wurde das erste Posting im Unbequemen Blog online gestellt. Anlass war das erste sog. "Rettungspaket" für das marode Griechenland.


Zwölf Monate später (mit 1750+ Blogpostings und 45.000+ LeserInnen) ist von Hellas"rettung" nichts zu sehen, im Gegenteil: die Situation der PIGS ist schlechter denn je. Mit jeder seiner Prognosen für Griechenland, Irland und Portugal (who comes next? Spain?) hat der Blogger - leider! - ständig recht gehabt. Als Thema für einen Zwischenkommentar sind die über 170 Postings zur Hellas-Misere und über 150 zur Euro-Krise gut geeignet. 


Sich im Juni 2011 wieder einmal systematisch mit der Euro- und PIGS-Perspektive zu beschäftigen, gibt dem Blogger auch Gelegenheit, besonders denjenigen Blog-LeserInnen zu antworten, die mitunter besorgt gefragt haben, ob er nicht unreflektiertes Greece-Bashing betreibe und mit seiner Euro-Kritik nicht den politische rechten PopulistInnen in die Hände spiele.


Da es sicher bei den nachfolgenden natürlich auch um Belege und Referenzen geht, will ich - damit ich nicht immer mühsam extra einzeln sagen muss: "das hab ich aus ....." vorab meine Info-Quellen transparent machen: FTD, Handelsblatt und Eurointelligence täglich online. FT, El Pais, Bloomberg und - notgedrungen... Kathimerini ad hoc. Wer will kann  auch im Blog selber noch detaillierter sehen, was ich lese.  

Ich sage es gleich pointiert vorweg: Ich glaube nicht mehr an die Konsolidierung Griechenlands. Hellas´ Probleme sind struktureller Art: Mit dem Euro ist es in einen Währungsverbund gekommen, dem es niemals hätte beitreten dürfen. Angesichts des minimalen bis Null-Wachstums seiner Wirtschaft wird es seine horrenden Schulden nie zurückzahlen können. Deshalb ist es angezeigt, diese Schulden nicht im Quartalstakt mit sog. "Rettungs"paketen (die effektiv gar nichts "retten", sondern die strukturellen hellenischen Defizite nur verlängern bzw. verschleiern) immer weiter zu erhöhen, sondern durch eine geordnete griechische Staatsinsolvenz Hellas wieder in eine ihm angemessene Situation zu befördern. 

Leute, denen der Blogger solches vorhält, wenden oft ein, ich solle nicht so rückwärtsgewandt denken. Was früher mal passiert sei, sei Geschichte und nicht mehr aktuell. Aber die Euro-Hellas-Geburtsfehler zu markieren ist mehr als irrelevante Nostalgie. Mit so einer Argumentation könnte man auch einen Betrüger straffrei laufen lassen, nur weil man seinen Betrug erst ein Jahr später nach der Tat entdeckt. 


Neben den illegalen griechischen Statistiktricksereien zeigen sich mehr und mehr die strukturellen Problem des Euro: Er war/ist eine Fehlkonstruktion, weil er nur als pure Schönwetterwährung entworfen wurde. Niemand hat sich leider Gedanken gemacht, was zu tun ist, wenn der Euro in empfindliche Krisen, wie wir sie jetzt haben, trudeln wird. 

Mit rechtem Populismus will der Blogger wirklich nichts zu tun haben. Aber dass Wahre Finnen, BILD-Zeitung, die Finanzminister der Niederlande und Österreichs und Hans-Werner Sinn nun eine so bemerkenswerte Allianz eingegangen sind, ist nicht meine Schuld, sondern derer, die Hellas´ Euro-Beitritt damals wider alle wirtschaftliche Vernunft durchgewunken haben, und die von uns SteuerzahlerInnen jetzt immer neue Hilfsgelder mit dem Mantra "wir müssen den Euro retten egal was es kostet" erpressen wollen. 

Und es ist die Schuld der griechischen Mißwirtschaft, wo fast wöchentlich neue Absurditäten ans Tageslicht treten. Stichwort: Tausendfache Rentenzahlungen an Personen, die schon lange nicht mehr leben....Ja mit solchem Mißmanagement spielt man genau den Rechtspopulisten in die Hände. 


Es gibt durchaus Zweifel darüber, dass eine Rückkehr Griechenlands zur Neo-Drachme die Riesen-Katastrophe wäre, wie Schäuble und Co. es uns ständig einsuggerieren wollen, damit wir vor jeder ihrer dauernden Forderungen nach neuen Transfermilliarden Richtung PIGS nur kuschen sollen. 


Gerade zu diesem Aspekt liest der Blogger die Vielfalt hochkarätiger kontroverser Meinungen in FT, FTD, HB sehr genau und schätzt grob, dass die Ansichten der PolitikerInnen, FinanzanalytikerInnen und WirtschaftsjournalistInnen zu diesem Punkt etwa 50 zu 50 geteilt ist. Die deutschen Banker haben jedenfalls inzwischen ihre Gefolgschaft zu Schäuble glücklicherweise schon aufgekündigt und ziehen massiv ihr Geld aus Hellas zurück (die BürgerInnen in Griechenland wohlweislich auch). 

Also warum wird sich immer noch gegen das gute deutsche Sprichwort "Lieber Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" gewehrt? Heiter wird das überfällige Insolvenzverfahren für Hellas sicher nicht über die Bühne gehen, aber quasi jeden Monat immer wieder neues gutes nordeuropäisches Geld in die PIGS-Fässer ohne Boden zu versenken, ohne dass sich dort irgendwas zum Besseren wendet, ist weitaus schlimmer, weil perspektivlos. Ausserdem verstösst es eklatant gegen Artikel 125 AEUV. Aber wie man beim Dr-Betrüger Guttenberg schon bedenklicherweise sehen konnte, nimmt man es mit Recht und Gesetz vielleicht in Deutschland generell gar nicht mehr so genau...

Wie sich nun in der Krise herausstellt, war die Konstruktion des Euro äuerst mangelhaft. Aber warum kann die politische Kaste in Berlin, Paris und Bruxelles nicht einfach ihre damalige Fehler jetzt, wo sie für alle zu Tage treten, eingestehen, das Experiment Euro für gescheitert erklären und wieder zum Status quo ante zurückkehren, wo vor 10 Jahren sowohl Deutschland als auch Griechenland solvent waren und jeder auf seine facon selbständig gewirtschaftet hat?

Zusammengefasst:
Angesichts des täglich erwartbaren vollständigen Bankrotts Griechenlands - wie oft sollen die Ratingagenturen Hellas noch runterstufen bis die Euro-Herrscher aufwachen? - sollte Hellas lieber heute als morgen in ein geordnetes Insolvenzverfahren einsteigen, an dessen Ende dann die Karten wieder neu gemischt werden. Und mit einer danach neu eingeführten, eigenen Währung kann Griechenland seine strukturellen Defizite wie Steuerbetrug, Korruption, Immobilienblase, Mega-Militarismus selber so lösen wie es möchte, ohne unseriös ständig von neuem seine nördlichen Nachbaren anzupumpen. 

Das gebetsmühlenhaft vorgetragene statement von Schäuble und Lagarde "wir retten den Euro koste es was es wolle" wird von den Finanzmärkten längst als Bluff durchschaut, und sie warten nur darauf, dass beim showdown die im Euro-Wahn Gefangenen ihre Karten auf den Tisch legen müssen. Oder bis Frankreich, Deutschland und den Niederlanden das AAA-Rating entzogen wird. Spätestens dann wird man keine/r WählerIn in Frankfurt, Lyon und Amsterdam die Fortsetzung einer solchen uferlosen und unsinnigen Transferpolitik von Nord nach Süd mehr vermitteln können.

Wenn die PolitikerInnen noch länger blind bleiben, dann bezahlen die Zeche dafür leider wie schon so oft nicht die Eliten in den Hauptstädten, sondern die/der einfache BürgerIn auf der Strasse mit ihren/seinen Sparbüchern, die dann im Zuge einer Währungsreform empfindlich abgewertet werden. 

Und wenn Griechenland selber zu seiner Sanierung nicht fähig ist - die geradezu zwangshaften (Gewerkschafts)Proteste deuten daraufhin und die jungen GriechInnen, die zu Tausenden ihr Land verlassen, weil sie dort keine no-future-generation sein wollen - dann muss eben ein/e EU-StaatskommissarIn her, die/der dem Land endlich zeigt, was es zu tun hat, um zu einem ausgeglichenen Haushalt und geordneten Staatsfinanzen zu kommen. 


Eine massive Reduzierung der bizarr großen griechischen Armee mindestens um die Hälfte und eine Verringerung des absurd hohen griechischen Militärhaushaltes (des höchsten in Europa!) um mindestens 50%, wären die beiden ersten Maßnahmen, die ich so einer/m KommissarIn empfehlen würde.

Wem das eine oder andere in meinen o.a. Ausführungen zu wenig konkret oder zu wenig detailliert ist: Wie der tagcloud des Unbequemen Blogs zu entnehmen ist, stehn da über 170 Bloposts zu Hellas und über 150 zur Euro-Krise drin.

Dienstag

Pro-Euro-Beschwörungsformeln nützen nichts

Leserbrief zum Kommentar von Melvyn Krauss in der FTD vom 14.6.11, S. 24 (hier unten im Blogpost abgedruckt)

Kritik gegen das in Schieflage geratene Projekt Euro hat mit rechtem Populismus nichts zu tun. Dass Wahre Finnen, BILD-Zeitung, die Finanzminister der Niederlande und Österreichs und Hans-Werner Sinn nun eine so bemerkenswerte Allianz eingegangen sind, ist die Schuld derer, die Hellas´ Euro-Beitritt damals wider alle wirtschaftliche Vernunft durchgewunken haben, und die von uns SteuerzahlerInnen jetzt immer neue Hilfsgelder mit dem Mantra "wir müssen den Euro retten egal was es kostet" erpressen wollen. 

Und es ist die Schuld der griechischen Mißwirtschaft, wo fast wöchentlich neue Absurditäten ans Tageslicht treten. Von massiven Steuerbetrügereien, über gängig Korruption und Immobilien-Profitblasen bis zu den tausendfachen Rentenzahlungen an GriechInnen, die schon lange nicht mehr leben....Genau mit solchem griechischen Mißmanagement spielt man den Rechtspopulisten in die Hände, vor denen Krauss uns warnt. 

So wie der deutsche und die französische FinanzministerIn uns mit konstanter Regelmässigkeit zu neuen sog. "Rettungs"paketen zugunsten Griechenlands und der anderen PIGS kujonieren wollen, so meint Krauss uns mit einer lockeren Anleihe bei Sartres existentialistischer "Huis Clos" weismachen zu wollen, dass es angeblich keine Alternative zum Euro gäbe. Das klingt nach solider Thatcher-Policy, die auch jegliche Kritik mit ihrem dauernden schrillen TINA ("There Is No Alternative") im Keim ersticken wollte. 

Wache BürgerInnen und WählerInnen sollen besonders aufmerksam sein, wenn jemand wie Krauss von "Lebenszeit", "ohne Rückkehr", "es kann keinen Ausstieg geben" spricht. Solche Beschwörungsformeln verdecken meist, dass die rationale Begründungsdecke so dünn geraten ist, dass man zu solch apokalyptischen Drohungen greifen muss. 

Wieviel gutes nordeuropäisches Geld sollen wir denn nach Meinung von Kraus Griechenland noch zur Verfügung stellen, nachdem keines der bisherigen sog. "Hilfspakete" irgend einen Fortschritt generiert hat, stattdessen die Ratingagenturen Hellas immer mehr zurückstufen? Diese Blankoscheck-Strategie von Krauss zugunsten von Hellas ist zu Recht immer weniger WählerInnen in Amsterdam, Frankfurt, Helsinki und Lyon zu vermitteln. 

Hellas´ Probleme sind struktureller Art: Mit dem Euro ist es in einen Währungsverbund gekommen, dem es niemals hätte beitreten dürfen. Angesichts des minimalen bis Null-Wachstums seiner Wirtschaft wird es seine horrenden Schulden nie zurückzahlen können. Deshalb ist es angezeigt, diese Schulden nicht im Quartalstakt mit sog. "Rettungs"paketen (die effektiv gar nichts "retten", sondern die strukturellen hellenischen Defizite nur verlängern bzw. verschleiern) immer weiter zu erhöhen, sondern durch eine geordnete griechische Staatsinsolvenz Hellas wieder in eine ihm angemessene Situation zu befördern. 


Krauss soll sich mal bei den Politikern und Finanzfachleuten umhören, die beim Beitritt Griechenlands zum Euro mitgewirkt bzw. aufmerksam zugehört und zugesehen haben (manchmal auch - leider unbeachtet - gewarnt haben): Griechenland hat sich den den Zugang zu Euro-Land mit statistischen Lügen und getricksten Informationen über seinen Wirtschaftszustand erschwindelt. Kein Wunder, dass Issing und andere kein Vertrauen in Griechenland haben. Warum diskreditiert Krauss diese Fakten als "Verleumdung"? 

Und warum wehrt sich Krauss gegen das gute deutsche Sprichwort "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"? Das überfällige Insolvenzverfahren für Hellas wird sicher nicht problemlos über die Bühne gehen, aber quasi regelmässig immer wieder neues gutes nordeuropäisches Geld in die PIGS-Fässer ohne Boden zu versenken, ohne dass sich dort irgendwas zum Besseren wendet, ist weitaus schlimmer, weil perspektivlos. Ausserdem verstösst es diamentral gegen Artikel 125 AEUV. 

Angesichts des täglich erwartbaren vollständigen Bankrotts Griechenlands - wie oft sollen die Ratingagenturen Hellas noch runterstufen bis die Euro-Herrscher aufwachen? - sollte Hellas lieber heute als morgen in ein geordnetes Insolvenzverfahren einsteigen, an dessen Ende dann die Karten wieder neu gemischt werden. Und mit einer danach neu eingeführten, eigenen Währung kann Griechenland seine strukturellen Defizite wie Steuerbetrug, Korruption, Immobilienblase, Mega-Militarismus selber so lösen wie es möchte, ohne unseriös ständig von neuem seine nördlichen Nachbaren anzupumpen. 

Das gebetsmühlenhaft vorgetragene statement von Schäuble und Lagarde "wir retten den Euro koste es was es wolle" wird von den Finanzmärkten längst als Bluff durchschaut, und sie warten nur darauf, dass beim showdown die im Euro-Wahn Gefangenen ihre Karten auf den Tisch legen müssen. Und bis Frankreich, Deutschland und den Niederlanden wegen ihres aberwitzigen Gläubiger-Status zugunsten der PIGS dann das AAA-Rating entzogen wird. Spätestens kommt dann die von Krauss befürchtete Stunde der Populisten, weil man dann niemandem mehr die Fortsetzung einer solchen uferlosen und unsinnigen Transferpolitik von Nord nach Süd mehr vermitteln kann.

Und wenn Griechenland selber zu seiner Sanierung nicht fähig ist - die geradezu zwanghaften (Gewerkschafts)Proteste deuten daraufhin und die jungen GriechInnen, die zu Tausenden ihr Land verlassen, weil sie dort keine no-future-generation sein wollen - dann muss eben ein/e EU-StaatskommissarIn her, der dem Land endlich zeigt, was es zu tun hat, um zu einem ausgeglichenen Haushalt und geordneten Staatsfinanzen zu kommen. 

Eine massive Reduzierung der bizarr großen griechischen Armee mindestens um die Hälfte und eine Verringerung des absurd hohen griechischen Militärhaushaltes (des höchsten in Europa!) um mindestens 50%, wären die beiden ersten Maßnahmen, die ich so einer/m KommissarIn empfehlen würde.

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Euro-Ausstieg

Macht Front gegen die Anti-Euro-Populisten

Kommentar Die Stimmungsmache gegen die Gemeinschaftswährung ist dumm. Einen Ausstieg der verschuldeten Südländer kann es nicht geben. Und Berlin sollte das klar sagen. von Melvyn Krauss
Melvyn Krauss ist emeritierter Professor für Volkswirtschaft der Universität New York.
Die Euro-Zone taumelt von einer erschreckenden Krise in die nächste. Ein Ende ist nicht in Sicht. Natürlich stellt sich die Frage, wie lange dieser Drahtseilakt noch gut gehen kann, bevor der Euro das Gleichgewicht verliert und auf die Nase fällt.
Melvyn Krauss Melvyn Krauss
Eine Antwort darauf findet sich in dem brillanten Einakter "Geschlossene Gesellschaft" von Jean-Paul Sartre. In dem 1944 uraufgeführten Stück des französischen Philosophen sind drei Verstorbene auf ewig in einem Raum gefangen. Sie werden psychisch so stark voneinander abhängig, dass sie den Raum selbst dann nicht verlassen können, als sich die Tür auf wundersame Weise öffnet. Auch für die Teilnehmer der Euro-Zone gilt: Es gibt kein Entkommen, der Trennungsschmerz wäre zu stark.
Auch für die nördlichen Länder war das Ja zum Euro ein Weg ohne Rückkehr. Auf die Frage, ob er sich ein Ausscheren seines Landes aus dem Euro vorstellen könnte, sagte einmal ein ranghoher niederländischer Vertreter: "Niemals, dafür machen wir viel zu viel Geld mit dem Euro." Südeuropas Länder hätten im alten System regelmäßig ihre Währungen abgewertet. Das sei für Hollands Exporte kostspielig. Zu dem System wolle er nicht zurückkehren.
Als Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, dass der Euro Deutschlands schicksalhafte Notwendigkeit sei, machte sie deutlich, dass sie diesen wichtigen Punkt verstanden hat. Nur weil die Kapitalspritzen für den Süden die Handelsgewinne schmälern, werden die Deutschen und die Niederländer nicht völlig auf die Gewinne verzichten, die ihnen der Euro einbringt. Kluge Menschen konzentrieren sich auf die Handelsgewinne, die deutlich größer sind als die Notzahlungen. Die populistische Stimmungsmache in den nördlichen Ländern gegen den Euro ist dumm.
Aber warum hören dann die Regierungen der Nordländer so sehr auf die Populisten? Möchte man private Geldgeber dazu bringen, fällig werdende griechische Verbindlichkeiten umzuschulden? Dann ergibt es überhaupt keinen Sinn, darauf zu beharren, dass vor weiteren Staatshilfen zunächst erst einmal private Gläubiger auf ihre alten Außenstände zumindest teilweise verzichten. Aber genau das tut Berlin.
Anstatt zu sagen: "Wir bestehen auf einem Haircut, und Griechenland wird vorher nicht einen Cent sehen", sollte die Regierung den Privatgläubigern erklären: "Wir wollen nicht, dass ihr Einbußen erleidet, deshalb stellen wir Griechenland neues Geld zur Verfügung." Merkels Angst vor den Populisten in ihrem Land ist der Grund für diese fehlgeleitete Politik.
Es kann keinen Ausstieg aus dem Euro geben, deshalb müssen die Beteiligten lernen, gemeinsam Probleme zu lösen. Vorurteile und Beleidigungen helfen nicht. Schockiert habe ich gelesen, dass der frühere EZB-Chefökonom Otmar Issing den Griechen vorgeworfen hat, sich ihren Weg in den Euro erschwindelt zu haben. Was bringt so eine Aussage? Hilft es dem Euro wirklich über seine Probleme hinweg, wenn eine so wichtige Person wie Issing die Griechen verleumdet?
Die berühmteste Passage aus "Geschlossene Gesellschaft" lautet: "Die Hölle, das sind die anderen." Nach Issings Äußerungen dürfte den Griechen sehr klar sein, was Sartre beim Schreiben dieser Worte durch den Kopf ging.
Wenn man in einem Raum mit Menschen festsitzt, die einen für einen Betrüger und einen Lügner halten, kann man das als Anreiz nehmen, sie eines Besseren zu belehren. Das ist für die Griechen ein weiterer Grund dafür, nicht aufzugeben, trotz des ausgesprochen schwierigen Sparprogramms: Sie wollen ihren Kritikern zeigen, dass sie sehr wohl dazugehören.

Robert Gates: "Die Nato zerfällt" - so what?

Im Handelsblatt vom 14.6. outet sich der US-Militärminister mit seinen großen Ängsten über den Zerfall des Nato-Militärbündnisses.


defense.gov

Als die deutsche grüne Partei noch militärkritisch eingestellt war, hatte sie noch die Forderung nach Abschaffung der Nato im Programm. Was damals nicht klappte, ist nun für Gates eine reale Möglichkeit geworden = dass die Nato sich selber abschafft. 


Das Ende der Nato ist laut Gates keine hypothetische, sondern eine ganz reale Gefahr. Immer mehr Nato-Länder erkennen nämlich, dass Militär und Rüstung keine angemessenen Mittel zur Erhaltung von Frieden und humanitärer Entwicklung sind. Kein Wunder dass die Militärausgaben der europäischen Nato-Mitglieder in den letzten zehn Jahren um 15% zurückgegangen sind. 


Mit großer Sorge stellt Gates fest, dass außer den US, UK und Frankreich in der Nato tatsächlich nur Albanien und Griechenland mehr als 2% des BIP fürs Militär ausgeben. Bemerkenswert diese zwei letzten Länder: Albanien, am Tropf der EU und Nato, sollte statt so viel ins Militär zu investieren, lieber seine miserable Infrastruktur verbessern, und daß Griechenland am Rande des wirtschaftlichen Ruins sich noch eine solche Mega-Militarisierung leistet, ist eine Beleidigung der deutschen und niederländischen SteuerzahlerInnen, die Monat für Monat Milliarden von nutzlosen Euro-Milliarden in das hellenische Faß ohne Boden schütten. 


Was die US betrifft, so stimmt es hoffnungsvoll, aus der Feder eines so kompetenten Politikers wie Gates zu lesen, dass auch der amerikanische Kongress keine Geduld und Willen mehr für das Pampern von Militär und Rüstungskonzernen hat, sondern dass die amerikanischen PolitikerInnen endlich einsehen, dass diese Ausgaben zu teuer sind und ihre Ziele verfehlen. 


Das beste Beispiel ist Afghanistan: Trotz Milliarden von Militärausgaben und Tausende sinnloser Toten regiert in Kabul nach wie vor die drogenprofitierende, wahlfälschende, korrupte Machelite rund um Karsai. Hoffentlich ziehen Amerika und Deutschland seine Truppen noch viel früher als geplant aus Afghanistan ab, damit endlich Schluß mit diesem sinnlosen Krieg ist. 


Deutschland hat glücklicherweise schon die Zeichen der Zeit erkannt, indem es nicht beim Libyenkrieg mitmacht, seine Arme reduziert, 60 Garnisonen schließt, die Wehrpflicht abschafft und seine Rüstungsbeschaffung verschlankt. Endlich die richtige Konsequenz gegen die deutsche Rüstungsindustrie, deren Produkte laut Evaluation des vorhergehenden und jetzigen deutschen Militärministers durchweg zu teuer, zu spät und uneffektiv sind. 


Willkommen bei der neuen "Nato light"!

Samstag

Neues aus des Bloggers Pattsammlung

Hoffentlich gähnen die LeserInnen nicht. Aber es war wirklich wieder die schon bekannt Standardsituation. Für den Blogger (mit Weiß) war alles verloren. Schwarz hätte ihren Sieg schon lange vorher finalisieren können. Was motivierte sie, stattdessen noch kunstvoll das Spiel zu verlängern? Traute sie ihrem Übergewicht von Turm, Läufer und drei Freibauern nicht? Wollte sie sich mit einer neuen Dame schmücken? Wie immer ihre Gedanken waren, den Turm auf f3 zu ziehen (siehe unteres Diagramm) war leider der allerschlechteste unter allen möglichen Zügen. Wie gut dass der Blogger vorher noch seine beiden letzten Bauern guten Herzens weggeben hatte. Nun schmeckte der Samstags-Capuccino umso besser. 

Freitag

heute: Schäuble muss sich outen

FREITAG, 10. JUNI 2011
Guten Morgen Herr Dr. Luber,
die Stunde der Wahrheit rückt näher. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gibt heute Morgen eine Regierungserklärung in Sachen Griechenland ab. Im Zentrum seiner Rede, so hören wir aus seinem Umfeld, wird eine Beteiligung der privaten Gläubiger stehen. Die TV-Einschaltquoten in Deutschlands Banken und Versicherungen dürften höher sein als bei sonstigen Parlamentssitzungen. Die Wahrheit wird teuer für viele der dortigen Zuschauer.

Deutschlands Energiekonzerne kommen nicht zur Ruhe. Durch die Atomwende stehen sie als Verlierer da. Vor allem Eon-Chef Johannes Teyssen und RWE-Vorsteher Jürgen Großmann müssen zusehen, wie ihre Firmen an der Börse mit Milliardenabschlägen bewertet werden. Unschuldig sind die Konzernchefs daran nicht: Sie grollen, sie schimpfen, sie klagen vor den Gerichten - aber Ihnen fehlt eine Strategie für die Zeit nach dem Atomausstieg. Das Führen einer Unternehmung dient im Kern der Zukunftsgewinnung, nicht dem Rechthaben. Unsere Titelgeschichte "Superstars a.D." fragt: Hat die Restlaufzeit der Strombosse begonnen

aus dem heutigen Handelsblatt MorningBriefing

Schäuble international isoliert

Griecht die Koalition jetzt auch die Krise? - Politik Inland

Donnerstag

Hellas pleite - und wir zahlen, zahlen, zahlen

Umschuldungs-Debatte: Milliarden-Lasten durch Griechen-Rettung - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Schäubles Appell: Hohl und uneffektiv

Griechenland: Schäubles großer Schulden-Schlussverkauf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

FDP-Vize kalkuliert Hellas-Bankrott ein

Schuldenkrise: Liberale debattieren Griechen-Pleite | FTD.de

Und mit diesem Null-Wachstum will Hellas seine Schulden bezahlen?

Euro-Krise: Griechenland wächst minimal | FTD.de

Was schon seit 30 Jahren in Hellas schiefläuft

La faillite de la Grèce pire que la chute de Lehman Brothers ? | MoneyWeek

Hellas: Nach dem Bankrott - das Ende der Demokratie?

The vanishing sovereignty of Greece - The Globe and Mail

Hellas: Erst die Wirtschaft k.o., nun die Demokratie gefährdet?

"Griechenland wird zum Kuba der Ägäis" - Presseschau - Panorama - Handelsblatt

Was schon früher klar war: Hellas hätte nie den Euro einführen dürfen. Für diesen horrenden Fehler müssen nun andere Euro-Länder finanziell aufkommen. Ist das die Solidarität die in der Griechenlandpleite-Debatte immer so gerne beschworen wird?

Massive Kapitalflucht aus Hellas

Papier des Finanzausschusses: Deutsche Banken stoßen griechische Anleihen ab - Banken - Unternehmen - Handelsblatt

Hellas hat seine Hausaufgaben immer noch nicht gemacht

Highlights: Troika report from mission to Greece | Reuters

Deutsches Geld flieht aus Hellas

Zeitungen: Banken und Versicherer verkaufen griechische Anleihen | Top-Nachrichten | Reuters

Hellas- Arbeitslosigkeit auf neuem Hoch

UPDATE 1-Greek unemployment soars in March, industry slumps | Reuters

Libyen-Krieg: Millionefach teurer als geplant

FT.com / Middle East & North Africa - Pentagon sees Libya military costs soar

Kennen Sie sich aus in Euro-Land? / Hier kommt der UItimative Euro-Quiz!

Umfragen zufolge ist der Kenntnisstand der Bevölkerung über unsere Währung leider immer noch erschreckend gering. Dieser Quiz im Unbequemen Blog schafft Abhilfe.
(Punktevergabe: Siehe u.a. Weblink)


1. Frage
Zugegeben, die Euro-Karre steckt ziemlich im Sand. Wem trauen Sie am ehesten zu, dass sie wieder flott kommt?

A Freiherr von Guttenberg
B Lena Meyer-Landrut
C Giorgos Papandreou
D Joachim Löw


2. Frage
Sie sehen auf der Frankfurter Zeil einen griechischen Bettler. Was machen Sie?

A Ich schenke dem armen Mann einen 10 Euro Schein
B Ich gehe nach Hause, hole einen 100 Drachme Schein aus meiner alten Urlaubskasse, aber als ich wiederkomme ist der Mann leider schon weg
C Ich biete ihm eine 2 Euro-Münze an, will aber 1 Euro zurück haben
D Geld für Bettler kann man nicht bei der Steuer absetzen, also bekommt er von mir nichts


3. Frage
Sind Sie mutig? Denken Sie einmal das Undenkbare: Der Euro wird abgeschafft. Was machen Sie?

A Ich werfe mein Sparbuch ins Altpapier
B Ich schenke meine Euro-Scheine meinen Enkeln als Spielgeld
D Ich tapeziere mit den schönen Mustern eine Wand von meinem Clo
C Euros? Ich hab schon seit Jahren nur noch Schweizer Franken


4. Frage
Was fällt Ihnen bei den Buchstaben “PIGS” ein
A Präsident Bushs Schurkenstaaten: Peru, Iran, Guantamo, Somalia
B Portugal, Irland, Griechenland, Spanien
C Wieder so eine Werbekampagne, wo niemand das Produkt kennt
D Mit Schweinereien will ich nichts zu tun haben


5. Frage
Es gibt Vorschläge, Griechenland zum 17. deutschen Bundesland zu machen. Fällt Ihnen ein guter Name ein?
A Hellenien
B Niederschwaben
C Akropolanien
D Ist doch unnützer Verwaltungsaufwand. Als neuer Regierungsbezirk in Bayern klappt das auch.


6. Frage
Das Euro-Thema wird immer verworrener. Was lesen Sie, wenn Sie sich darüber informieren wollen?

A Ich habe die Financial Times abonniert
B Ich lese täglich BILD in der S-Bahn
C Meine Tochter lässt mich ab und zu in ihre “Brigitte” reingucken
D Lesen? Kann man das nicht googeln?


7. Frage
Sie sind einfach zu nervös, um die täglichen Schreckenmeldungen zu ertragen. Was machen Sie?

A Ich gebe meinen Fernseher in den Sondermüll
B Ich gucke nicht mehr Tagesschau, sondern nur noch “Schwarzwaldklinik” (Staffel 1990 und früher)
C Ich lass mir von der Kanadischen Botschaft einen Einwanderungsbogen schicken
D Die DRV soll mir eine Reha auf Kreta verschreiben


8. Frage
Sie lesen, dass Griechenland seinen Militäretat und seine Armee um 50% kürzen will. Was denken Sie?

A Die Türkei ist bankrott
B Ich rufe meinen Immobilienmakler an und lass ihn die schönsten Strandimmobilien auf Zypern aufkaufen
C Das ist doch nur eine Zeitungs-Ente von “Kathimerini”
D Wie ist die Telefonnummer des Verteidigungs-Ministeriums in Athen? Ich hab schon immer jemand gesucht, der meinen Garten in Ordnung hält


9. Frage. Sie sitzen unmotiviert vor dem leeren Bogen Ihrer Steuererklärung. Was geht durch Ihren Kopf?

A Wenn ich in Griechenland wäre, bräuchte ich gar nichts ausfüllen
B Gibt es keine Option, die Nachzahlung in D-Mark zu überweisen?
C Ob mein zuständiger Finanzamtsbeamter Ferien auf Patmos macht?
D Steuern zahlen? Mein Steuerberater hat mir geraten, in jede Zeile immer nur “Verlustgeschäft” einzutragen


10. Frage
Sie haben im Rahmen der neuen Charme-Offensive unserer Kanzlerin “Angela wants You!” eine Einladung zum “Merkel-BürgerInnen-Buffet” in Berlin erhalten. Wie lösen Sie die Kleiderfrage?

A Ich komm einfach mit meinen Hausklamotten, damit die Merkel mal Normalität kennenlernt
B Ich kleide mich blau-weiß-blau. Da kann die Merkel “Seehofer” oder “Papandreou” denken, ist mir doch egal
C Ich lass mir von Amazon-Outlet eine Kollektion “One size fits all” zuschicken
D Ich sage die Einladung ab, weil an dem Tag immer mein Kegeltreff ist


Punktevergabe unter: 



31 bis 40 Punkte:

Glückwunsch: Sie haben verstanden, um was es in der Euro-Debatte geht. Das ist die/der StaatsbürgerIn, wie sie/ihn sich die “Bundeszentrale für politische Bildung” immer wünscht.


21 bis 30 Punkte:
Sie bewegen sie noch ziemlich unsicher in Euroland. Das ist für ein Jahrhundertwerk wie unsere Währung zu wenig. Sie müssen noch einiges hinzulernen.


10 bis 20 Punkte:

Sie haben nichts begriffen. Buchen Sie noch heute in Ihrer Volkshochschule den Kurs “Euro for Dummies”