Dienstag

Portugal, Irland, Deutschland - ein Momentaufnahme der sog. Europäischen "Union"



So viel auch über die Zukunft des EFSF hin- und her geschwafelt wird - Fortschritt ist dabei nicht zu erkennen.

In Portugal liegen derweils wie üblich die Regierung (optimistisch) mit den Finanzmärkten (pessimistisch) weiterhin über Kreuz. Die Analysten erwarten den Offenbarungseid Lissabons spätestens bis Juni diesen Jahres: dann wird Socrates endgültig nicht umhin kommen, den EFSF anzuzapfen.

Mario Draghi startet voll Energie ins Rennen um den EZB-Direktorenposten und schmeichelt sich schon mal mit einem Interview in der FAZ bei Deutschland ein, indem er positiv auf alle Wünsche von Merkel eingeht.

Für aussenstehende NormalbürgerInnen wie z.B. den Unbequemen Blogger ist es immer wieder unfassbar, mit welchen Geldsummen in der internationalen Finanzwelt jongliert wird bzw. wie die Zahlen manchmal von Tag zu Tag schwanken. Blickt noch jemand durch, wieviel Stütze Irland wirklich braucht, um nicht ganz bankrott zu gehen? Bitte vortreten! Oder den Wall Street Journal Real Time Brussels blog lesen, der verdientermassen den Geldhunger Dublins statistisch dokumentiert und siehe da: es fehlen immer noch 50 Milliarden Euro:

€ billions
Dec. 2010 + 2011
2012
2013
Total
Public-sector financing needs
40.2
29.5
29.2
98.9
+Bank recapitalization needs
25
5
5
35
=Total financing needs
65.2
34.5
34.2
133.9
-EU/IMF bailout money
42.9
19.7
5
67.5
-Use of Ireland’s own cash
12.5
2.5
2.5
17.5
=What’s left and needs to be raised
9.8
12.3
26.8
48.9

Und Europa spricht schon wieder vom Deutschen Wirtschaftsimperialismus. Kostprobe? In einem Editorial des Irish Independent on Sunday wird kolportiert, dass ein griechischer Abweichler in einem EU-Ministertreffen von seinem deutschen Kollegen zum Schweigen verdonnert wurde. Offenbar fand es der Deutsche schlicht unverschämt, dass sein griechischer Kollege es überhaupt wagen konnte, sich in der Debatte zu melden, gar eine eigene (und dann noch von der deutschen abweichende) Meinung zu haben. Das ist die neue "EU-Partnerschaft". Das Editorial stachelt abschliessend die kleinen Staaten der EU auf, zusammen zu stehen und sich gegen die “Imperialen Ambitionen von Frau Merkel and ihre verschlagenen französischen KollaborateurInnen" zu Wehr zu setzen.”

Ansonsten spricht die Entwicklung der spreads bei den PIIGS ihre allseits beredete Sprache:


10-year sovereign spreads (against 10 year German bunds)

Previous Day Close
Yesterday’s Close
This morning
France
0.372
0.382
0.381
Italy
1.496
1.580
1.562
Spain
1.954
2.027
2.055
Portugal
4.055
4.181
4.203
Greece
8.280
8.327
8.40
Ireland
5.805
5.854
6.020
Belgium
0.890
0.917
0.934
Bund Yields
3.313
3.295
3.288
Source: Reuters

(Referenz: Eurointelligence News Briefing 15.2.11)

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